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Feuilleton


RSB / Musikfest Berlin 7. und 9. September 2008

Strauss, Schumann, Messiaen, Bruckner...



Nikolai Lugansky war der imponierende Solist des Klavierkonzerts von Robert Schumann, das zwischen Straussens DON JUAN und ALSO SPRACH ZARATHUSTRA beim Saisonstart 2008/09 durch das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin unter Marek Janowski erklang - Foto (C) www.rsb-online.de

Rosinenpicken (41 / 42)


Die deutschen Rundfunkorchester zählen zu den besten Klangkörpern nicht nur der Republik. Je zahlungskräftiger die sie unterhaltenden Anstalten - der RBB oder der SWR zum Beispiel - sind, umso leichter wäre oder ist die Mühe, dass den Apparaten insgesamt und bestdienender Weise beizukommen wäre oder ist; letztendlich zahlt es der Gebührenzahler - - völlig wurscht, ob er sich nun für sog. klassische Musik interessieren würde oder nicht.

Vor gar nicht mal so langer Zeit gabs in Berlin 'nen Riesenaufschrei, weil Janowski türmen wollte - alles wendete sich Gott sei Dank zu seinen Gunsten, und dem RSB blieb einer der wohl vielseitigsten und weltweit gefragtesten Kapellmeister erhalten; selbstverständlich, denn Janowski könnte es sich aussuchen, wo und mit wem er musizieren will; die Liste seiner Produktionen auf CD ist nicht zu überschauen - auch: noch immer gibt es, beispielsweise, keine klügere RING-Einspielung als mit Janowski (und der Staatskapelle Dresden); und Janowski wollte plötzlich keine Opern mehr in erster Linie dirigieren, und so sattelte er auf fast nur Konzerte um...

In dieser Spielzeit - DAS WESENTLICHE IST DIE MUSIK ist übrigens sein Leib-und-Magen-Satz, mit dem das RSB andauernd wirbt - koppelt Janowski an vier Abenden je ein romantisches Klavierkonzert (Schumann, Chopin, Furtwängler, Reger) mit diversen sinfonischen Dichtungen von Richard Strauss; das ist das Thema seiner angelaufenen Saison. Der erste dieser vier Konzertabende ließ erkennen, was für Hohlgebilde Straussens komponierte Miniopern für Orchester (denn nicht mehr und auch nicht weniger sind diese Tondichtungen wert) bedeuten; und vielleicht gibt es aus diesem Strauss'schen Genre allenthalben zwei, drei Exemplare zu benennen, die des näheren und intensiveren akustischen Verfolgens wirklich würdig sind: "Till Eulenspiegels lustige Streiche", "Don Quijote" und "Der Bürger als Edelmann" - - der Rest ist Culinaria, unterhaltende Musik. / Vor allem Straussens komponierter Nietzsche-Text über den Zarathustra; ja, ein jeder kennt die allseits abgedroschene Trompetendrohung zu Beginn, man kann und wird nichts weiter hierzu sagen wollen als Okay... // Auch Lenaus schmale Don-Giovanni-Fassung diente unserm jungen Strauss allein zur Rehabilitierung seines orchestralen Rumgetümmels. /// Schumanns einziges Klavierkonzert (Lugansky war Solist) vermochte etwas ernstere Gediegenheit dem exzellent und makellos vom RSB abmusiziert habenden Abend zu verleihen; und Janowski arbeitete, Hauptverdienste seiner Interpretation, insonders jene seichten Schwachstellen besagter Werke unsers tondichtenden Strauss heraus; in dieser Art entlarvender Finesse so noch nie gehört; Respekt, Respekt!!


Olivier Messiaen hat 100. Geburtstag - auch deswegen steht er dieses Jahr im Mittelpunkt fast aller Gastkonzerte beim Musikfest Berlin... so auch durch das SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg, das unter Sylvain Cambreling am 9. September 2008 in der Berliner Philharmonie gastierte

Zu den profundesten Werkkennern Messiaens zählt der Franzose Cambreling; seit 1999 ist er Chefdirigent des SWR Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg - und bei Hänssler haben sie jetzt die Orchesterwerke (Messiaens) auf 8 CD veröffentlicht, à la bonheur!!

Und das Musikfest Berlin - das im zweiten Jahr seines Bestehens die es aufsuchenden Gastorchester aus Amsterdam, Göteborg, London, Paris usw. bat, vor allem Messiaen und Bruckner miteinander zu vergleichen (die Idee hat dahingehend einen tiefen Sinn, weil beide und erkärtermaßen erzkatholisch waren und ihr Oevre, allein daher, motiviert zu nennen ist) - lud also auch das SWR-Orchester unter Cambreling in den Sharounbau ein...

"Oiseaux exotiques" - eine der kurzen und auch späten Messiaenkompositionen - ließ besonders aufhorchen; nur Ornithologen hätten wohl die 47 (!) Vogelstimmen, die Messiaen hier aufzuzeichnen suchte, nachentziffern können. Für den Laien sind die Klänge voller unschuldigem Zauber, und er fühlt sich wie früh morgens in das Paradies hineinerwacht. Stets, fast in allen Werken Messiaens, ist das Gezwitscher und Gegacker permanent; wo Vögel sind ist Leben, und wo Menschen Vögel singen oder schreien hören, ist das Leben prall und praller: schöner als zu denken!

Bruckners Siebte - hier im Haus (Philharmonie Berlin) unzähligmal gehört - ist zu banal, als dass Erklärungen sie ungerechtfertigt erhöhten. Und selbst Cambreling wusste dem einfältigen, traumdoof schönen Opus nichts Beunruhigendes anzudichten; einfach so vom Blatt gespielt.



Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin - Konzerthaus Berlin, 7. 9. 2008:
STRAUSS, Don Juan
SCHUMANN, Klavierkonzert
STRAUSS, "Also sprach Zarathustra"
Lugansky (Klavier)
Janowski
http://www.rsb-online.de<(i>


SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg - Musikfest Berlin, 9. 9. 2008:
MESSIAEN, L’Ascension / Oiseaux exotiques
BRUCKNER, Symphonie Nr. 7
Muraro (Klavier)
Cambreling
http://www.musikfest-berlin.de



Andre Sokolowski - red. / 10. September 2008 http://www.andre-sokolowski.de
ID 00000003987

Weitere Infos siehe auch:





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