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15. Juni 2007, Philharmonie Berlin

Richard Goode und das DSO Berlin


Dirigent: Herbert Blomstedt

Richard Goode



Goode & Blomstedt

Wer kennt nicht die legendäre Aufnahme der GOLDBERG-VARIATIONEN von Bach. Das wahrlich Legendäre dieser Produktion ist ja, dass man das alternde Enfentterrible des Klavierspieles - Glenn Gould - auch "singend" in ihr hört. Er hatte sich am Schluss seiner Karriere, manche werdens manieristisch nennen, angewöhnt, bei seinen Einspielungen ganz ganz leise, aber doch vernehmlich (und fürs Mikrofon nicht wegzufiltern), "mitzusingen"; und man glaubte bis zu diesem Tag, dass e r dann nur dieser Exzentrik, diesem Fastautistischen, an sich Gefolgschaft leistete - - mitnichten:
Richard Goode, ein in Europa eher weniger erlebtes Urgestein berühmter Pianisten, war zu Gast beim DSO, mit dem er Mozarts 27. Klavierkonzert - das letzte seiner Art - in einer unvergesslich anmutenden Widergabe musizierte. Und auch er hat so'nen Tick: Sitzt da, vergisst die Welt um sich, beginnt zu spielen, spielt und spielt und spielt... und seine auffälligen Mundgesten verraten uns, dass da ein Subtext auf die von ihm abgeleistete Musik zu stehen kommt; man ahnt zwar irgendwie, dass es sich nur um kinderlichstes Lalala und Tralala und Bummbummbumm und Diddeldaddeli oder so ähnlich handeln kann, aber man hat den eigentlichen Tiefgang dieser visuell sich so sehr stark manifestierenden Begleiterscheinung seiner Selbst doch irgendwie verstanden oder akzeptiert; es ist etwas, was ausnehmend nur dem Verursacher dieser aus sich geförderten Ausfühligkeiten ziert und adelt ... und der Zuschauer ist platt vor so viel Inbrunst; ja und das Gehörte - auch bei Goode, ähnlich wie Gould, diese vernehmlichen akustischen Begleiterscheinungen - wird intensiv und intensiver; völlig abgesehen davon, dass Goodes Mozart-Klang an sich konfektschwer als auch wildperlig herüber kommt, im Doppelsinne: singulär!!
In allen Stilen hoch geschult und irgendwie zu Hause: Herbert Blomstedt, der seit 1991 ein sehr gern gesehner Stammgast des Orchesters ist. Er setzt mit der "Romantischen" seinen auf Jahre hin bemessnen Bruckner-Zyklus fort. Und insbesondere der Schlusssatz dieser Vierten Sinfonie - ansonsten eher nebensächlich abgestraft - wirkt hier bei ihm, in seiner aufgehäuft-verdicklichten Zusammenfassung der bisherigen "Geschehnisse", erschütterlich-markant bis überhöhend-karg.
Sichtliche Vollzufriedenheiten aller der Beteiligten.
Ab nächster Spielzeit hat ja Ingo Metzmacher als neuer Chef des DSO das Zepter in der Hand.


a. so. - red / 16. Juni 2007
ID 3302
15. Juni 2007, Philharmonie Berlin

Mozart: Klavierkonzert Nr. 27 B-Dur KV 595

Bruckner; Symphonie Nr. 4 Es-Dur "Romantische" (Fassung 1878/80)

Richard Goode, Klavier
Deutsches Symphonie-Orchester Berlin
Dirigent: Herbert Blomstedt

Weitere Infos siehe auch: http://www.dso-berlin.de





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