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Rezension

Anja Schulz (Hg.) - "Spitzenfrauen. Porträts von Frauen in Führungspositionen"

Ulrike HELMER Verlag 2005
196 Seiten - 19,95 Euro - ISBN 3-89741-186-5


Spitzenfrauen

Es ist schon erstaunlich: Erst vor kurzem konnte man der Presse entnehmen, dass Studentinnen weiter auf dem Vormarsch sind und inzwischen an einigen Universitäten die 60%-Marke der Studierenden fast erreicht haben. Doch wie sieht es nach Abschluss des Studiums aus? „Immer mehr Spitzenpositionen in Frauenhand“ wird zwar bisweilen gejubelt (oder geunkt?) - doch tatsächlich handelt es sich dabei nur um knapp 10 % im mittleren Management von Großunternehmen. Auch an den Universitäten selbst sieht es in Bezug auf Professorinnen nicht viel besser aus.

Diesem Missverhältnis versucht das Buch „Spitzenfrauen“ auf die Spur zu kommen. Es entstand aus einer Vortragsserie an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Dortmund und zeigt anhand von 17 Porträts erfolgreicher Frauen, wie diese es in ihre Positionen geschafft und welche „Fallstricke“ sie auf dem Weg dorthin passiert bzw. vermieden haben. Aus den jeweiligen Berufs- und Lebenswegen sind Tipps und Hinweise abgeleitet, die jungen Frauen von heute helfen können, beruflich voranzukommen.

Es werden 15 Frauen im Alter zwischen 32 (die Jüngste) und 53 (mit Abstand die Älteste) vorgestellt; sechs von ihnen haben eine Stellung innerhalb der Universität als Professorinnen bzw. Dozentinnen inne, die übrigen sind in Spitzenpositionen der freien Wirtschaft tätig. Den Abschluss bildet eine „Doppelvorstellung“ von zwei Frauen, die den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt haben.

Erstaunlich finde ich, dass die weit überwiegende Mehrzahl der vorgestellten Frauen Kinder haben - und zwar in der Regel zwei! Nur drei von 17 sind kinderlos. Das widerlegt die oft geäußerte Annahme, Karrierefrauen würden sich gegen Kinder entscheiden bzw. Kinder und Karriere ließen sich bei uns nicht vereinbaren. Dabei hatten es die Frauen, die ihren Berufsweg in der ehemaligen DDR begannen, nachweislich leichter, da die staatliche Kinderbetreuung ihnen eine Konzentration auf Ausbildung und Beruf erleichterte. Im Westen der Republik war und ist mehr Fantasie und Eigeninitiative gefordert, wenn frau das eine tun und auf das andere nicht verzichten will. Dabei muss natürlich auch der Partner bereit sein, das Seine zum Funktionieren von Partnerschaft und Familie beizutragen, vielleicht sogar die eigenen Karrierewünsche zurückzustecken. Doch alle Beispiele belegen, dass dort, wo ein Wille ist, sich auch ein Weg finden lässt.

Immer wieder wird auf die Wichtigkeit von „Netzwerken“ verwiesen, wenn man/frau die Karriereleiter erklimmen will. Daran muss unter Frauen sicher noch verstärkt gearbeitet werden, doch die Anfänge erscheinen vielversprechend. Einen Beweis dafür liefert dieses Buch mit seinen mannigfaltigen Tipps und Ratschlägen. Viele davon beinhalten das Gegenteil von dem, was Frauen meiner Generation seinerzeit zu hören bekamen: Nicht mehr „weibliche Bescheidenheit“ gilt, wenn frau Erfolg haben will, sondern „un-verschämtes“, selbstbewusstes Auftreten und Betonung der eigenen Fähigkeiten. Wurde früher häufiger Stellenwechsel als Zeichen von Unbeständigkeit negativ vermerkt, so zeigt er nun, dass frau weiß, was sie will, und konsequent die Position anstrebt, in der sie ihr Wissen und Können am besten einbringen kann. So suchten die meisten der porträtierten Frauen bereits während des Studiums Kontakt zur beruflichen Praxis, schnupperten in Form von Praktika in verschiedene Bereiche hinein und suchten später immer neue berufliche Herausforderungen, bis sie die „ideale“ Aufgabe für sich gefunden hatten.

Fazit:
Ein interessantes und spannend geschriebenes Buch, das jungen Frauen „Identifikationsmodelle“ und wertvollen Rat für die eigene Karriereplanung bietet. Ein Buch für Frauen, die „etwas mehr“ wollen - sowohl was persönlichen Einsatz als auch Erfolg anbelangt.



a.d. - red. / 15. Dezember 2005
ID 2176


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