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CD-Besprechung

Paul McCartney: Ecce cor meum

(Behold my heart)
von Gavin Greenaway (Dirigent), Academy of St. Martin-in-the-Fields (Künstler, Orchester), Paul McCartney (Komponist)
VÖ: 22. September 2006


Eines Nachts schleuderte ein heftiger Schneesturm den Tourbus der Beatles auf ihrem Weg nach Liverpool von der Fahrbahn. Die Rettung schien hoffnungslos. „Was wird nun passieren?“, fragte jemand. Ein anderer antwortete: „Ich weiß es nicht. Aber es wird etwas passieren.“ Tatsächlich entdeckte kurz darauf ein Lastwagenfahrer die verunglückte Band. Dieses Ereignis nahm Paul McCartney zum Anlass, an einen wohlwollenden Geist zu glauben, der sowohl in der Welt wohnt - wie auch in seinem neuen Klassikalbum „Ecce cor meum“.

In „Ecce cor meum“ geht es hauptsächlich um die Bitte an eben diesen Geist, dass er die Liebe in die Herzen der Menschen bringen möge. Den ersten Satz des Oratoriums taufte McCartney daher passenderweise „Spiritus“. Melodie und Text prägen sich schnell ein, sodass der Hörer zumindest den Refrain bereits nach einmaligem Abspielen des Stücks mitsingen könnte. Dies gilt auch für die drei anderen Sätze „Gratia“, „Musica“ und „Ecce cor meum“.

Ob Paul McCartney eine Anspielung auf den Heiligen Geist beabsichtigte, geht aus den Texten nicht eindeutig hervor. Dennoch erinnert der Chorgesang sehr an Kirchen- und teilweise sogar Meditationsmusik.

Paul McCartneys Auftraggeber war das Magdalen College in Oxford. Für seinen neuen Konzertsaal ersehnte der damalige Präsident des College eine musikalische Einführung, die von jungen Menschen problemlos mitzusingen sei – ähnlich dem Werk Georg Friedrich Händels „Messias“. Diesem Wunsch ist der Ex-Beatle dann auch nachgegangen.

Uraufgeführt wurde „Ecce cor meum“ im November 2001, doch Paul McCartney erkannte schnell, dass seine am Synthesizer ausgearbeiteten Texte und Melodien in der Realität nicht umsetzbar waren. Den Chorsängern ging bereits nach den ersten Passagen sprichwörtlich die Puste aus, sodass McCartney sein Oratorium mehrmals umschreiben musste.

Herausgekommen ist ein Musikerlebnis in vier Sätzen, das sowohl englische als auch vereinzelt lateinische Textpassagen aufweist. Die Verwendung der lateinischen Sprache begründet Paul McCartney damit, dass „Chöre in der ganzen Welt auf Lateinisch singen und man diese Sprache einfach überall kennt.“ Dennoch erklingen auf der Platte zu mehr als 95 Prozent die Texte in englischer Sprache.

Erst als die Komposition in groben Zügen abgeschlossen war, machte sich Paul McCartney an das Verfassen von Texten - wobei er stets seine Erkenntnis von einem wohlwollenden Geist im Hinterkopf behielt. Während der Teilnahme an einem Konzert in der Kirche St Ignatius Loyola in New York kam ihm die zündende Idee: „Ich wartete auf meinen Einsatz und schaute mich in der Kirche um. Da fiel mein Blick auf eine Skulptur, unter der stand: ‚Ecce cor meum’. Ich hatte in der Schule Latein gelernt, die Sprache hat mir immer gut gefallen. Also habe ich mich daran gesetzt und ich glaube, es heißt soviel wie ‚Sieh mein Herz’.“ Somit war der Titel für sein Oratorium gesetzt.

Die Fertigstellung von „Ecce cor meum“ dauerte insgesamt acht Jahre, während das Album selbst erst im März diesen Jahres aufgenommen wurde. Seit dem 22.September steht das mittlerweile vierte klassische Album des Musikstars in den Läden. Dieses Album ist vor allem empfehlenswert für Interessenten einfacher und dennoch festlicher Chormusik.

Wencke Nottmeyer - red / 15. Oktober 2006
ID 2734
Ecce cor meum

Komponist: Paul McCartney
Dirigent: Gavin Greenaway
Künstler: Academy of St. Martin-in-the-Fields
Orchester: Academy of St. Martin-in-the-Fields
Audio CD (22. September 2006)
Label: EMI Classi (EMI)
ASIN: B000HC2NL0


Siehe auch:
http://www.paul-mccartney.de/






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