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Rosinenpicken (270 | 271)

11. / 13. November 2013 - Staatskapelle Berlin

III. ABONNEMENTKONZERT / BENEFIZKONZERT

Guy Braunstein (Violine) / Lang Lang (Klavier)


Das ist Guy Braunstein | Bildquelle http://www.staatsoper-berlin.de



Zwölf Jahre war Guy Braunstein einer der Konzertmeister von den Berliner Philharmonikern, die ihn im Jahr 2000 als den damals jüngsten Geiger aller Zeiten auf den Posten hieften. Mit dem Ende der vergangenen Konzertsaison trat er von seinem Amt zurück, um fortan (wieder) mehr solistisch unterwegs zu sein; er galt ja schon zuvor als eines von den hoffnungsvollsten und interessantesten Talente seines geigerischen Umfelds; oft war er auch - neben seinem Job bei den Berliner Philharmonikern - mit Daniel Barenboim, der ihn schon länger kannte und auch künstlerisch hoffierte, musizierend wahrgenommen worden. Nunmehr hatte er das Mendelssohn'sche Violinkonzert - im selben Saal, wo er die vielen Jahre nun am Ersten Geigenpult gesessen hatte - als Solist gespielt! Der "Übergang" vom Gruppenmensch zum Individualstar fällt ihm noch nicht leicht, das spüren seine Hörer, falls sie sehen können, deutlich. Mit dem dritten Satz dann, endlich, schienen diese "Übergangskomplexe" plötzlich fast wie weggefegt. Die Leute dankten's ihm - - und Braunstein spielte eine Zugabe für sie; ein Stück Fritz Kreislers.

Komponist Jörg Widmann (anwesend) schrieb einen Sinfonischen Hymnos nach Schiller - Teufel Amor heißt das anspruchsvoll-komplexe Stück. Die Staatskapelle Berlin ließ es sehr spannungsreich in die Entwicklung gehen und im Nachhinein derb-ungeduldig auf uns niederprasseln; "Grundaussagen" - so viel war uns auch bereits schon durch den sinnstiftenden Schillertitel klar geworden - könnten wohl gewesen sein: Das Gute & das Böse, Hell & Dunkel, Liebe/Hass, Warm/Kalt, HochTief, GroßKlein etc. pp. / Jaja, ALLES MUSS SEIN oder: "Wat mutt, dat mutt!"




Das ist Jörg Widmann | Bildquelle http://www.schott-musik.de



Flötistin Claudia Stein riss nicht nur Barenboim (der sie hiernach dann kräftig herzen tat) zu überschwänglichen Begeisterungsattacken hin - sie war dann allerdings mit ihrem zauberhaften Solo "bloß" der Anlass für die große warme Welle, welche nach der Darbietung von Ravels 2. Suite Daphnis et Chloë, mit der der überlange Sinfonieabend beschlossen wurde, durch den Saal gewogt war...


* * *


Ähnlich ausgewogen (= Zustimmungsrate) ging es dann zwei Tage später anlässlich des großen Benefiz-Auftritts von Star-Klavierspieler Lang Lang zu. Dieser Megastar war ja schon oft hier in Berlin (und auch mit Barenboim) am Flügel zu bestaunen; dass er jetzt für einen guten Zweck, "zugunsten der Sanierung der Staatsoper Unter den Linden", vorspielte, machte sich für dieses Ausnahmekonzert mit Benefiz-Preisen bis zu 220 Euro angepasster Weise gut - für ähnlich teures Geld kann man ihn übrigens dann auch beim traditionellen Silvesterkonzert mit den Berliner Philharmonikern in Bälde buchen; es wird dreimal wiederholt werden, wen's also hiernach drängte: Nichts wie hin!!

Lang Lang versuchte sich an Mozarts KV 491 - extrem langatmig will sagen extrem langweilig; von wegen leicht und luftig wie man so "normaler Weise" Mozart spielt. Nichts da!

Doch nach der Pause - mit Rachmaninows 2. Klavierkonzert - wendete sich das Blatt zugunsten des gastiert habenden Mega-Topp-Stars. Was er da (und wie!!!) mit ganzer Wucht und voller Manneskraft und zärtlich-bitterem Gefühl so aus den Tasten holte, war schon hörenswert. Die Staatskapelle stand dem Allen überhaupt nicht nach, nein - beide resp. alle drei (auch Barenboim als Dirigent) heizten sich gegenseitig an, ja und zudem blieb Alles transparent und übersichtlich.

Großer Jubel hinterher.




Das ist Lang Lang | Foto (C) Peter Hönnemann/Sony Classical



Bewertung:    


a. so. - 14. November 2013
ID 7365
III. ABONNEMENTKONZERT (Philharmonie Berlin, 11.11.2013)
Weber: Ouvertüre zu Der Freischütz
Mendelssohn-Bartholdy: Violinkonzert e-Moll op. 64
Jörg Widmann: Teufel Amor (Berliner Erstaufführung)
[Uraufführung im Wiener Konzerthaus war am 13. April 2012]
Ravel: Daphnis et Chloë (Suite No. 2)
Guy Braunstein, Violine
Staatskapelle Berlin
Dirigent: Daniel Barenboim

BENEFIZKONZERT (Philharmonie Berlin, 13.11.2013)
Schubert: Sinfonie in h-Moll D 759 Unvollendete
Mozart: Klavierkonzert c-Moll KV 491
Rachmaninow: Klavierkonzert Nr. 2 c-Moll op. 18
Lang Lang, Klavier
Staatskapelle Berlin
Dirigent: Daniel Barenboim


Weitere Infos siehe auch: http://www.staatskapelle-berlin.de


http://www.andre-sokolowski.de



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