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nachDRUCK # 5

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CD-Besprechung

Magnificat von C. P. E. Bach

RIAS Kammerchor / Akademie für Alte Musik Berlin
harmonia mundi
HMC 902167



Der berühmteste unter den Bach-Söhnen wird dieses Jahr 300! Er begann als 18jähriger zu komponieren, und er brachte es in seiner 60 Jahre andauernden Tonsetzerkarriere auf weit über tausend (in Zahlen: 1000) separate Werke. Freilich hätte er hiermit den weltberühmten Vater ohnehin nicht übertreffen können - doch dem Schatten seines übermächtigen Erzeugers konnte er, wahrscheinlich, doch am ehesten von seinen Brüdern irgendwie entsteigen; nun, wie dem auch sei.

Carl Philipp Emanuel Bach (1714-1788) widmete sich hauptsächlich seinem Zentral- und Lieblingsinstrument, dem Cembalo. Das muss er dem Vernehmen nach perfekt gespielt, gekannt und also voll und ganz beherrscht haben. Es gibt für es allein 50 Sonaten oder gleichviel konzertante Stücke, wo es eine oder die zentrale Rolle durch den Komponisten-Interpreten zugewiesen kriegte. Länger trat er als ein Wahlberliner in die Dienste Friedrichs des Großen, dessen Kammercembalist er zu der Zeit gewesen war - bis er "zuletzt" in Hamburg Fuß gefasst hatte, und zwar in einem fast identisch anmutenden Dienstverhältnis wie sein Vater seiner Zeit fernab und an der Pleiße...

"Am 9. April 1786 dirigierte Carl Philipp Emanuel Bach in Hamburg ein Benefizkonzert. Auf dem Programm standen drei seiner schönsten und repräsentativsten Werke: die Sinfonie Wq 183/1 (1780), das Magnificat, 1749 wohl in der Hoffnung auf die Nachfolge seines Vaters als Thomaskantor in Leipzig komponiert, und nicht zuletzt das eindrucksvolle Heilig (1776) für Doppelchor, über das er schrieb: 'Es soll mein Schwanen Lied, von dieser Art, seyn, und dazu dienen, daß man meiner nach meinem Tod nicht zu bald vergeßen möge.'" (Quelle: harmonia mundi)

Das Letztgenannte (s.o.) ist dann auch DIE hörerische Top-Entdeckung der uns vorliegenden, hochkarätig mit dem RIAS Kammerchor und der Akademie für Alte Musik Berlin (Dirigent: Hans-Christoph Rademann) eingespielten Aufnahme!

Peter Wollny (der die Werkeinführung für das Booklet beisteuerte), hat Heilig Wq 217, das sich auf ein Kapitel des alttestamentarischen Buches Jesaja bezieht, wie folgt zusammengefasst: "Dieser Engelsgesang (1. Chor) wechselt in Bachs Komposition mit den Stimmen der Völker (2. Chor) ab. Die kurze einleitende Ariette repräsentiert den Propheten Jesaja. Die feierliche und zugleich unwirkliche Stimmung dieser Theophanie veranlasste Bach, das gesamte Spektrum der ihm zur Verfügung stehenden Tonarten einzusetzen und trotz der hohen Kunstfertigkeit seiner Komposition den Eindruck größter Einfachheit zu vermitteln. Die beiden getrennt aufgestellten Chöre vereinen sich im letzten Teil zu einer monumentalen Fuge, in die außerdem das deutsche Te Deum ('Herr Gott, dich loben wir') als cantus firmus eingebaut ist."

Beim dieser Aufnahme vorangehenden Magnificat Wq 215 - schon fast gehetzt aber vonwegen überstürzt gespielt - merkt man natürlich, welcher inhärente Ehrgeiz seinem Schöpfer eigen war oder gewesen sein muss, als er dieses komponierte; und sowohl ans gleichlautende väterliche Werk als auch an dessen H-Moll-Messe, die es sich zur Steilvorlage genommen haben könnte, reichte es nicht annähernd heran. Berückend schön jedoch die jeweiligen Arien, welche von Elizabeth Watts, Wiebke Lehmkuhl, Lothar Odinius und Markus Eiche ebenso berückend schön gesungen sind.

Einen vereinleuchtenden und zugleich sehr kurzweiligen Eindruck von Carl Philipps sogenanntem "Empfindsamen Stil" bekommen wir zum Schluss dieser CD mittels der Sinfonie D-Dur Wq 183/1, mit der sich dann - alleinig dominierend - die beliebt-berühmte Akamus in Szene zu setzen verstand, vermittelt.

Prächtig dargebrachte, zeitgemäß getrimmte Jubiläumsstücke!!!



Bewertung:    



a. so. - 22. Februar 2014
ID 7627
Carl Philipp Emanuel Bach:
Magnificat
Heilig ist Gott, Motette
Sinfonie D-Dur Wq 183/1
Elizabeth Watt, Sopran
Wiebke Lehmkuhl, Alt
Lothar Odinius, Tenor
Markus Eiche, Bass
RIAS Kammerchor
Akademie für Alte Musik Berlin
Dirigent: Hans-Christoph Rademann



Siehe auch:
http://www.harmoniamundi.com


http://www.andre-sokolowski.de



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