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Besprechung


Berliner Philharmoniker - 3. Juni 2007

DIE SIEBEN TODSÜNDEN von Brecht/Weill und 2. Klavierkonzert von Brahms



Ludwig Quandt ist Solo-Cellist bei den Berliner Philharmonikern und spielte die schöne \"Eingangsstelle\" aus dem dritten Satz des B-Dur-Klavierkonzerts von Brahms - Foto (C) www.die12cellisten.de

Olympische Begegnung

Ludwig Quandt, einer der "12 Cellisten der Berliner Philharmoniker", fand sich am Schluss dieses in seiner herzertüchtigenden Urgewalt kaum zu beschreibenden Konzerts mit Rattle, Barenboim, der Kirchschlager, dem Mannquartett (mit Burden, Robinson, Hakala, Hagen) und - selbstredend - den Berliner Philharmonikern als überraschlichst eigentlicher Star ertappt, umarmt, geküsst: Zu stark war die Erinnerung an den Beginn "seines" Andantes aus dem zweiten Brahms-Klavierkonzert. "Seine" Passage, die er "seinem" Instrument entlocken tat ... wer dieses hörte, wird es nie wieder vergessen:: Es war wie ein Weinen, wie als wenn da einer mittendrin gesessen haben würde, der dem Allen, was zuvor in diesem Saal aus sich heraus geschah, ein brüderliches Streicheln, eine Tröstung, eine insgesamte Vollbejahung zuerkennen lassen würde; diese eine Stelle zog dann alle derart in den Bann, dass es mit ihnen (allen!!) gänzlich durchzugehen schien . . .


DIE SIEBEN TODSÜNDEN von Brecht/Weill fanden vor der Pause eine imposante Widergabe. Imposant vor allem, was die orchestrale Ausbeleuchtung dieser kurzen halbstündigen Oper anbelangte. Weills Musik ist ja nicht unbedingt dann schön zu nennen, vieles, wenn nicht gar das meiste, was aus seiner Feder kam, hört sich für Laien irgendwie doch dünn und dürftig an; bei seiner großen MAHAGONY-Oper, die drei Jahre vorher existierte, ist das offensichtlicher denn je. Hier nun, in TODSÜNDEN, bedient sich Weill sehr überraschend und auch einmalig eines in seiner ganzen Pracht und Wucht genutzten großen Sinfonieorchesters. Stellenweise fühlt man sich an die Er-Öffnungen der letzten Türen aus der Blaubart-Burg von Bartok oder an Strauss' Heldenleben unheimlichst erinnert. Alles das weiß Rattle in der Erstaufführung der Berliner Philharmoniker in minutiösester Vereinzelung und frischluftigster Opulenz herauszuholen. Ist nicht durchgehend dann günstig für die Textverständlichkeit; doch Kirchschlager (die einen Hustenanfall kurz vor Stückschluss aufs Genialste in den Griff bekommen hatte) schlug sich tapfer und recht überzeugend durch das ihr nicht so geläufige Sujet Brecht/Weill.

Aber die eigentliche Sensation - ja und weswegen alle hingegangen waren: Barenboim als Pianist (was zwar nicht weiterhin verwundert), aber - - Barenboim lässt sich von Rattle dirigieren! Und es funktionierte!! Wann hat man ihn - Barenboim - in letzter Zeit so gleichsam abgehoben und in sich gekehrt erlebt wie hier; und es wird nachvollziehbar und geradezu begreiflich, woher Barenboim dann stammte, ja, er war und ist ja Inbegriff für das Klavier schlechthin, und es ist wunderbar und wunderschön, dass er sich jetzt, nach all den Jahren nicht nur seiner dirigiererischen Machtnahme, dem ursächlichen Wiegendaseins seiner selbst besinnt und hin und wieder (mehr! noch mehr!!) hieran durch sich höchstselbst erinnert.

Kongenialer kann und wird man nicht zusammen musizieren können - eine Sternstunde der Menschheit; wer sie hier und jetzt erleben durfte: Danke fürs Geschenk.

Philharmonie Berlin, 1., 2., 3. Juni 2007

Weill/Brecht: Die sieben Todsünden, Ballett-Oper in neun Teilen

Brahms: Klavierkonzert Nr. 2 B-Dur op. 83

Angelika Kirchschlager, Mezzosopran
William Burden, Tenor
Timothy Robinson, Tenor
Tommi Hakala, Bariton
Reinhard Hagen, Bass
Daniel Barenboim, Klavier
Berliner Philharmoniker
Dirigent: Sir Simon Rattle



Andre Sokolowski - red. / 3. Juni 2007
ID 00000003262

Weitere Infos siehe auch: http://www.berliner-philharmoniker.de





 
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