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Jubiläum

ZUM 100. TODESJAHR VON GEORG TRAKL (1887-1914)

Büste von Hans Pacher enthüllt


Das ist die jüngst enthüllte Georg Trakl-Büste von Hans Pacher - Foto (C) Christa Linossi


Vor 100 Jahren starb einer der bedeutendsten österreichischen Dichter des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Er gilt heute noch als einer der außergewöhnlichsten Lyriker und zählt neben Georg Heym, Ernst Stadler und Franz Werfel zu den wichtigsten deutschsprachigen Frühexpressionisten.

Georg Trakl wurde am 3. Februar 1887 als viertes von sechs Kindern des wohlhabenden Eisenhändlers Tobias Trakl in Salzburg geboren. Er besuchte die Schule, das Gymnasium, fiel jedoch in der siebten Klasse durch und entschloss sich zum Studium der Pharmazie. Nach dreijähriger Praktikantenzeit studierte er von 1908 bis 1910 in Wien. Er trat danach in den Militärapothekerdienst ein und arbeitete im Innsbrucker Garnisonsspital als „Medikamenten-Akzessist“. 1914 fuhr er nach Berlin und lernte dort den Kreis der jungen expressionistischen Dichter kennen. Die Poeten Rimbaud und Baudelaire – die er ebenfalls in Berlin kennenlernte – hatten großen Einfluss auf Trakls literarisches Schaffen.

Nach Ausbruch des ersten Weltkrieges zog Trakl mit einer Sanitätsabteilung des österreichischen Heeres nach Galizien und erlebte die Schlacht von Grodek, wo er unter schwersten Bedingungen hunderte von Schwerverwundeten betreute. Eine Qual, die ihn zermürbte und zu einem Selbstmordversuch trieb. Diese schwere Zeit spiegelt sich auch in seiner Lyrik wieder.

Zur Beobachtung ins Garnisonsspital von Krakau versetzt, starb er dort am 4. November 1914 an einer Drogenvergiftung. (Georg Trakl war drogenabhängig.) Seine letzten Gedichte, besonders Grodek, bezeugen Trakls bis heute nicht widerlegte apokalyptische Visionen.

*

Die Stadt Salzburg brachte 1985 an verschiedenen Stellen (Geburtshaus Waagplatz 1a, St. Peters Friedhof, Mönchsberg, Evangelische Christuskirche in der Schwarzstrasse, Mirabell-Garten, Linzergasse, Hellbrunner Schlosspark und Anif) Tafeln mit Trakl-Gedichten an. Diese Orte, die Trakl gerne besuchte, spiegeln sich auch in seinen Gedichten wieder...

Zum 100. Todesjahr Trakls wird es auch eine Reihe Veranstaltungen geben. Der Auftakt war im Jänner mit der Enthüllung einer Büste vom Bildhauer Hans Pacher (geb. 1913 in St.Radegund bei Graz und gest. 2002 in Salzburg). Diese Büste wurde 1980 für eine Ausstellung in Wien angefertigt und verschwand 1981 nach Ende der Ausstellung leider im Landesarchiv von Salzburg. 2013 wurde sie wiederentdeckt. Nun steht die Büste endlich, wo sie hingehört: Im Hof des Trakl-Geburtshauses, in der Altstadt von Salzburg.




Enthüllung der Trakl-Büste: Landeshauptmann Dr Haslauer, Dr. Grimmer (Leiterin Galerie Trakl) und Mag. Alrun Pacher (Tochter vom Bildhauer Pacher) - Foto (C) Christa Linossi
Christa Linossi - 5. Februar 2014
ID 7579
Siehe auch: Rezension zum Trakl-Film Tabu


Post an Christa Linossi



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