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CD-Besprechung

Uneloquente Klangformen und noisige Rythmen im Free Jazz



Bewertung:    



Prog-Jazz und -Rock kann so kraftvoll wie auch unausgegoren, dubios, grotesk, verworren, abstrus klingen. Musik ist eine ästhetische Kraft, und Aussage und muss nicht immer schön sein. Unkommerzielle Jazz-Sounds sind zwar von Jazz-Kennern seit langem entdeckt, scheinen aber manchen doch befremdlich. Um progressive Sounds zu featuren: Die Collaboration Reflections In Cosmo gehört zur Jazz-Avantgarde. Früher veröffentlichte diese Formation unter dem Namen Humcrush. Heute sind Kjetil Møster's Bariton- und Tenorsaxofon, Ståle Storløkken's Keyboards, Hans Magnus Ryan's E-Gitarren, Thomas Strønen's Trommmeln eine Jazz-Crew mit eigenbrötlerischen Ambitionen als Reflections In Cosmo. Das ist erst einmal experimentell-elektronischer Jazz, Noise und Psych Rock. "Der Schlüssel ist, dass wir alle völlig offen sind und uns keine Vorgaben machen, wie wir zu spielen haben", sagt Strønen. Und weiter: "Ich mag keine Regeln in der Musik. Und mit dem, was wir alle in der Vergangenheit gespielt haben von Free Jazz bis zu Hip-Hop, Rock-eingefärbten Free Jazz und zeitgenössischer Musik, ist dies auch kein Thema." Reflections In Cosmo möchten an die frühen 1980er des Free Jazz erinnern und insbesondere als eine Art Nachfolger von Last Exit wirken. Jener legendären Band, die mit Peter Brötzmann, Sonny Sharrock, Bill Laswell und Ronald Shannon Jackson unbändige, grimmige Intensität über Songmaterial transformierte. "Jeden Vergleich mit Peter Brötzmann sehe ich als großes Kompliment", macht sich Møster wichtig. Als Inspiration wird u.a. noch John Coltrane genannt. Aufgenommen haben Reflections In Cosmo im Ora Studio in Trondheim. In den entstandenen Tracks findet sich tatsächlich Rock-Jazz-Ästhetik der 1980er wieder involviert in heutige Improvisationen, die Stärke zur Schau stellen wollen. Aber sie haben aufgeraute, sich verzweigende, herumnästelnde Klangtexturen im Sound, die sie von Last Exit unterscheiden, obwohl auch sie schwer rythmuslastig klingen können. An Last Exit reicht das ausgekochte, zwielichtige Soundgebastel von Reflections In Cosmo nicht heran. Aber der Versuch ist immerhin uneloquent noise-typische Klangformung, sucht neue Ideen und spart experimentelle Klänge nicht aus, wenn auch manchmal unausgegoren, dubios und grotesk in Blends und Texturfindungen und im Diskutablen und manchmal auch etwas musikalisch Fraglichen im Jazz-Kontext.
Tina Karolina Stauner - 19. November 2017
ID 10383
CD-Link: https://www.rarenoiserecords.com/reflections-in-cosmo


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tkstauner.blogspot.com

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