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Dorothea Röschmann (die wir vor zwei Jahren letztmals live [im Lohengrin] erlebten) hatte uns und Daniel Barenboim beim Darbieten der Liszt-Lieder verzaubert und verzückt...





...ja und obwohl auch Jonas Kaufmann (der für den erkrankten Thomas Quasthoff, nach der Pause, eingesprungen war) mit seiner Sicht auf Liszt verblüffte, war wohl SIE das unbestritten-absolute Highlight dieses exklusiven Prominententreffs unter dem Logo BARENBOIM-ZYKLUS I in der ausverkauften Staatsoper im Schiller Theater!

Wir erlebten Dorothea Röschmann - wie schon in der Überschrift erwähnt - zuletzt in Wagners Lohengrin; 2009 sang sie da an der Seite des phänomenalen Klaus Florian Vogt die Elsa, was ein echter "Fachwechsel" für sie bedeutete. Und wer sie je als Almaviva-Gräfin hörte/sah, würde sich kaum mehr eine Andere als sie in dieser Rolle vorzustellen wagen; aber alles nur so Beispiele um sie... Jetzt hatte sie sich in der letzten Zeit ein bisschen rar gemacht, was nicht bedeutet, dass sie dann nicht, außer in Berlin, woanders weiterhin Triumphe feierte. Sie kommt ja eigentlich, wenn man es ganz vereinfacht nimmt, aus der Alten Musik. Ja und in puncto Bach machte ihr lange Zeit wohl Keine(r) etwas vor. Dass alles Das dem Liedgesang - einer echten Spezialität von ihr - zugute kam und kommt, bewies sie eben jetzt und gestern Abend:

Liszt, welchem der Liederabend galt, ist im Bewusstsein seines Publikums vielleicht dann mehr als Schöpfer des (bekannterweise von den Nazis als Vorspann-Musik zur UFA-Wochenschau missbrauchten) Les Preludes präsent. Vielleicht auch noch durch seine schönen Albumblätter unterm Sammeltitel Liebesträume. Viel, viel weniger kennt man ihn freilich durch sein in die Zukunft weisendes Gesamt-Orchesterwerk, durch seine zwei Klavierkonzerte [jüngst von Barenboim/Boulez und Staatskapelle als Berliner Live-Mitschnitt auf Platte produziert], durch seine Orgelstücke, durch die beiden Riesen-Oratorien um die Heilige Elisabeth oder den Jesus Christus... Doch am allerwenigsten würde man Liszt, den diesjährigen Jubilar (* 1811), mit Kunstliedern je in Verbindung bringen wollen. Diese existieren allerdings, und nicht zu spärlich! Daniel Barenboim - der sich für Liszt jetzt mächtig in das Zeug gelegt hatte; und nächste Woche endet diese kleine Ausgrabungen-Reihe mit dem 13. Psalm sowie der Faust-Sinfonie - fischte ein paar der Kleinode für "seine" beiden Sängerstars heraus...

Um auf die Sopranistin noch einmal zurück zu kommen: Dorothea Röschmann sang dann also durchweg "unbekannte" Werke. Die drei eingangs präsentierten Lieder nach dem Dichter Victor Hugo (angeblich aus der Frühwerk-Phase Liszts) erstaunten schon als solche. Frühwerk? Für ein Frühwerk nahmen sie sich ziemlich reif oder "erwachsen" aus. Man spürt, schon hier, dieses zur Welt schreiende Sendungsbewusstsein Liszt; auf jeden Fall. Und auch die folgenden, auf Deutsch gesungenen, fünf Lieder weisen ihren Komponisten mehr als den Dramatiker aus. Ja und Röschmanns Stimme sowie Artikulation - sie ist tatsächlich in den beiden Jahren, wo wir sie dann nicht mehr live erlebten, über sich hinausgewachsen - kommt dem überbordenden Liszt-Liedgut sehr entgegen.

Und auch Daniel Barenboim, der sie begleitete, war sichtlich hocherfreut, mit ihr dann endlich wieder etwas künstlerisch gemacht zu haben! Wäre es nicht an der Zeit, sie sich in Bälde als Isolde vorzustellen?


Andre Sokolowski - 8. Oktober 2011
ID 00000005420
BARENBOIM-ZYKLUS I (Staatsoper im Schiller Theater, 07.10.2011)
Franz Liszt:
»Enfant,«i j'étais roi«
»Comment, disaient-ils«
»Oh! quand je dors«

auf Texte von Victor Hugo
»Ich möchte hingehn«
auf einen Text von Georg Herwegh
»Der du von Himmel bist«
»Freudvoll und leidvoll«
»Über allen Gipfeln ist Ruh«

auf Texte von Johann Wolfgang von Goethe
»Die Loreley«
auf einen Text von Heinrich Heine
Dorothea Röschmann, Sopran
Daniel Barenboim, Klavier
(Auch Jonas Kaufmann sang - nach der Pause - Lieder von Franz Liszt. Hierüber später mehr...)


Siehe auch:
http://www.staatsoper-berlin.de





 

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