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Besprechung


USA 2007

Grind House: Planet Terror

Regie: Robert Rodriguez

Mit: Rose McGowan, Freddy Rodriguez, Michael Biehn, Jeff Fahey, Josh Brolin

Kinostart: 2. Oktober 2007

Es ist sicherlich nicht gerade einfach, die auch nur annähernd adäquate Wortwahl für einen Streifen wie den vorliegenden zu finden, wenn ungefähr zeitgleich dazu das Werk „Irreversible“ des französischen Regisseurs Gaspar Noe ertragen werden musste, welches in wenigen Sequenzen physische Gewalt als das porträtiert, was sie tatsächlich ist: Die brachiale Zerstörung des körperlichen Gewebes und der daran hängenden Existenz, visuell umgesetzt mit einer in die tiefste Magengrube schlagenden Drastik, die selbst den hartgesottenen Betrachter nicht nur augenblicklich so sehr beschäftigt, dass er das Goutierte lediglich mühsam zu verarbeiten vermag.

Robert Rodriguez, dessen bisheriges Schaffen zumindest in Auszügen zu kennen ich das überwiegend zweifelhafte Vergnügen habe, sieht sich als inszenatorischer Kasper mutmaßlich weder mit Vorwürfen allzu realistischer Gewaltdarstellung noch Anflügen von dahingehender Ernsthaftigkeit konfrontiert, ganz im Gegenteil: Metzelei, die von vermeintlich humoristischem Grienen begleitet wird, soll jedenfalls in gewissen Zirkeln als ausgesprochen spaßig empfunden werden, weshalb vornehmlich ein in den Kellergeschossen des Menschseins wohnhaftes Publikum befriedigt werden will, von dem man liebend gerne mit Nachdruck Distanz üben möchte. Dabei ist „Planet Terror“ durchaus nicht uncharmant, hat er doch als Hommage an das Kino des bedingungslosen Schundes die einschlägigen Vorbilder ins Groteske überhöht und bietet demzufolge deren Potenzierung, so dass die Fülle des bei dieser Gelegenheit Zitierten wie auch nur am Rande Angesprochenen beinahe jeglichen Rahmen sprengt. Im Unterschied zu seinem Spezi Quentin Tarantino, dessen unerträglich geschwätziger „Death Proof“ wenigstens in den USA Teil einer Doppelvorstellung mit jenem Filmchen hier gewesen ist, hat der mexikanischstämmige Maestro aber offenkundig gar nicht erst die Ambition, Dialoge für die Ewigkeit schreiben zu wollen: Der Mann scheint die eigenen Grenzen zu kennen und bewegt sich innerhalb des derart eng abgesteckten Rahmens sogar recht souverän. Vielleicht gelingt es ihm nicht zuletzt auch deshalb, den mittlerweile ziemlich abgehalfterten Beinahe-Stars der Achtziger Jahre Michael Biehn und Jeff Fahey, die bezeichnenderweise ein Brüderpaar spielen, einige herrlich abgeklärte Momente zu entlocken. Der weit überwiegende Rest besteht aus blutigem Schleim und großkalibriger Kraftmeierei. Und das ist definitiv etwas zu wenig für einen abendfüllenden Unterhaltungsanspruch.


Daniel Dohmel - red. / 30. Oktober 2007
ID 00000003500
Robert Rodriguez' Planet Terror
Originaltitel: Grindhouse: Planet Terror
(Horror), USA 2007

Kinostart: 02. Oktober 2007

Weitere Infos siehe auch: http://www.planetterror.senator.de/





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