Durchschlagskräftig
DER FLIEGENDE HOLLÄNDER
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Bewertung:
Im Spielplan der Bayreuther Jubiläumsfestspiele 2026 sticht unstrittig Der fliegende Holländer (Premiere war vor fünf Jahren) als sowohl inszenatorisch wie musikalisch überragende Produktion heraus und übertrifft damit den Rest des aktuellen Angebots um Größenordnungen - es handelt sich im Übrigen um eine der besten Arbeiten von Dmitri Tcherniakov, deren während der Ouvertüre filmisch aufbereiteter Subplot etwa so geht:
Holländer, als er noch ein kleiner Junge war, muss mit ansehen, wie sich seine Mutter tagtäglich prostituiert, damit sie und ihr (uneheliches?) Kind einigermaßen über die Runden kommen; und so trifft sie auf Daland, der sich anfangs lüstern und bereitwillig auf die Dienstleistung der jungen Frau einlässt, allerdings - je mehr und je öfter es zu diesbezüglichen Wiederholungen kommt - zunehmend von ihr, die ihn (natürlich wegen des Geldes) geradezu anfleht "damit weiterzumachen", angewidert scheint und sie demnach zurückstößt; und da der Kosmos der kleinen Stadt, wo sich das alles abspielt, überschaubar ist, weiß Hinz und Kunz natürlich längst, was es mit dieser Prostituierten auf sich hat und mobbt sie - - und das alles hält sie nicht mehr aus und bringt sich um, ja und der kleine Holländer sieht sie sonach an einem Getreidespeicherhaken baumeln...
Und paar Jahre später kehrt er nun zurück in diese Stadt, an diesen Tatort, und verübt dort an Daland und all die anderen, die seine Mutter damals in den Selbsttod mobbten, Rache, Rache, Rache...
Genial vorausgedacht.
Und ebenso genial vorausgedacht und "praktisch umgesetzt":
Mary, die derzeitige Frau Dalands und (den ausdrucksstarken Mimiken von Nadine Weissmann logisch folgend) Stiefmutter von Senta, knallt den seine Rache vollumfänglich verübt habenden Holländer am Schluss der Oper ab, und Senta & Mary umarmen sich frei nach dem Motto: "Es ist vollbracht."
Ja und da bleibt mir nach wie vor [ich hab' das jetzt schon zweimal gesehen, einmal bei "Wagner im Kino" und vor zwei Jahren live vor Ort] die Spucke weg.
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Auch musikalisch haute es mich um:
Elisabeth Teige (als Senta) und Benjamin Bruns (als Erik): das Beste, was man derzeit gesanglich geboten kriegen kann.
Mika Kares (Daland), Nicholas Brownlee (Holländer) und Kieran Carrel (Steuermann): nicht unähnlich dem obig bereits Bemerktem.
Festspielchor (Einstudierung: Thomas Eitler-de Lint) und Festspielorchester: dto.
Und auch Dirigentin Oksana Lyniv wurde hochverdientermaßen mit viel Beifallsregen besonnt!
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Benjamin Bruns (als Erik) und Elisabeth Teige (als Senta) im Fliegenden Holländer bei den Bayreuther Festspielen 2026 | Foto (C) Enrico Nawrath
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Andre Sokolowski - 30. Juli 2026 ID 15968
DER FLIEGENDE HOLLÄNDER (Festspielhaus, 29.07.2026)
Musikalische Leitung: Oksana Lyniv
Regie und Bühne: Dmitri Tcherniakov
Kostüm: Elena Zaytseva
Licht: Gleb Filshtinsky
Dramaturgie: Tatiana Werestchagina
Chorleitung: Thomas Eitler-de Lint
Besetzung:
Daland ... Mika Kares
Senta ... Elisabeth Teige
Erik ... Benjamin Bruns
Mary ... Nadine Weissmann
Der Steuermann ... Kieran Carrel
Der Holländer ... Nicholas Brownlee
Premiere war am 25. Juli 2021.
WA: 29. Juli 2026
Weitere Termine: 06., 18., 23.08.2026
Weitere Infos siehe auch: https://www.bayreuther-festspiele.de
https://www.andre-sokolowski.de
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