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Festival

Fotos


320 Künstler,
80 Orte,
90 Veranstaltungen,
1 Festival



Hamburg bietet wieder die Superlative der Fotografie-Ausstellungen und wartet auch gleich mit der ultimativen Frage auf: Wie oder wann wird Fotografie zur Kunst?

Fangen wir mit [ANTON CORBIJN] im Bucerius Kunst Forum an. Bei diesem Künstler-Fotografen, berühmt durch seine Musiker-Porträts, gibt es Sinnfragen nach Authentizität, nach Leben und Tod und was eigentlich eine Persönlichkeit ausmacht.

Wo heute jeder in jedem Augenblick Bilder produziert, stellt sich auch die Frage, was die Qualität eines Fotos ausmacht. Geht es um Inhalt, um Konzept, oder kann auch ein schönes Foto Kunst sein? Ist Instagram ein Ort der Kunst?


Haus der Photographie, Deichtorhallen Hamburg: [SPACE]

Streetphotography aus sieben Jahrzehnten. Wir kennen die Ikonen dieser Zeit wie Diane Arbus, Robert Frank, William Klein u.a. und entdecken hier vor Ort, wie sich der öffentliche Raum verändert hat, was dann aktuelle Bilder zeigen. Fotografie ist sowohl Medium der Dokumentation als auch künstlerisches Ausdrucksmittel, und es gibt nicht mehr nur den einen entscheidenden Moment, den Auslöser zu drücken. Die digitale Fotografie bietet erweiterte experimentelle Möglichkeiten des künstlerischen Ausdrucks aber auch die der Manipulation.



Maciej Dakowicz: Ohne Titel, aus der Serie Cardiff After Dark, 2005-2011;
Cardiff/Wales, 25. November 2007 | © Maciej Dakowicz


Geht man durch die Ausstellung, bekommt man sofort ein Gefühl der Weltlage, und eine Dringlichkeit zur Veränderung ist angezeigt. Momente von Spannung, Krisen, menschlichen Ausschweifungen sind klischeehaft in Szene gesetzt oder dokumentarisch abgebildet.

Die Triennale möchte mit dem Publikum in einen Dialog treten, zum Handeln anregen und Veränderungen initiieren. Die Fotografie ist dabei ein kraftvolles Instrument, sich mit aktuellen Veränderungen auseinanderzusetzen.

Befehle der Computertastatur haben Bedeutung und geben den Leitfaden zu den einzelnen Ausstellungen:

[ENTER], [HOME], [SHIFT], [CONTROL], [RETURN], [DELETE], [ESCAPE].


Hamburger Kunsthalle: [CONTROL]
Hier geht es um Überwachung, Kontrollverlust oder auch die Möglichkeit eines Sich -Entziehens. Denn auch Fotos können lügen.

Kunst wird immer mehr zur Aufklärung, um das Nichtsichtbare sichtbar zu machen. Künstler leisten Widerstand und hinterfragen die Mechanismen sozialer Kontrolle.

Zu sehen sind z.B. grünstichige Bilder mit einem Nachtsichtgerät aufgenommen, die vor allem in Kriegsschauplätzen verwendet werden. Doch hier in der Nachbarschaft von Düsseldorf passiert gar nichts. Trotzdem haben die Bilder etwas tief Beunruhigendes.



Thomas Ruff (*1958): Nacht 2 II, 1992; C-Print, 190 x 190 cm;
Hamburger Kunsthalle | © VG Bild-Kunst, Bonn 2018


Uns wird gezeigt, wie das menschliche Auge die Fähigkeit verliert, zwischen realen und fiktiven Bildern zu unterscheiden, schnell sind wir zu täuschen.

Eine zentrale Rolle spielt dabei die Ausübung von Macht und Herrschaft. All die Selfies im Internet dienen z.B. der Gesichtserkennung. Algorithmen entscheiden über Akzeptanz oder Ausschluss, und viele fallen durch das gesellschaftliche Raster. Durch Computer ist es möglich, Objekte, Gesichter, Gesten und Aktionen einer Person zuzuschreiben. Stimmen und akustische Phänomene werden ohne die Kenntnis oder Zustimmung der Person durch künstliche Intelligenz erkannt. Da geht es z.B. in den USA um illegale Abschiebung. Und deshalb sollten wir über unsere Privatsphäre und die Aushöhlung der Menschenrechte nachdenken.

Die Kunsthalle schafft es, den aktuellen Stand der Überwachung zu zeigen. In einem Rundgang sehen wir ausgewählte Werke wie Fotos, Filme und Objekte, die einen bewegenden Eindruck hinterlassen.


Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg: [DELETE]

Meinungsbildung, Auswahl und Zensur im Bildjournalismus sind hier die Themen.

Der Fokus der Bilder liegt auf Motiven, die nie gedruckt wurden. Fotografen arbeiten vor Ort an einer Reportage, schicken die Kontaktabzüge, haben aber keinen Einfluss auf das, was gezeigt wird. Oft sind es dann die Schockbilder, die eine gute Vermarktung versprechen oder ein politisches Statement abgeben. Dennoch ist es auch eine Frage, wie lange man vor Ort neutraler Beobachter ist. Ergreift man nicht immer Partei?

Die Fotografin Susan Sonntag schrieb schon über Selbstzensur.

Heutzutage ist es ja auch bereits möglich, durch Software Bilder zu produzieren ohne ein real existierendes Original. Aber auch früher hat man Kriegsszenen nachgestellt und sie als echt verkauft. Es ist alles eine Frage des Glaubens.

Hier hat man sich auf jeden Fall die Mühe gemacht zu zeigen, was nicht abgedruckt wurde. Und es entsteht eine fast beklemmende Atmosphäre, weil man erkennt, wie selektiv die Inhalte in der medialen Berichterstattung sind.

Liane Kampeter - 10. Juni 2018
ID 10746
Insgesamt bietet die 7. TRIENNALE DER PHOTOGRAPHIE HAMBURG ein gewaltiges Programm mit aber immer wiederkehrenden Aussagen. Wir müssen das Unwahrscheinliche denken, den Paradigmenwechsel zulassen, neue Wahrheiten sehen, den Moment erkennen, indem die Dinge beeinflussbar sind.

Dazu gibt es ein umfangreiches Rahmenprogramm, es werden auch Filme gezeigt. Zum ersten Mal gibt es Ausstellungen in Off-Räumen und Galerien (radikal und unkonventionell).

Die Container vor den Deichtorhallen nicht zu vergessen: [ENTER]

Zentrale Festivalwoche geht vom 7. - 17. Juni 2018.

Kurator: Krzysztof Candrowicz


Weitere Infos siehe auch: http://www.phototriennale.de


Post an Liane Kampeter

http://www.liane-kampeter.de

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