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nachDRUCK # 5

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Feuilleton

Jonas Kaufmann hatte sich, auf Wunsch von Daniel Barenboim, für etwas Liszt begeistern können - und auch wir partizipierten von der (guten) Laune und erlebten ihn in einem schönen Liederabend und in einem fulminanten Sinfoniekonzert





Und hatte Jonas Kaufmann überhaupt schon mal mit Daniel Barenboim zusammen was gemacht? Hier in Berlin?? Ich glaube nicht.

Jetzt war er dann gleich zwei mal bei ihm da.

Zum Einen sprang er für den kranken Thomas Quasthoff ein und übernahm, ganz abstrichslos, dessen Programm (s. u.) - zum Anderen trat er dann gestern mit der Staatskapelle und dem Staatsopernchor in der Philharmonie auf. Zwei Liszt-Abende; Daniel Barenboim spielte Klavier bzw. dirigierte...

Bei den Liedern wurde man der außerordentlichen Stimmbeherrschung und -gestaltungsvielfalt des Tenors gewahr. Ja und obgleich er schon bei dieser "kleinsten" und intimsten Form vokaler Interpretation (halt bei den Kunstliedern) den Opernsänger kräftig rauskehrt - seine Forti klingen schon nach Held und nach Italien - , lässt das Leise der Verlautbarungen - wie er diese ganz bestimmten Stellen fast schon hinhaucht und, was noch genialer ist, auch noch den rechten Ton trifft - offenmundiger als sonst erstaunen.

*

Wann würde hier jemals wieder Liszts 13. Psalm zur Aufführung gelangen? Das ist ein ca. halbstündiges sakrales Werk in Großbesetzung. Barenboim hatte es, so vermuten wir, auch wegen Kaufmann rausgesucht. Und in der Tat: Das Stück hat einen sehr beträchtlichen Tenor-Anteil. Sehr rausch- und opernhaft...

Und auch Liszts sogenannte Faust-Sinfonie gehört nicht unbedingt zum abrufbaren Repertoire bei den Orchestern: Das verwundert, denn es ist ein hochgrandioses Werk. Der Komponist hat es, vermeintlich schlicht, dreisätzig angelegt; und dadurch dass die Sätze mit Faust - Gretchen - Mephistopheles getitelt sind, wird diese Sinfonie selbstredend zur Programmmusik. Der Hörer kann und soll und wird sich alles Mögliche aus Goethes Superschauspiel vorstellen - dabei vermeidet Liszt eine Veroperung des Textes; er versucht vielmehr aus den drei Charakteren der Faust-Hauptfiguren illustrierende (und nicht Begleit-) Musik zu machen... Dieser Wurf wirkt über alle Maßen "männlich" (1. Satz), betörend "rein & schön" (2. Satz), berechnend pfiffig (3. Satz); und Barenboim saugt hier - wie so wohl kaum in einem Live-Konzert mit ihm beobachtet - aus dem bereitwilligen Staatskapellen-Korpus "unerhört" Fantastisches heraus; und ob es diesen legendären Streichersound im Ganzen oder die an diesem Abend noch vorzüglicher als sonst spielende Bläsergruppe oder die zig Einzelsoli (Gretchen-Satz [die Wonne selbst!!!]) angeht - - - eindeutig feststellbar: Die Musiker fressen ihm aus der Hand; vielleicht auch ist es das, was diese exklusiv-besondre Liaison erklärt?

Tosender Beifall!


a. so. - 13. Oktober 2011
ID 00000005426
JONAS KAUFMANN SINGT FRANZ LISZT (Staatsoper im Schiller Theater, 07.10.2011 / Philharmonie Berlin, 12.10.2011)

BARENBOIM-ZYKLUS I

»Vergiftet sind meine Lieder«
»Im Rhein, im schönen Strome«
»Der König in Thule«
»Ihr Glocken von Marling«
»Die drei Zigeuner«
Tre Sonetti di Petrarca:
»I. Pace non trovo«
»II. Benedetto sia ’l giorno«
»III. I’ vidi in terra angelici costumi«

Jonas Kaufmann, Tenor
Daniel Barenboim, Klavier
(Zudem sang Dorothea Röschmann - vor der Pause, ebenfalls von Daniel Barenboim begleitet - auch paar Lieder von Franz Liszts; wir würdigten das schon unter http://www.kultura-extra.de/musik/feull/kurzkritik_dorothea_roeschmann_liszt.php)

II. ABONNEMENTSKONZERT
»Der 13. Psalm« für Tenor, Chor und Orchester
»Faust-Sinfonie«
Jonas Kaufmann, Tenor
Chor der Deutschen Staatsoper Berlin
(Choreinstudierung: Eberhard Friedrich)
Staatskapelle Berlin
Dirigent: Daniel Barenboim



Siehe auch:
http://www.staatsoper-berlin.de


http://www.andre-sokolowski.de



 
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