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15. April 2010, zeitfenster - V. Biennale Alter Musik Berlin

DIDO, KÖNIGIN VON KARTHAGO



Das soll Johann Christoph Graupner (1683-1760) sein.

Rosinenpicken (97)

Christoph Graupner (1683-1760) war der eigentliche Favorit der Stadtväter von Leipzig, als es hieß, sich einen neuen Thomaskantor zu bestellen. Graupner war es allerdings dann nicht geworden; Bach - die zweite Wahl der Stadtväter von Leipzig - wurde es; der Grund: Der alte Arbeitgeber Graupners, ein Darmstädter Landgraf, ließ den Arbeitnehmer Graupner da nicht hin. Also war es dem Graupner, abeitsrechtlich sozusagen, nicht gestattet, sich zum neuen Thomaskantor Leipzigs ausrufen zu lassen. Liest sich irre, was?!

Der Graupner jedenfalls hat Hunderte oder vielleicht gar Tausende von Werken geschrieben, kleine, große, alles drin... Er gilt als Vielschreiber. Und Graupner wollte - was für eine irrwitzige Drauf-Geschichte - alle seine Werke nach dem Tod vernichtet haben; hatte er auch letztwillmäßg so verfügt. Aber die Erben schissen auf das Testament, und gottlob blieb das ganze Oevre Graupners vollzählig erhalten.

Jörg Jacobi hatte nun - so lesen wir in seinem Interview für das sehr imposante Groß-Programmbuch "zeitfenster - V. Biennale Alter Musik" - eine Oper Graupners in den Staatsarchiven der Berliner Nationalbibliothek entdeckt und vorgeholt; hatte dann alles soweit angeguckt, analysiert, ent-fehlert usw. usf. Und justament stand eine Partitur von Graupners Oper DIDO, KÖNIGIN VON KARTHAGO zur Verfügung, die jetzt hier und heute (also jene Oper) ihre reanimisierte Uraufführung hinter sich zu bringen wusste.

Ausführende waren das Elbipolis Barockorchester Hamburg - mit besagtem Jörg Jacobi (Cembalo) - und exquisitest musizierende und singende Solisten.

Handlungsmäßig geht die Angelegenheit in eine gleiche Richtung so wie bei vergleichsbaren Geschichten und Geschichtchen; DIDO (also jene Dame, die mit dem Aeneas etwas hatte) wurde sicherlich schon hundert- oder tausendfach für Opern, Öperchen etc. pp. genutzt oder misshandelt; ja, wir sparen uns daher all das Gesummsel...

Von Kristina Gerhard stammten die sehr spärlichen und gar nicht unsympathischen Ideen einer halbwegs "sichtbarmachenden" Gesamtdarbietung dieser Oper; also durften oder sollten die Gesangssolisten gestisch und/oder auch pantomimisch sich im Sinne DIDO's hin und her bewegen. So ein Riesenholzkasten - sah aus wie ein Beherbergungsgehölz für eine Kurzstreckenrakete - sorgte dann, beim Auf- und Abwippen, für mordsmäßigen Donner- und Gewitterkrach; auch eine "Windmaschine" tat ihr Übriges...

Salomé Haller (Dido), Jutta Böhnert (Anna) oder Thomas Volle (als Achates) hoben sich vom ohnehin superben "Rest-Ensemble" ab.

Dieses Konzert wurde zurecht von Deutschlandradio Kultur live mitgeschnitten; und so gibt es also, jetzt schon, dieses Dokument zu Graupners schöner DIDO, KÖNIGIN VON KARTHAGO.


DIDO, KÖNIGIN VON KARTHAGO (15.04.2010, Konzerthaus Berlin)
Szenische Einrichtung: Kristina Gerhard
Ausführende Gesangssolisten: Salomé Haller, Jutta Böhnert, Anna Prohaska, Doerthe Maria Sandmann, Colin Balzer, Thomas Volle, Holger Falk und Nils Cooper
Elbipolis-Barockorchester Hamburg
Dirigent: Florian Heyerick
http://www.konzerthaus.de
http://www.zeitfenster.net
http://www.elbipolis.de



Andre Sokolowski - red. / 15. April 2010 www.andre-sokolowski.de
ID 4596

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