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Premierenkritik


1. November 2013 - Premiere an der Oper Bonn

DIDO AND AENEAS

von Henry Purcell


Plakatmotiv zu Dido and Aeneas an der Oper Bonn | Bildquelle http://www.theater-bonn.de



Ein kunterbunter Theaterreigen

Sehr englisch geht es zu bei Dido and Aeneas im Alten Malersaal der Oper Bonn. Draußen steht ein Beefeater, die englische Flagge in der Hand, ein Plakat lädt zur Aufführung in ein englisches Theater. Regisseur Mark Daniel Hirsch hat sich eine nette Rahmenhandlung rund um Purcells Oper ausgedacht. Königin Mary II. empfängt den ungarischen Botschafter. Ob das der Grund dafür ist, dass Aeneas bei seinem ersten Auftritt ein ungarisches Volkslied zur Gitarre singt? Durchschlagenden Erfolg hat er damit jedenfalls und das Herz von Dido, der Königin von Karthago, im Sturm erobert. Lange währt die Idylle zwischen den beiden jedoch nicht. Eine böse Hexe gönnt Dido und Aeneas das gemeinsame Glück nicht, schickt ein Unwetter und einen Boten. Der erteilt Aeneas den Auftrag, Karthago zu verlassen. Aeneas verlässt Dido, die sich entscheidet zu sterben.

So kurzweilig rafft das Regieteam an der Oper Bonn Purcells bekannte Oper zusammen und verzichtet dennoch nicht auf Didos berühmte Klage kurz vor ihrem Tod. Die Aufführung zeichnet sich vor allem in zweierlei Hinsicht aus: Mitglieder von Concerto Köln, einem der renommiertesten Spezialensembles, haben die Oper mit dem Jugendbarockorchester Rheinland (Altersgruppe 13 bis 17 Jahren) einstudiert und unterstützen sie auch bei den Aufführungen. Auf der gesanglichen Ebene findet ebenfalls einen Zusammenarbeit statt: Sänger und Sängerinnen der Oper Bonn stehen gemeinsam mit Schülerinnen und Schüler des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums Bonn auf der Bühne, die die Chorpassagen übernehmen.

Hier wird mit sehr viel Einsatz, Spielfreude und Herzblut musiziert und gespielt. Regisseur Mark Daniel Hirsch schafft es, die Mengen an Beteiligten stets gut zu arrangieren. Auf- und Abtritte gehen schnell und reibungslos über die Bühne. Zudem wimmelt die Aufführung von netten Ideen: So ist Didos Gefährtin Belinda zugleich eine Art Impresario und hält immer wieder Kontakt zum ungarischen Botschafter, der sich das Geschehen aus der ersten Reihe ansieht. Vielleicht ist Belinda auch Purcell selbst, der während der Zeit von Königin Mary II. gelebt und gewirkt hat. Das Purcell-Porträt am linken Portal ist jedenfalls deutlich Belinda bzw. ihrer Darstellerin Nikola Hillebrand nachempfunden. Charmant auch, wie ein kleiner Amor immer wieder über die Bühne läuft und alle Frauen mit seinem Pfeil zu treffen versucht.

Auch das Setting der Aufführung kann sich sehen lassen: wunderschön die historischen Kostüme von Carla Friedrich. Auch für die Bühne zeichnet sie verantwortlich. Diese besteht im Wesentlichen aus drei hintereinander gesetzten Rahmen und einem verschiebbaren Podest. Das Orchester ist hinter einer Gaze hinten auf der Bühne platziert und so während der Aufführung immer optisch präsent – einfach, aber wirkungsvoll. Ein Lob auch für die effektvolle Lichtgestaltung (Sirko Lamprecht), die auf der kleinen Bühne des Alten Malersaals ganz verschiedene Welten entstehen lässt.

Fazit: eine sehr unterhaltsame und sinnesfrohe Veranstaltung mit zahlreichen Mitwirkenden, die sich am Ende zu Recht begeistert feiern ließen.



Bewertung:    


Karoline Bendig - 2. November 2013
ID 7316
DIDO AND AENEAS (Alter Malersaal, 01.11.2013)
Musikalische Leitung/Einstudierung: Thomas Wise
Inszenierung: Mark Daniel Hirsch
Bühnenbild und Kostüme: Carla Friedrich
Licht: Sirko Lamprecht
Choreographie: Bärbel Stenzenberger
Inspizienz: Tilla Foljanty
Mit: Kathrin Leidig (Dido), Tamás Tarjányi (Aeneas/First Sailor), Nikola Hillebrand (Belinda), Stefanie Wüst (Second Woman/First Witch), Anjara I. Bartz (Sorceress/Spirit) und Charlotte Quadt (Second Witch)
Dido-Chor am Ernst-Moritz-Arndt Gymnasium der Stadt Bonn [Einstudierung: Thomas Busch]
Jugendbarockorchester Rheinland - Concerto Köln
[Einstudierung: Sylvie Kraus, Werner Matzka]
Orchester Coaching: Antje Engel (Violine), Aino Hildebrandt (Viola), Werner Matzke (Cello)
Premiere war am 1. November 2013
Weitere Termine: 3., 4., 7., 11., 14. 11. 2013
Kooperation mit Concerto Köln und Barock in Bonn e.V.


Weitere Infos siehe auch: http://www.theater-bonn.de


Post an Karoline Bendig



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