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Konzertkritik

6. August 2013 - YOUNG EURO CLASSIC | Konzerthaus Berlin

WIENER JEUNESSE ORCHESTER






"Im Oktober 2012 feierte das Wiener Jeunesse Orchester (WJO) sein 25-jähriges Bestehen mit einem Festkonzert im Wiener Musikverein. Längst hat sich das Ensemble, in dem Studierende der Musikuniversitäten und Konservatorien aller Bundesländer im Alter von 18 bis 26 Jahren mitspielen, als wichtigstes Jugendsymphonieorchester Österreichs etabliert. (...) Das Repertoire umfasst vor allem die große österreichische Symphonik von Bruckner und Mahler, aber auch Werke von Antonin Dvorák, Richard Strauss und Franz Schmidt. Einen wichtigen Platz nehmen österreichische Komponisten der Gegenwart ein. So kam 2009, beim letzten Auftritt des WJO im Rahmen von Young Euro Classic, die Komposition Sing sing sing – A Tribute to Benny Goodman von Helmut Hödl zur Uraufführung. Auch beim diesjährigen Festival steht mit Rose aus Asche, vier Lieder für Bariton und großes Orchester, von Wolfgang Sauseng wieder eine Uraufführung auf dem Programm. Künstlerischer Leiter des WJO ist seit 1989 Herbert Böck." (Quelle: http://www.young-euro-classic.de)


*


Vor allem tat uns die besagte Uraufführung der Rose aus Asche von Wolfgang Sauseng interessieren. Das sind vier recht groß gemeinte und auch ebenso recht groß besetzte Orchesterlieder für Baritonstimme, die der Komponist "traditionell" zu Papier brachte; und nicht genug damit, dass er uns justament in allen vier Einzel-Liedern (nach Texten von Wolfgang Hermann, Alberto Baeza Flores und Giuseppe Ungaretti) per direktem oder indirektem Zitat an Gustav Mahler (Lieder eines fahrenden Gesellen, beispielsweise) gemahnen wollte, nein - sie klangen größtenteils auch, sowieso und ohne die Zitate, fast wie Mahler; was dann unser eingestand'nes Interesse für sie arg ins Interessenlose umverwandelte... Solist war der phänomenale Dominik Köninger, den die Berliner bereits aus Barrie Koskys Monteverdi-Orpheus (Komische Oper) kennen. / Großer Jubel für ihn UND den Komponisten.

Dass das WJO fürhin ein "schmähdurchtriebenes" Wiener Orchester ist, merkt man zuvörderst an dem wunderbaren Streicherklang. Überhaupt ist es sehr mädchen- oder frauen"lastig"; 48 Musikerinnen haben wir gezählt (5 Kontrabassistinnen darunter)! Wenn man das geschichtlich so bedenkt, wo beispielsweise bei den Wiener Philharmonikern jahrhundertelang nicht eine Frau an irgendeinem Pult zu sehen war - wie hat sich unser Nachbar Österreich doch da gewandelt... Aber auch der Bläser-Apparat (mit einer guten Männer-Frauen-Ausgewogenheit) hört sich ganz prima an!

Freilich - als kleine Einschränkung - schien uns, dass sie dann insgesamt mit Bruckners Siebter etwas überfordert waren; doch zu ihrer Entschuldigung sei frank und frei gestanden - - selbst die Staatskapelle Berlin (die mit dem Barenboim im letzten Sommer ihren spektakulären Bruckner-Zyklus im Wiener Musikverein zum Besten gab) leistete/leistet sich mitunter auch die eine oder die andere Gurke; kann man leider nie so ganz vermeiden. Ja und ausgerechnet bei den Bruckner-Sinfonien kriegt der Hörer halt dann jeden kleinsten Patzer mit... Das Finale der Siebten geriet dem WJO am überzeugendsten. Herbert Böck ließ es mit viel, viel Frischluft sommerlich durchpusten; derart "leicht und locker" hatte ich dieses Finale aus der Siebten wohl noch nie vernommen.

Straußens Sphärenklänge sowie dessen schmissige Polka Unter Donner und Blitz beschlossen dieses schöne Gastspiel von den Wienern bei den diesjährigen Young Euro Classic.


Bewertung:    



Das Wiener Jeunesse Orchester - Foto (C) Julia Wesely

Andre Sokolowski - 7. August 2013
ID 7029
WIENER JEUNESSE ORCHESTER (Konzerthaus Berlin, 06.08.2013)
Gustav Mahler: Blumine | 2. Satz aus der Symphonie Nr. 1 D-Dur
Wolfgang Sauseng: Rose aus Asche, vier Lieder für Bariton und großes Orchester nach Texten von Wolfgang Hermann, Alberto Baeza Flores und Giuseppe Ungaretti (UA)
Anton Bruckner: Symphonie Nr. 7 E-Dur
Dominik Köninger, Bariton
Wiener Jeunesse Orchester
Dirigent: Herbert Böck
http://www.wjo.at

Weitere Infos siehe auch: http://www.young-euro-classic.de


http://www.andre-sokolowski.de



 
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