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Konzertkritik


Bernhard Hartog (Violine) spielt "zum Abschied" Ives und Bartók - Kent Nagano und das DSO machen die Alpensinfonie von Strauss schön transparent





Bernhard Hartog sowie Kent Nagano (beide sind dem Deutschen Symphonie-Orchester stark verbunden; Hartog war dort seit 1980 der Erste Konzertmeister, Nagano leitete es von 2000 bis 2006) hatten den umfänglichen Abend (Werke s.u.) gleichsam und zu gleichen Teilen konzipiert:

Das filmmusikreife und nicht viel mehr als 10 Minuten währende At the River von dem 1950 geborenen Hannoveraner Komponisten Anton Plate (zur Entgegennahme des Schlussbeifalls persönlich anwesend) war seiner Zeit von Ingo Metzmacher (den man dann auch, quasi als Publikum "verkleidet", als persönlich anwesend entdecken konnte) für eines seiner spektakulären Hamburger Silvesterkonzerte in Auftrag gegeben worden. Ist sehr voluminöse orchestriert und - - klang nicht schlecht.

Plate hatte sich dem Vernehmen nach wohl auch nicht unoft mit Charles Ives beschäftigt. Als Ergebnis dessen wurde von ihm Ives' Largo für Violine und Orchester bearbeitet - das hat eine Spieldauer von ca. 6 Minuten; Bernhard Hartog übernahm den Solopart.

Danach das erste Violinkonzert von Béla Bartók, was nun wiederum eine skurril-unglaubliche Geschichte in sich barg: Der Bartók hatte nämlich mal eine Affäre mit einer zur Entstehungszeit (in den Jahren 1907/08) sehr jungen und schon sehr berühmten Geigerin; die hieß Steffi Geyer. Ja und als die Liaison zwischen den Beiden nach und nach dann abfrischte, "verlangte" Geyer, dass der Bartók das für sie bestimmte (und durch sie NIE aufgeführte) Violinkonzert ihr quasi und "für immer" überlässt o.s.ä. - Bartók schien sich darauf einzulassen, und so lag die schmerzensreiche Partitur im Schreibtischkasten von der guten Steffi... Erst im Jahre 1958 wurde es, auf Initiative von Paul Sacher (der die Steffi scheinbar kannte), unter seinem Dirigat und mit dem Geiger Hansheinz Schneeberger, in Basel erstmals aufgeführt. Was es so Alles gibt! / Hartog spielte es so, dass man den Eindruck einer irgendwie vollzogenen Entschmerzung jenes (schmerzensreichen) Werkes übermittelt kriegte. Gar nicht mal so schlecht gedacht.

Die über alle Maßen kindisch gemeinte und illustrativ überstrapazierte Alpensinfonie von Richard Strauss hatte durch Kent Naganos Sicht und Interpretation vor allem eine sehr entschlackende, um nicht zu sagen sehr entbreiende Zu-uns-Gereichtheit; und das DSO tat sie fast "filigran" und unbedingter Maßen transparent im Musikantischen geschehen. Kam uns sehr entgegen.

Anhaltender Jubel, insbesondere für den sich im Sommer 2014 in den Ruhestand verabschiedenden Bernhard Hartog!



Das ist Bernhard Hartog, der Erste Konzertmeister des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin | Foto (C) DSO - Bildquelle http://www.dso-berlin.deb



Bewertung:    

Andre Sokolowski - 23. Oktober 2013
ID 7294
DEUTSCHES SYMPHONIE-ORCHESTER BERLIN (Philharmonie Berlin, 22.10.2013)
Anton Plate: At the River
Charles Ives: Largo für Violine und Orchester (bearb. von Anton Plate)
Béla Bartók: Violinkonzert Nr. 1 op. posth.
Richard Strauss: Eine Alpensymphonie
Bernhard Hartog, Violine
Deutsches Symphonie-Orchester Berlin
Dirigent: Kent Nagano


Weitere Infos siehe auch: http://www.dso-berlin.de


http://www.andre-sokolowski.de



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