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22. Juni 2012, Uraufführungen im Werner-Otto-Saal des Konzerthauses Berlin

KAFKASKOP

5 Musiktheater-Miniaturen frei nach Franz Kafkas BRIEF AN DEN VATER


Cover von Kafkaskop als Koproduktion des Konzerthauses Berlin mit dem Klangnetz e. V. - Foto (C) http://klangnetz.org


Jakob Spindler scheint Franz Kafka irgendwie verwandt

Fünf junge Leute machten sich Gedanken über Kafkas legendären Brief an den Vater.

Jener (legendäre Brief) gilt bei den Psychoanalytikern bis heute als ihr Hauptfutter, um sich im komplizierten Künstler- als wie Menschenwesen des wohl größten schreiberischen Außenseiters aller Zeiten irgendwie zurecht zu finden; selbstverständlich klappt(e) das auch "hier" nur ungenügend oder überhaupt nicht. Kafka lässt sich psychoanalytisch nicht bezwingen - dabei ist es eigentlich ein Kinderleichtes, wenn man in die meisten seiner Prosatexte schaut und sie, aufs Psychoanalytische hinaus, "betrachtet", eine Art von Grundpsychose des Betroff'nen sozusagen (kinderleicht) herauszulesen = Kafka hatte Angst vor sich, der Welt und überhaupt vor allem Körperlichen; Sexualität, zum Beispiel, bei ihm anzunehmen oder gar vorauszusetzen: Fehlanzeige. Nein, da war wohl nix...

Sebastian Elikowski-Winkler, Laura Mello, Arne Sanders, Tom Rojo Poller, Sarah Nemtsov waren die besagten Fünf, die ihrerseits jetzt ihre (voneinander unabhängig) vorgestellten Diskussionsbeiträge zu dem ausgewählten Thema - unter dem "Gemeinschaftstitel" KAFKASKOP - im Werner-Otto-Saal darbieten ließen. Musiktheater-Miniaturen nannten sie ihre je ca. 15minütigen Kompositionen; und die jeweiligen Titel (s. u.) lesen sich dann schon sehr vielversprechend wichtig und interessant...

Wenn allerdings dann Jakob Spindler, der das eine oder andere Zitat aus Kafkas Vater-Brief in imposanter Positur - man meinte stellenweise, eine Art von Eins-zu-eins-Abbild des literarisch-musikalisch Vorgeführten aufgezeigt gekriegt zu haben - nachspielte, nicht anwesend gewesen wäre, hätte sich das Publikum womöglich nicht 90 Minuten lang auf seinen Sitzen halten lassen; nein, denn so ergiebig war der musikalische Hinzuertrag dann auch nicht.

Und vielleicht tat man den jungen Leuten keinerlei Gefallen damit, dass sie ihre Kurzwerke einem Gemeinwesen (sein KAFKASKOP als Franzdach) zur Verfügung stellen sollten oder mussten und somit natürlich a priori ihre Individualitäten einer Ausfransung gewissermaßen opferten - so jedenfalls kam's bei mir an...

Diese gemütsbeengende sowie familienterroristisch anmutende Grundstimmung (bei Kafka's) strahlte nicht nur von den pausenlos, doch klug bebilderten Breit-Video-Wänden zu uns Sehenden und Hörenden herüber - auch in der Kostüm- und Requisitenwahl war Atmosphäre allenthalben da.

Wir waren uns mit Kafka letztlich einig: Eine Eheperspektive ist für einen kreativen Künstler eine glänzende Gefahr.

Im Vater-Brief geht es auch hierum.




Das ist Hermann Kafka (1852-1931), das von seinem weltberühmten Sohn Franz Kafka (Brief an den Vater) weltberühmt gemachte Zeugertier


a. so. - 23. Juni 2012
ID 6051
KAFKASKOP (Konzerthaus Berlin, 22.06.2012)
Kompositionen von Sebastian Elikowski-Winkler (das folgende wird dem nicht widersprechen), Laura Mello (Kafkeywordeska), Arne Sanders (Fragment über L.), Tom Rojo Poller (Über-Schreib-Maschine) und Sarah Nemtsov (Briefe. Zyklus. Schichtung)
Regie / Projektleitung: Lotte Greschik
Dramaturgie: Mauricio Veloso
Szenografie / Live-Video: Nicolas Wiese und Stefan Rosinski
Kostüme: Marianne Heide
Ton: Johannes Göpelt
Licht: Frank Brösa / Detlef Flex
Idee und Konzeption: Sarah Nemtsov und Lotte Greschik
Ausführende:
Susanne Fröhlich (Blockflöte)
Petteri Pittko (Cembalo)
Matthias Engler (Schlagzeug)
Seth Josel (E-Gitarre)
Claudia van Hasselt (Mezzosopran)
Jakob Spindler (Schauspieler)
Uraufführungen im Werner-Otto-Saal waren am 22. Juni 2012
Weitere Termine: 23./24. 6. 2012
Eine Kooperation von Klangnetz e. V. mit dem Konzerthaus Berlin


Weitere Infos siehe auch: http://www.konzerthaus.de/


http://www.andre-sokolowski.de



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