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nachDRUCK # 5

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Uraufführung

18. September 2013 - Premiere in der Tischlerei der Deutschen Oper Berlin

HOFFMANN

frei nach Jacques Offenbachs - bearbeitet und mit Neukompositionen versehen von Anne Champert


Hoffmann in der Tischlerei der Deutschen Oper Berlin - Kampagniebild mit Jakob Ahlbom (C) Paulina Matusiac/Eddy Wenting



Firlefanz!


Es ist ja nun nicht so, dass sich noch Niemand weiter mit den Hoffmann'schen Erzählungen, rein künstlerisch, befasst hätte.

Dieser De-facto-Vor-Surrealist - dessen Geschichten, liest man diese "mit geschlossnen Augen", jedes Mal (ich spreche aus persönlicher Erfahrung) irgendsolche caligarihafte Hirnfilme mitlaufen lassen; und man ist tatsächlich jedes Mal in eine denkwürdige Geisterzeit und Geisterwelt hineinverstrickt, aus der zu lösen schwer fällt; wenn dann bloß nicht seine anstrengende Sprache, die man heutzutage allerdings dann kaum mehr/noch ertragen kann, als "Beiwerk" wäre - zieht schon magisch in den Bann.

Im Frühjahr konnten wir im Düsseldorfer Schauspielhaus Hoffmanns Erzählungen besichtigen und hören: Ziemlich ehrgeizig wollte man da einen bemüßigt-mutmaßlichen Bogen zwischen Hoffmanns Lebenslauf und seinem Werk, konkret am Beispiel der von Offenbach und seinem Librettisten einst herausstiebitzten drei der Hoffmann'schen Erzählungen, geschlagen haben. Der Versuch endete irgendwie doch unverbindlich, um nicht gar zu sagen - kläglich.

Nunmehr waren wir ganz neugierig darauf, wie sich das Auftragswerk der DOB - Hoffmann von Anne Champert - dem von ihm bzw. ihr gesuchten und gestellten Thema E.T.A. bemächtigt haben wollen würde...

"Die Grenzen zwischen Realität und Fiktion sind verwischt in den musikalischen Erzählungen des Dichters Hoffmann. Drei Frauenfiguren entsteigen seiner Imagination, allesamt schillernde Facetten einer einzigen Geliebten: die Automatenpuppe Olympia, die lungenkranke Antonia und die Kurtisane Giulietta. Die eigene Identität des Dichters ist ebenso brüchig wie die Konturen der ihn umgebenden Welt."
(Quelle: Deutsche Oper Berlin)

Les Contes d’Hoffmann also doch am Ende "nur" zur Kammeroper abmodizifiert, runtergestutz? Und - wie bei Offenbach - würde auch hier Französisch (statt des umständlichen Kunst-Deutsch unsers E.T.A.) gesungen werden??

"Als ein Vorbild nennt der in Amsterdam lebende Regisseur, Performer und Zauberer Jakop Ahlbom den Filmregisseur David Lynch. Dessen Einfluss ist in vielen Arbeiten des schwedischen Theatermachers spürbar: Ahlbom schafft magische und surrealistisch-albtraumhafte Theaterwelten, die seit 2000 in den Niederlanden gefeiert werden und 2010 beim Young Director’s Project der Salzburger Festspiele für Aufsehen sorgten. Gemeinsam mit der Komponistin Anne Champert, die u. a. 'composer in residence' am Pariser IRCAM war, erarbeitet Ahlbom eine eigene Fassung von Hoffmanns Traum- und Albtraumwelten."
(Quelle: s. o.)

Also doch "bloß wieder" eine Konkurrenz-Geschichte nach dem Motto: Wer käme wohl besser bei dem Allen (= Auftragswerk der DOB) gesamtgesichtlich weg, der Regisseur oder die Komponistin??

Machen wir es kurz und fassen es dann so zusammen:

Am beeindruckendsten waren 1.) die vier Musiker Jens Holzkamp und Sandrine Albrecht und Sophia Reuter sowie Ludwig Schwark, die einmal von der linken und dann von der rechten Rampe aus die kammermusikalischen Geschicke in die Hände nahmen - klang auch Alles sehr, sehr, sehr, sehr gut; 2.) die Sängerinnen-Darstellerin Alexandra Hutton, die Olympia und Antonia sowie Giulietta sang und spielte - machte einen hochgrandiosen Eindruck dergestalt, dass wir dann justament der Meinung waren/sind, sie sofort, also unverzüglich, mit den "echten" Rollen aus der "echten" Oper, und sobald die "Echte" auf der "echten" Opernbühne wieder einmal aufgeführt sein würde, zu besetzen!!

Und den ganzen andern Firlefanz des Inszenierers sowie die nicht mehr als ambitioniert gewesenen Kompositionsergänzungen (zum "echten" Hoffmann) wollen wir sogleich wieder vergessen.

War das allen Ernstes dann das Resultat von einem sicherlich nicht dünn bezahlten Auftragswerk? Ihr müsst's ja dicke haben!




Anne Champerts Hoffmann (frei nach Offenbachs "Hoffmanns Erzählungen"), uraufgeführt in der Tischlerei der Deutschen Oper Berlin - Foto (C) Thomas Aurin



Bewertung:    


Andre Sokolowski - 19. September 2013
ID 7165
HOFFMANN (Tischlerei, 18.09.2013)
Musikalische Leitung: Anne Champert
Inszenierung: Jakop Ahlbom
Bühne: Oliver Helf
Kostüme: Susanne Hiller und Katrin Wolfermann
Dramaturgie: Dorothea Hartmann und Anne Oppermann
Besetzung:
Sopran (Olympia, Antonia, Giulietta) ... Alexandra Hutton
Hoffmann ... Paul Kaufmann
Der Andere ... Seth Carico
Chor: Stephen Barchi, Jamin Flabiano, Andrew Harris, Matthew Newlin, Matthew Pena, Michael Rapke, Alvaro Zambrano und ZhengZhong Zhou
Tänzer/Innen: Yannick Greweldinger, Silke Hundertmark, Gwen Langenberg und Reinier Schimmel
Musiker: Jens Holzkamp (Klavier, Orgel), Sandrine Albrecht (Klarinette, Bassklarinette), Sophia Reuter (Bratsche) und Ludwig Schwark (Kontrabass)
Premiere war am 18. September 2013
Weitere Termine: 19., 20., 23. 9. / 16., 17. 4. 2014
Auftragswerk der Deutschen Oper Berlin | Koproduktion mit Bayer Kultur


Weitere Infos siehe auch: http://www.deutscheoperberlin.de


http://www.andre-sokolowski.de



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