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Feuilleton

Andris Nelsons schwitzt am Pult der Staatskapelle Berlin - er schuftet einmal Birtwistle und zweimal Beethoven





Die Staatskapelle Berlin, aus der für diese Spielzeit Daniel Barenboim ein unaufhörlich Bruckner musizierendes Orchester machte, kann natürlich auch sehr gut in Sachen Beethoven - mit ihrem Chef nahm sie vor Jahren alle Sinfonien und paar Ouvertüren als CD auf...

Andris Nelsons - mittlerweile allerorts gefragt sowie geliebt - kann es sich also aussuchen, bei wem er dirigiert. Jetzt hat er sich mal wieder aufs Berliner Staatsopernorchester kapriziert, mit dem er unlängst eine Serie Madame Butterfly zum Besten gab sowie noch Zeit für zwei Konzerte fand - wir waren gestern Abend live beim zweiten dieser zwei zugegen:

Für den Mittelteil verordnete er uns Musik des mittlerweile 78jährigen Harrison Birtwistle, von dem wir dessen halbstündige Antiphonies über uns ergehen lassen wollten oder mussten; je nachdem. Das ist dann schon ein krasses Beispiel aus der seriellen Werkeküche. Nichts geht hier unter die Haut, nichts will uns irgendwie berühren - doch sattdessen werden wir zutiefst beeindruckt von dem unter permanentem Volldampf stehenden Orchesterapparat mit obligater Tastenwucht von Seiten des Klaviers (Solist war Pierre-Laurent Aimard); na immerhin. Verschmitzt ist man versucht, hinter den "wahren" Minen der Orchestermusiker auch nur die kleinste Sensibilität oder versteckteste Erregung pro bzw. contra diese Angelegenheit (Birtwistle, Antiphonies) aufs Entlarverischste zu erhaschen - aber nichts dergleichen. Da sind absolute Profis, die sich weder in die Karten gucken noch die Masken fallen lassen würden; und so bleibt - für uns als zuschauende Hörer - allenthalben der satirerische Schluss, dass ein Orchestermusiker zum Einen richtig zählen und zum Anderen sich möglichst nicht verspielen sollte...

Bei den beiden Beethoven's (am Anfang und am Schluss) war das schon völlig anders!! Nelsons' Sichtweise scheint hier in kein "erneutes" Neuland vorzustoßen. Vielmehr hat sie sehr mit großer Oper - mit Fidelio sowieso - zu tun. Er setzt gewaltige Akzente; er beginnt in außerordentlich belastender Gebärde, so als wollte er die Egmont-Ouvertüre erst einmal, ehe es richtig mit ihr weitergeht, entschlammen. Hier, wie auch in der Eroica, führt er uns ein tolles Wechselbad zwischen den leisesten und lautesten Verlautbarungen vor. Das Alles kann er mittels eines bloßen Fingerzeigs. Mitunter steht er sogar plötzlich paar Sekunden da und macht fast überhaupt nichts - und die Staatskapelle äugt ihm jede noch so kleinste Geste ab; nein, ihr entgeht da nix... Die Beiden passen und ergänzen sich!!

Grandioser Abend.

a. so. - 16. Mai 2012
ID 00000005953
STAATSKAPELLE BERLIN (Philharmonie, 15.05.2012)
Ludwig van Beethoven: Egmont-Ouvertüre f-Moll op. 84
Harrison Birtwistle: Antiphonies für Klavier und Orchester
Ludwig van Beethoven: Symphonie Nr. 3 Es-Dur op. 55 Eroica
Pierre-Laurent Aimard, Klavier
Staatskapelle Berlin
Dirigent: Andris Nelsons



Siehe auch:
http://www.staatskapelle-berlin.de


http://www.andre-sokolowski.de



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