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Uraufführung

18. Februar 2014 - Neuköllner Oper

DAS VEREIN

Eine musikalische Jahreshauptversammlung von Thorbjörn Björnsson und Annika Stadler


Thorbjörn Björnsson, Vanessa Vromans und Jérôme Quéron in Das Verein an der Neuköllner Oper - Foto (C) Matthias Heyde



"Scheißamtsgericht!"

Thorbjörn Björnsson, Jérôme Quéron und Vanessa Vromans sind hochqualifizierte Musiker, deren Projektelisten einen imposanten Eindruck machen. Ihren jeweils dargestellten (und in einem Beipackzettel zur Lektüre mitgereichten) Kurzviten ist ferner zu entnehmen, dass sie Wahlberliner sind. Das machte sie womöglich "anfällig" für ein schier ausschließlich (ur-)deutsches Phänomen in seiner freilich etwas geistig-miekrigen aber umso verheerend-bürokratischen Beauswuchsung - für den Verein!

Den eingetragenen Verein (e.V.) oder/und die Gesellschaft mit begrenzter Haftung (GmbH) oder/und...

Kaum nachvollziehbar wird, entsprechend jenes selbstgesteckten künstlerischen Zieles (dem Annika Stadler [eine deutsche Kunsthistorikerin, Komparatistikstudierte und Theaterwissenschaftlerin] so was wie einen Text bzw. eine Textgrundlage zugestanden haben wollte), weshalb der Verein im Titel des Projektes dann als Das Verein gehandelt und verkauft wurde. Ich spekuliere mal, dass das vielleicht mit jener dreifach demonstrierten Migrations-Erfolgsgeschichte der von mir eingangs benannten Hauptprotagonisten arg zu tun hat; also könnte es (als Witz) dann so gedacht gewesen sein, dass jene Drei sich nicht so recht über das Wortgeschlecht "Verein" bewusst waren oder sie sich, wahrscheinlich, einen Furz für Selbiges interessierten oder so.

Verein bedeutet halt: Vereinsvorsitzender und Kassenwart und Protokollführer; so steht es im Vereinsgesetz. Und vieles, vieles mehr oder/und außerdem.

Auch gibt es - lt. des Aufgesagten - diese sog. "Liquidation", die immer dann eintritt, sobald es den Verein, z.B. wenn er weniger als drei Vereinsmitglieder zählen würde, schließlich nicht mehr gibt. Dann mischt sich prompt das Amtsgericht, das unverzüglich (vom betroffenen Verein und seinem Vorsitzenden) informiert und angerufen werden muss, vollstreckerischer Weise in den Fall - besonders dieses Liquidite klingt natürlich ziemlich furchteinflößend, um nicht gar zu sagen: aggressiv. Für Thorbjörn, Jérôme und Vanessa, die mit den Spezial-Gepflogenheiten deutscher Herkunft nicht so ganz vertraut sind, mehr denn je ein Anlass, schockstarrig vor Dem (Liquidation!) zurückzuschrecken; und so wollte ich dann schließlich Thörbjörns Aufschrei vom "Scheißamtsgericht", das ruhig jetzt kommen solle, schon als meine Lieblings-Kurzszene des Abends auserkoren haben!

Was aber - frage ich mich hochirritiert zum Ende jenes einstündigen Happenings in der Neuköllner Oper - haben junge Leute, deren Herkunftsländer Island, Frankreich und Australien sind, mit einem Thema künstlerisch zu schaffen, dessen insgesamte Textlichkeit (= Vereinsgesetzt etc. pp.) für sie nur lauter Bahnhof sein kann? Das verstand ich letztlich nicht.

Und trotz des eigentlichen Nichtvorhandenseins von einem roten Faden - so was nenne ich schlicht Fehldramaturgie - konnte ich mich der musikantischen Professionalität und unbedingten Nettigkeit der drei Akteure nicht entziehen; wegen ihnen würde ich mir also diesen Pipifax dann nochmal ansehen/anhören; doch, doch, doch!!!




Thorbjörn Björnsson, Vanessa Vromans und Jérôme Quéron in Das Verein an der Neuköllner Oper - Foto (C) Matthias Heyde



Bewertung:    


Andre Sokolowski - 19. Februar 2014
ID 7613
DAS VEREIN (Neuköllner Oper, 18.02.2014)
1. Fortsitzender ... Thorbjörn Björnsson
Kassenwart ... Jérôme Quéron
Protokollführerin ... Vanessa Vromans
Technische Produktionsleitung: Helmut Topp
Licht: Ben Artmann
Abendtechnik: Tobias Busch und Carola Caggiano
Bühnenbau: Helmut Topp
Kostümabteilung: Christina Kämper und Kathy Prell
Maske: Anne-Claire Meyer
Abenddienst: Regina Triebel (Leitung)
Uraufführung war am 18. Februar 2014
Weitere Termine: 19., 27., 28. 2. / 1., 2., 6. 3. 2014


Weitere Infos siehe auch: http://www.neukoellneroper.de


http://www.andre-sokolowski.de



 
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