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Hollywood

Meisterstück der

Animation



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Kubo - Der tapfere Samurai ist ein Märchen in japanischem Stil und liebevoll in der extrem zeitaufwändigen Stop-Motion-Technik gedreht. Der Titelheld ist ein kleiner Junge, dessen Mutter krank ist und der mit dem öffentlichen Erzählen von Heldensagen seinen Unterhalt verdient. Er spielt dabei eine magische Shamise, ein japanisches Saiteninstrument, das Papierblätter in animierte Origami-Figuren verwandeln und Kubos Schilderungen illustrieren kann. Seine Mutter hat ihm eingeschärft, dass er immer vor Einbruch der Dunkelheit zu Hause sein muss, weil er sonst den Geist des rachsüchtigen Moon King heraufbeschwören würde, der Blutrache geschworen hat. Kubo befolgt die Anweisungen der Mutter auch immer, bis er eines Tages abgelenkt wird und die Dunkelheit einbricht, bevor er zu Hause ist. Nun muss er ein Familiengeheimnis lösen und kann die Gefahr nur bannen, wenn er die goldene Rüstung seines verstorbenen Vaters findet.



Kubo kann mit seiner Shamise Origami-Figuren aller Art beleben. Hier formen sie Flügel für ihn | © Universal Pictures International


Auf seine gefährliche Abenteuerreise begleitet ihn die Äffin Monkey, und als sie auf ihrem Weg einem Riesenkäfer namens Beetle begegnen, schließt der sich ihnen an. Über den Inhalt der Geschichte soll an dieser Stelle nicht so viel berichtet werden, weil sie sehr abwechslungsreich und fantastisch ist. Die wunderbare Story und das Drehbuch entwickelten Marc Haimes, Chris Butler und Shannon Tindle, der auch für das Design der Figuren verantwortlich ist. Für Travis Knight ist Kubo zwar sein Regiedebüt, als Animator arbeitet er aber schon seit über 20 Jahren, u. a. für Coraline, der ebenfalls von Laika Films produziert wurde. Nach eigenen Aussagen will Laika Films die Animationskunst weiterentwickeln, was ihnen mit Corpse Bride, Para Norman und Boxtrolls schon mehrfach gelungen ist. Die Produktion der Animationsfilme benötigt sehr viel Zeit, so dass zwischen den Filmen immer Jahre vergehen. Mit Kubo ist Laika wieder ein großer Wurf gelungen.




Kubo erlebt mit Monkey und Beetle das Abenteuer seines Lebens | © Universal Pictures International


Regisseur Knight hat einen hohen Anspruch: „Wir sind Erben einer großen Tradition von Geschichtenerzählern. Ob um ein Lagerfeuer sitzend, in einem Amphitheater des altertümlichen Griechenlands oder in einem Rollentheater in Shakespeares England, Geschichten in einem gemeinschaftlichen Umfeld zu erleben ist ein kraftvolles zeitloses Ritual.“ Wir haben mit dem kleinen Kubo auch innerfilmisch einen großen Geschichtenerzähler, der jetzt allerdings nicht mehr nur von Heldentaten erzählt, sondern sie selber bestehen muss. Solidarität, Liebe und Freundschaft spielen dabei eine große Rolle.



Monkey will das goldene Schwert für Kubo retten | © Universal Pictures International


Kubo erlebt während seiner Abenteuer einen tiefgreifenden Reifeprozess. Seine Widersacher stammen aus seiner eigenen Familie. In der japanischen Tradition ist die Verehrung der Ahnen von sehr großer Bedeutung, und Kubo muss sich nicht nur als Schwertkämpfer beweisen, sondern sich auch den Dämonen der Familiengeister stellen. Die Geschichte trägt sich am Tage des O-bon-Festes zu, das der Begegnung und Aussöhnung mit den Ahnen gewidmet ist. Das ist bei Kubos im wahrsten Sinne des Wortes mörderischen Verwandtschaft eine nahezu unmögliche Mission.

Kubo - Der tapfere Samurai ist eine tiefe Verbeugung vor der japanischen Kultur und der Kunst der Manga-Comics. Insbesondere verehrt Travis Knight den japanischen Meisterregisseur Akira Kurosawa (1910-1998), den Steven Spielberg als „Shakespeare der Bilder“ bezeichnet hat. „Seine [Kurosawas] Kompositionen, Schnitt, Bewegungen, Licht und Schatten sind die ästhetische Inspiration für Kubo. Aber es ist nicht nur, wie er Filme macht, es ist auch über was er Filme macht: Existenzialismus, Humanismus und Heldenideale...“

Kubo ist deshalb weit mehr als nur ein Kinderfilm, es ist ein ästhetischer Genuss der besonderen Art, der für die ganze Familie geschaffen ist. Er eignet sich als Popcorn-Kino, ist zugleich aber ein filmisches Meisterwerk, das durch Detailverliebtheit, Sorgfalt und Handwerk beeindruckt.

Helga Fitzner - 25. Oktober 2016
ID 9636
Weitere Infos siehe auch: http://www.kubo-film.de/


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