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Wagner, Wagner und kein Ende... (200. Geburtstag)


Symbolschwangere Inszenierung von Tristan und Isolde im Opernloft Hamburg



Tristan und Isolde am Opernloft Hamburg - Foto (C) Silke Heyer




In gut und gerne fünf Stunden Schwermut hüllt Wagners Originalfassung von Tristan und Isolde den Opernbesucher. Das Opernloft Hamburg reduziert seine Version auf 90 Minuten und präsentiert im Wagner-Jahr 2013 eine der schwierigsten und schönsten Kompositionen der Operngeschichte. Für die Inszenierung von Inken Rahardt und Susann Oberacker braucht es Klavier, Akkordeon, Horn und Oboe sowie zwei Darsteller: Anne Funck Hansen und Lemuel Cuento als Anne und Lemuel, die abwechselnd aus eigener und aus Sicht des Dramapaares Tristan und Isolde erzählen und sich in dessen Schicksal einfinden.

Dabei wird an Symbolik nicht gespart. Die T-Shirts der beiden Sänger zieren je eine Hälfte ihres gebrochenen Herzens, das nur vereint werden kann durch die direkte Nähe zueinander. Zwei große Baugerüst-Türme bilden die Unmöglichkeit der Liebe von Tristan und Isolde ab. Denn Isolde ist bereits einem anderen Mann versprochen. Auf einer überdimensionalen Tafel, die gleichzeitig Bühne ist und die beiden Türme voneinander trennt, halten beide mit Kreidezeichnungen ihre Gedanken, Gefühle und verbotenen Wünsche fest.

Unversehens wird der mehr als 150 Jahre alte Stoff ganz aktuell, wenn Tristan und Isolde anfangen, von ihren Türmen aus online zu gehen und miteinander zu chatten. Zaghaft gestehen sie sich so ihre Liebe zueinander ein, erliegen anschließend live dem wilden Feuer ihrer Leidenschaft und müssen doch erkennen: Die Trennung und Unmöglichkeit ihrer Liebe können sie auch trotz hinreißender Duette, in denen beide ihre Liebe zu einander beteuern, nicht überwinden.

Letztlich halten Anne und Lemuel fest, dass Tristan und Isolde eine Liebe wollen, die unsterblich ist. Das tragische Liebespaar will keinen Alltag, keine Routine, „nicht voreinander furzen“, wie Anne erklärt. Nur im Tod scheinen sie der Unendlichkeit ihrer Liebe gerecht werden zu können. Der scheint unvermeidbar. Wie sie um ihr Leben kommen, ist dabei „ganz egal“. Und auch obwohl wir Zuschauer doch immer auf ein gutes Ende hoffen, Tristan blutet, stirbt und Isolde folgt ihm in die ewige Liebe nach.

Zum Ende der Inszenierung setzen sich Anne und Lemuel quicklebendig auf, verabreden sich auf einen Kaffee und verlassen den Saal fröhlich Arm in Arm. Ein gelungener Streich, um das Publikum aus Wagners rührendem und melancholischem Drama abzuholen. Und eine alles in allem angenehm unkonventionelle und doch tiefgründige Darbietung.




Tristan und Isolde am Opernloft Hamburg - Foto (C) Silke Heyer




Bewertung:



Wencke Nottmeyer - 2. Juni 2013
ID 6807
TRISTAN UND ISOLDE (Opernloft Hamburg, 31.05.2013)
Musikalische Leitung: Markus Bruker
Regie und Ausstattung: Inken Rahardt
Dramaturgie: Susann Oberacker
Besetzung: Anne Funck Hansen und Lemuel Cuento
Premiere war am 25. April 2013
Weitere Termine: 6. 6. / 4. 7. / 30. 8. / 20. 9. 2013


Weitere Infos siehe auch: http://www.opernloft.de/


Post an Wencke Nottmeyer



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