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Yefim Bronfman spielte mit der Staatskapelle Berlin (Dirigent: Daniel Barenboim) das 2. Klavierkonzert von Béla Bartók

Außerdem: Tschaikowskis »Symphonie pathétique«




Die Staatskapelle Berlin geht nächste Woche auf Tournee und macht in Wien und in Paris Station. Und Daniel Barenboim hat sich für sie und Yefim Bronfman (dem Klaviersolisten dieser Tour) Bartóks Klavierkonzerte und die Sinfonien Nr. 4, 5, 6 Tschaikowskis ausgesucht; es wird also an jedem der Konzertabende einen Bartók und einen Tschaikowski geben...

Nunmehr haben sie sich in Berlin (Konzerthaus und Philharmonie) für diesen Ausflug sozusagen kurz mal eingespielt; und wir erlebten (heute!) eine über sich hinaus wachsende Staatskapelle als auch einen vor Entfesselungs- und Konzentrierungskünsten nur so strotzenden Mann am Klavier (= Bronfman) und/inkl. Barenboim - summa summarum: Die Befindlichkeiten von Orchester, Gastsolist und Dirigent scheinen (nein: sind!!) - nicht nur im Hinblick auf die Wien-Paris-Tour - ausgewogener denn je!!!

Vom guten Barenboim kennen wir ja, seit Jahren und Jahrzehnten, diesen Hang zum Zyklischen, also dass er sich dann in konzeptioneller Absicht und aufführungswirklicher Geballtheit schwerpunktmäßig einen "Namen" wählt und diesen dann für sich (und mit und/oder ohne Staatskapelle) abarbeitet und sich mit und an ihm fortentwickelt - das ist seine Art, dem Leben und der Kunst mit Spaß und voller Ernst die Stirn zu bieten; ja und derart tut er nicht nur sich, sondern natürlich auch die Anderen um ihn herum (die Staatskapelle beispielsweise und/oder das Publikum) bereichern und beglücken:

Der Tschaikowski-Trip von ihm geht nun schon etwas länger, also in der konzentrierten Phase, und vielleicht seit der Pique Dame (und mit Domingo), ja und spätestens seit dem Onegin (und mit Villazon)verstärkter Maßen noch. Zuletzt hatte er Schwanensee an Mailands Scala dirigiert; und jetzt dann wieder - wie erwähnt - diese drei letzten Sinfonien von Tschaikowski... / Dessen "Pathetique" erlebten wir dann jetzt als demaskierend quälerischen Aufschrei eines wie auf einer Newa-Eisscholle vorbei treibenden Quasileichnams; Barenboim bereitet diesen nebulösen Schluss der Sechsten ungewöhnlich gleißend und brutal im dritten Satz von ihr (Allegro molto vivace) vor - so zwingend in der Darstellung, dass man als Hörer schier um den Verlust des eigenen Verstandes fürchten wollte, und weswegen es auch nach ihm [Scheiß auf Etikette!] einen ungewollten Zwischenapplaus gab: zurecht!!

Diese "Symphonie pathétique" wirft dich schon, nachdem du sie (und so wie dieses Mal!!) gehört/erlebt hast, auf dein Krümelmenschendasein druckwellig zurück.

Wie gut, wie schön.


Andre Sokolowski - 26. Januar 2011
ID 5024
STAATSKAPELLE BERLIN (Philharmonie, 25.01.2011)
Bartók: Klavierkonzert Nr. 2
Tschaikowski: Sinfonie Nr. 6 h-Moll op. 74
»Symphonie pathétique«
Yefim Bonfman, Klavier
Staatskapelle Berlin
Dirigent: Daniel Barenboim


http://www.staatskapelle-berlin.de


www.andre-sokolowski.de



 
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