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20. April 2010, Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin

L'HEURE ESPAGNOLE



Das ist Maurice Ravel, der eigentlich Pianist werden wollte - aber wie das Leben halt so spielte, wurde er dann Komponist...

Rosinenpicken (98)

Werke von Ernest Chausson (1855-1899) und Maurice Ravel (1875-1937) standen auf einem französischen Programm des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin.

Der Eine starb bei einem Rad-, der Andere an Langzeitfolgen eines Taxiunfalls; Letzterer (Ravel) ließ sich, auch weil er daraufhin einen Tumor in sich befürchtete, den Schädel "prophylaktisch" öffnen - was ihm, trotz des unvorhandenen Tumors, nichts nützte, weil er 9 Tage darauf durch einen ganz normalen Herzschlag seinen Weg ins Jenseits angetreten war...

Chausson hatte nie Geldnot, und Ravel lebte als Dandy.

Von dem Einen hörten wir die B-Dur-Sinfonie; Chausson wollte dann auch noch eine zweite Sinfonie vollenden, schaffte es dann aber - sicher auch wegen des Radunfalles - nicht/nicht mehr. Doch so besonders ist das Werk auch wirklich nicht. Es dauert etwas über eine halbe Stunde, klingt im Ganzen irgendwie schon schön; man kann jedoch im Nachhinein nicht eine Melodie behalten, ja und außerdem ist dieses Immer-schön-Gesummse ziemlich langweilig - obgleich: das RSB (unter dem Dirigat von Julien Salemkour, der kurzfristig für den erkrankten Chef Marek Janowski eingesprungen war) legte sich wahrlich mächtig, und im Sinne des Erfinders, in das Zeug...

Das ist Julien Salemkour. Er rettete - kurzfristig beim RSB für Marek Janowski eingesprungen - das triumphale Opernkonzert mit Maurie Ravels L\'HEURE ESPAGNOLE am 20. April 2010 in der Philharmonie Berlin.
Vom Anderen erlebten wir "L'heure espagnole", eine als musikalische Komödie ausgewiesne Kurzoper. Sie sollte eigentlich halbszenisch dargebracht sein, aber durch das kurzfristige Einspringen von Julien Salemkour entschieden sich die Ausführenden justament für konzertant - was dem letztendlichen Gesamtgelingen sicher nicht entgegensprechen konnte:

In dem merkwürdig-frivolen Stück (zu deutsch: "Die spanische Stunde") gehts um Sex. Die Frau eines Uhrmachers hält sich zwei Liebhaber, die sie - immer, wenn der Gatte nicht zu Hause ist - an sich verfahren lässt. Aber die Herren taugen nichts/nichts mehr. Das kriegt die Närrische erst mit, als ihr ein dritter Mann - ein muskulöser Maultiertreiber - unvermittelt zwischen ihre Schenkel läuft, da hat sie nämlich den Vergleich. Der arme Kerl ist freilich überhaupt nicht auf so Erzfrivoles, wie es diese unbeherrscht-unausgeglich'ne Dame mag, gefasst; er kam als Kunde ihres Gatten, weiter nichts. Nach vielem Hin und Her, und auch nachdem die Nimmersatte dann die alten Liebhaber in Standuhrkästen wegsperrte, kehrt irgendwie der Gatte von der Arbeit dann zurück; und man(n) entdeckt sich insgesamt und... Friede-Freude-Eierkuchen; eine Habanera schließt das Spielchen hochpeitschender Weise und sehr artig ab.

Ruxandra Donose kann singen UND spielen, ja und aus ihrem kapitalen Busen scheint ein Aphrodisiakum auszusprühen, was die anwesenden Männer anhaltend und gut gelaunt elektrisiert; allen voran Bo Skovhus - denn er macht den leichtfüßigsten und geschmeidigsten der Eindrücke an diesem Abend. Auch Cachemaille, Mathey und Conrad ließen es nicht ein Sekündchen lang an ihrer unbedingten Frohgemutheit mangeln.

Schöner Abend - lustiger Gesang! Spitzenorchester!!


Ravels "L'HEURE ESPAGNOLE" (20.04.2010, Philharmonie Berlin)
Ernest Chausson: Symphonie B-Dur op. 20
Maurice Ravel: L'heure espagnole
Ruxandra Donose, Mezzosopran
Bo Skovhus, Bariton
Gilles Cachemaille, Bass
Andreas Conrad, Tenor
Shawn Mathey, Tenor
Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin
Dirigent: Julien Salemkour


Andre Sokolowski - red. / 15. April 2010 http://www.andre-sokolowski.de
ID 4597

Weitere Infos siehe auch: http://www.rsb-online.de





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