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Feuilleton


Berliner Sinfonie-Orchester, 4. Juni 2006, Konzerthaus Berlin

Abschiedskonzert Eliahu Inbal



Eliahu Inbal



Triumphales

Liebe Freunde vom Konzerthaus, warum punktet ihr nicht einfach mit so donnerischen Schlagzeilen wie diesen hier: "Abschiedskonzert Eliahu Inbals beim BSO! Einmalige Aufführung am Pfingstsonntag, 4. Juni 2006 = nur noch Restkarten vorhanden"? Wetten, dass ihr so die Bude voll, krachvoll, bekommen hättet?? Ich verstehe euere Zurückhaltung in puncto Eigenwerbung nicht. Und wär ich nicht durch eine pure Laune rein in dieses wahrlich als Triumph für Eliahu Inbal zu bezeichnende Konzert (er dirigierte nach der Pause Debussys fast nie gespieltes LE MARTYRE DE SAINT SEBASTIEN) geraten - und es war ja in der Tat sein Abschiedskonzert; und euer Intendant ließ es sich auch nicht nehmen, eine schöne Ansprache zu halten -, hätte ich es letztlich nicht erlebt. Wie mir ja "damals" schon, weil ihr das nicht in würdigerer Form beworben hattet, Sanderlings ultimatives Schlusskonzert - ab da griff dieser nämlich überhaupt nicht mehr zum Taktstock - durch die Lappen ging. Nein, ihr, das muss in Zukunft viel viel besser werden!!!
Sieben Jahre, davon fünf als Chef, verbinden Eliahu Inbal mit dem BSO. Und seine absolute Glanzzeit brachte er gepäckstückmäßig mit; in Frankfurt (Radio-Sinfonieorchester) hinterließ er heute noch nicht wieder aufgefüllte Fußabdrücke, seine Plattenproduktionen, mit den Sinfonien Mahlers beispielsweise, sind mit internationalen Preisen überschüttet worden... sehr schwer vorstellbar, dass nicht dann wenigstens 2, 3 CDs mit ihm in deutschen "Klassik"-Haushalten vorhanden sind. Für ihn, den großen Dirigentenstar - er gilt bei Musikern als über alle Maßen streng - , muss diese Zeit hier in Berlin Ernüchterung gebracht haben; allein die Vorstellung, als einer unter sieben Großen (mindestens; Berlin hat weitere 6 Großorchester, mindestens, auf seinem Markt, und jene sieben Großen meint dann lediglich die jeweiligen Chefs als Amtsinhaber, von den zahllos auftretenden Gaststars während der Saisons gar nicht zu reden) lediglich "nur" mitpräsent zu sein; so etwas überlegt man sich natürlich vorher. Und es muss wohl auch, vor allem freilich, am gestärkten Ruf des BSO gelegen haben, dass er sich zu diesem Posten frei und großzügig entschloss. Die Spätromantik und die Frühmoderne, so wie auch in Frankfurt, waren/blieben Eliahu Inbals großes Ding! Mit diesem Repertoire machte er weiterhin Furore. Auch - vielleicht ist das sogar sein Hauptverdienst in einer doch recht kurzen Zeit - verjüngte er den Klangkörper mit 50 (!) Neueinstellungen. Und diese Art von Neubeginn trug schon immense Früchte, ja, man kann durchaus behaupten, dass das BSO in seinem Klang nicht nur gestärkt, sondern verändert ist. Der Eindruck wurde ja erst unlängst manifest, als Chef-Nachfolger L. Zagrosek Mozarts GÄRTNERIN AUS LIEBE mit dem BSO aufführte... und man meinte schon: die können ja auch anderes als Mahler oder Berlioz, die könn(t)en also eigentlich so ziemlich Alles.


Der Heilige Sebastian, nicht nur Eingeweihten auch als Schutzpatron der Schwulen allgemein bekannt - ganz unabhängig davon dirigierte Eliahu Inbal Debussys LE MARTYRE DE SAINT SEBASTIEN in seinem triumphalen Abschiedskonzert beim BSO am 4. Juni 2006 im Konzerthaus Berlin


Eliahu Inbal ist - die schönste Geste dieses großen Abschiedsabends - mit der Ehrenmitgliedschaft beim BSO bedacht worden; allein Kurt Sanderling kann/konnte diese Auszeichnung bisher für sich in Anspruch nehmen. Ja, mit Eliahu Inbal wird es auch dann weitere Konzerte geben. "Sein" Orchester hat bereits schon heute mit ihm längerfristige Termine abgemacht. Wir freuen uns, umarmen ihn und sagen schlicht: Bis bald denn!!


Andre Sokolowski - red / 5. Juni 2006
ID 2436
Konzerthaus Berlin, 4. Juni 2006

Igor Strawinsky:
"Psalmensinfonie" für Chor und Orchester

Claude Debussy:
"Le Martyre de Saint Sébastien" - Musik zu dem Mysterienspiel
von Gabriele D'Annunzio

Sandrine Piau, Sopran
Iris Vermillion, Mezzosopran
Claire Powell, Alt
Georgia Stahl, Sprecherin
Ernst Senff-Chor
(Choreinstudierung: Sigurd Brauns)
Berliner Sinfonie-Orchester
Dirigent: Eliahu Inbal

Weitere Infos siehe auch: http://www.konzerthaus.de






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