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Rezension

Heine J. Dietiker: "Papanonna"

Eine heitere Umsturzgeschichte
edition 8, Zürich 2005
ISBN 3-85990-080-3 - 304 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag und Lesebändchen


Gleich vorab: ein bezauberndes Buch! Nach Art eines modernen Märchens verbessern die Hauptpersonen auf liebenswerte, augenzwinkernde Weise die Welt, gehen gegen Rassismus und verknöcherte Strukturen an. Gleichzeitig ist es eine Persiflage auf italienische Adelsfamilien, die katholische Amtskirche, die Auswüchse unserer modernen Zeit. Und was mir den Autor besonders sympathisch macht: Frauen spielen darin ganz starke Rollen: Sie sind genauso gut wie - und manchmal sogar besser als - Männer!

Zum Inhalt:
Wir finden uns im Jahr 2085 mit zwei uralten Männern in einem italienischen Luxus-Pflegeheim wieder. Giovanni di Stefano und sein superreicher Zimmergenosse Herr Bassi sind an unermesslich teure „Überlebensmaschinen“ angeschlossen, die im Falle der Zahlungsunfähigkeit abgestellt werden. Bassi zahlt bisher für di Stefano mit - aber wie lange noch? Er gibt ihm zu verstehen, dass er für sein Geld erwartet, nun endlich in das bestgehütete Familiengeheimnis der di Stefanos eingeweiht zu werden. So bleibt Giovanni nichts anderes übrig, als die ca. 100 Jahre zurückliegende Geschichte von „Papanonna“ - seiner „Papstoma“- zu erzählen, die er als kleiner Junge miterlebte.

Hat man als LeserIn erst einmal die Probleme mit den unheimlich vielen handelnden Personen (sie sind wohlweislich eingangs mit Namen und Funktion aufgeführt) und den ständig wechselnden Handlungsschauplätzen überwunden, macht die Lektüre immer mehr Spaß. Man erfährt, wie nach dem Tod des Papstes der aussichtsreichste Kandidat für die Nachfolge, Kardinal Vico di Stefano, bei der Geburtstagsfeier seiner machtgeilen Mutter Rosa an einem Herzinfarkt stirbt. Der Familienclan beschließt nun, seine Zwillingsschwester Pia offiziell „sterben“ und unter seinem Namen für das Papstamt kandidieren zu lassen. Der hochgebildeten und mit vielen Talenten ausgestatteten Pia gelingt mit Hilfe der Familie und eingeweihter Mitarbeiter des toten Kardinals diese „Geschlechtsumwandlung“. Sie wird zum Papst gewählt und nennt sich Africanus I.

In seiner kurzen Amtszeit bricht Papst Africanus I. mit seinem klugen und behutsamen Vorgehen manch verkrustete Struktur der Amtskirche auf und schafft sich viele Freunde -aber auch Feinde im konservativen Lager. Sein Geheimnis kann auf Dauer nicht verborgen bleiben, und er beschließt, rechtzeitig vor einem Eklat „auszusteigen“. Das wird mit Hilfe von Familienangehörigen und Freunden während einer Afrikareise auf geradezu wunderbare Weise bewerkstelligt. Hier hat er seine letzten großen Erfolge, als er sich in den einzelnen afrikanischen Ländern unkonventionell und nachhaltig für das Volk einsetzt und die Massen begeistert.

Nach ihrem bühnenreifen Abgang heiratet Pia di Stefano ihren „verwitweten“ Mann nochmals - und lebt glücklich mit ihm bis an ihr seliges Ende.

Neben dieser Haupthandlung passiert noch jede Menge auf Nebenschauplätzen. Und auch dort lösen die beteiligten Personen ihre Probleme gelassen, klug und mit freundlichem Blick auf ihre Mitmenschen.

Während Giovanni di Stefano diese Geschichte erzählt, wandelt sich der geldgierige und egoistische Herr Bassi nach und nach zu einem Menschenfreund. Als er trotz „Überlebensmaschine“ stirbt, hinterlässt er Giovanni fast sein halbes Vermögen. So siegt in der Rahmenhandlung ebenfalls das Gute.

Also (leider) ein Märchen - aber ein sehr vergnügliches, das gute Gefühle hinterlässt.





Armgard Dohmel, red. / 21. Juli 2005
ID 1975


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