Vier Panzer-
soldaten und
kein Hund
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Bewertung:
Ist Der Tiger (seit Januar auf Prime streambar) ein Antikriegsfilm, fragte ich soeben die KI meines Browsers, und die antwortete mir wie folgt:
"Ja, 'Der Tiger' (2025) von Dennis Gansel ist eindeutig ein Antikriegsfilm, der intensiv die klaustrophobischen und psychologischen Schrecken des Krieges innerhalb eines deutschen Panzer-Teams an der Ostfront 1943 darstellt, wobei er sich kritisch mit Heldentum, Menschlichkeit und der Entmenschlichung durch den Krieg auseinandersetzt und als Anti-Helden-Erzählung konzipiert ist."
Das nehme ich jetzt so, trotz meiner generellen Voreingenommenheit, die ich derartigen Kriegs- bzw. Antikriegsfilmen (s. Edward Bergers Im Westen nichts Neues) gegenüber habe, zur Kenntnis; wahrscheinlich bin ich doch mehr Pazifist als mir lieb wäre.
Wahrscheinlich war das (Thema: Pazifist) zu meinen Kindheitstagen etwas anders; ich erinnere mich plötzlich gut daran, mit welcher Lust und Hingabe ich damals Vier Panzersoldaten und ein Hund - die polnische TV-Serie lief in den 1970ern im Fernsehen der DDR - sah und mich auf jede weitere Folge freute; ein klassisches Kinderding à la Spielen mit dem Plastepanzer oder so.
Paar Jahre später war ich satte fünf Jahre Funker bei der NVA, halt sowas wie ein Schlipssoldat, und weil ich da nur indirekt mit Drill und militärischer Gewalt zu tun hatte, empfand ich das nicht halb so schlimm wie ich es eigentlich, und meiner zurückhaltenden Natur gemäß, hätte empfinden müssen; egal: Es war einmal...
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Zum Film:
"Die Erzählung beginnt mit der Verteidigung einer Brücke, über die sich deutsche Soldaten zurückziehen und durch den titelgebenden Panzerkampfwagen VI Tiger unterstützt werden. Nachdem alle Soldaten über die Brücke gelangt sind, zieht sich auch der Panzer in den letzten Minuten vor der geplanten Brückensprengung durch deutsche Jagdbomber zurück. Dabei gerät die Tiger-Besatzung um Kommandant Philip Gerkens in das Feuerinferno der Explosionen." (Quelle: Wikipedia)
David Schütter spielt den Panzerkommandanten, und mit ihm scheint von Anfang an irgendwas, also "rein innerlich", nicht ganz koscher zu sein. Man sieht einige Tagtraumfetzen, einerseits aus glücklichen Sommer-Friedenszeiten mit seiner Freundin, andererseits aus einer dauerbrennenden Perspektive heraus, letzteres wohl mehr als Alptraum: lichterloh brennende Häuser, aus denen Menschenschreie zu vernehmen sind - die Aufklärung dieses ihn peinigenden Traumas erfolgt zum Schluss: Bei einem Einsatz in Stalingrad befahl er die Inbrandsetzung einer Häuserzeile, hinter deren Fassaden Russinnen und Russen zusammengetrieben worden waren; also ein Massaker = Kriegsverbrechen; und sein früherer Soldatenkumpel und Freund Paul von Hardenburg (Tilman Strauß) war eigentlich dagegen und litt seither nicht minder an diesem barbarischen Gau, bei dem er live zugegen sein musste - ihn wiederum, der es inzwischen zum Oberstleutnant der Wehrmacht brachte, mit dem Tiger im feindlichen Niemandsland aufzuspüren und hinter die Frontlinie zurückzuholen, war der Auftrrag der fünf- bzw. vierköpfigen Panzerbesatzung (Sebastian Urzendowsky als Funker Keilig ging dabei drauf). Und als sie den Gesuchten schließlich fanden, kommt es zur Wiederbegegnung zwischen Gerkens & v. Hardenburg, und sie plappern sich moralisierend und philosophierend gegenseitig voll à la Der-Krieg-hat-keinen-Sinn-mehr oder Alles-verloren usw. usf.
Laurence Rupp (als Christian Weller), Leonard Kunz (als Helmut) und Yoran Leicher (als Michel) komplettierten die Panzerbesatzung.
Emotionales (zwischen den deutschen Wehrmachtsmänner) inbegriffen.
Ein sentimental verunglücktes Hohelied auch auf den VI Tiger.
Alles in allem:
Ein Scheißkriegsfilm.
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Der Tiger | (C) Amazon MGM Studios
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Andre Sokolowski - 11. Januar 2026 ID 15643
https://www.amazon.de/Tiger-Dennis-Gansel/
https://www.andre-sokolowski.de
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