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14. / 15. März 2010, Philharmonie Essen / Konzerthaus Berlin

Beethovens Vierte / "apokryphos" von Bernard Rands



Christoph Spering ist Gründer und Leiter von Das Neue Orchester - Foto (C) www.musikforum2web.de

Rosinenpicken (90 / 91)

"Das Neue Orchester wurde 1988 von Christoph Spering gegründet und ist das erste deutsche Ensemble, das aufführungspraktische Überlegungen auch auf die Musik der Romantik anwandte. (...) Im Jahr 1990 brachte das Debüt-Konzert in der Kölner Philharmonie dem Neuen Orchester einen Schallplattenvertrag mit dem französischen Label ›OPUS 111‹ ein, dem rund zwanzig, mehrfach mit dem ›Diapason d'Or‹ ausgezeichnete Aufnahmen folgten" - liest man unter http://www.musikforum2web.de.

Es wird, übrigens, dann jedesmal und eigentlich neu resp. wieder neu zusammen gestellt; also die Instrumentalisten dort sind nicht im herkömmlichen Sinne, als Arbeitnehmer sozusagen, "angestellt"; sie arbeiten auf Honorarbasis. Der Spering kennt freilich seine Leute, mit denen er seit Jahren zusammen musiziert; ja und im Wesentlichen sind's dann doch zumeist und immer wieder Dieselben, die er sich, mitunter auch aus andern Ländern, ins Orchester holt. Alle, wie gesagt, hoch qualifizierte und aufführungspraktisch höchst erfahrene Instrumentalsolisten.

Beethovens Vierte Sinfonie stand - neben Mozarts fünftem Violinkonzert (Solist war Giuliano Carmignola) - auf dem Nachmittagsprogramm im schönen hellholzigen Saal der Essener Philharmonie. Und insbesondere der vierte Satz geriet den Ausführenden schier zu einer Art von ausbrechender Arbeitsbienenhatz im von zwei halbwüchsigen Schulrotzlöffeln attackierten Honigstock. So'n Tempo hat schon was; man kann sich dieser schwerelosen Suggestionskraft nicht entziehen.


Der Komponist Bernard Rands und der Dirigent Daniel Barenboim nach der Welturaufführung von APOKRYPHOS in Chicago 2003 - Foto (C) www.bernardrands.com

Daniel Barenboim und die Staatskapelle Berlin hatten sich - neben Schuberts "Gesang der Geister über den Wassern" sowie Beethovens 3. Klavierkonzert (Solist war Lang Lang) - APÓKRYPHOS von Bernard Rands als Hauptprogrammschwerpunkt und europäische Erstaufführung gewählt. Das ist ein epochales Stück über Exil und Einsamkeit, und es wurde bereits vor sieben Jahren in Chicago uraufgeführt; Barenboim und Angela Denoke (die auch damals den Sopranpart bot) waren sonach mit ihm aufs Beste und aufs Innigste vertraut. Es ist auch ein chorsinfonisches Werk (es sang der Chor der Deutschen Staatsoper Berlin), Dauer ca. 50 Minuten, ist durchkomponiert und besteht aus 14 Teilen, abwechselnd aus deutsch gesungenen Gedichtzeilen von Heine, Lasker-Schüler, Werfel, Sachs, Celan sowie englisch gesungenen Zitaten aus den sog. Apokryphen (also aus den für die Bibel "verbotenen" Büchern Tobit, Judith, Sirach, Baruch, Salomon).

Die Faszination des Dargebotenen ergab sich sicherlich dann auch aus einem sowohl leserischen wie auch emotionalen Nachvollziehen der vom Komponisten ausgewählten Texte jüdischer Autoren. Und es konnte überhaupt nicht anders sein, als seinen Atem anzuhalten... nicht zuletzt weil/wie Denoke es verstanden hatte, insgesamt dann - Publikum wie auch Chor und Orchester - in den Bann zu ziehen; und sie ist und bleibt wohl eine Güteklasse allerersten Grades!!

Exorbitant.


Philharmonie Essen (14.03.2010)
Mozart: Konzert Nr. 5 A-Dur für Violine und Orchester, KV 219
Beethoven: Sinfonie Nr. 4 B-Dur, op. 60
Giuliano Carmignola, Violine
Das Neue Orchester
Dirigent: Christoph Spering
http://www.musikforum2web.de


Konzerthaus Berlin (15.03.2010)
Schubert: »Gesang der Geister über den Wassern« D 714
Beethoven: Klavierkonzert Nr. 3 c-Moll op. 37
Bernard Rands: »apokryphos« für Sopran, Chor und Orchester
(Europäische Erstaufführung)
Lang Lang, Klavier
Angela Denoke, Sopran
Chor der Deutschen Staatsoper Berlin
(Choreinstudierung: Eberhard Friedrich)
Staatskapelle Berlin
Dirigent: Daniel Barenboim
http://www.staatskapelle-berlin.de


Andre Sokolowski - red. / 16. März 2010 http://www.andre-sokolowski.de
ID 4578

Weitere Infos siehe auch:





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