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Rezension


Filmstart: 21. März 2013

Kon-Tiki (GB / DK / N / D 2012)


An der Realisierung des aufwändigsten Abenteuerfilms der skandinavischen Filmgeschichte war auch eine Berliner Firma beteiligt


Beim Barte der Ethnologen

Mit Kon-Tiki kommt an diesem Donnerstag endlich wieder ein unterhaltsamer, bildgewaltiger, rein europäischer Abenteuerfilm in die Kinos. Erzählt wird die aberwitzige und wider alle Erwartungen erfolgreiche Expedition, die der norwegische Abenteurer und Ethnologe Thor Heyerdahl (1914-2002) 1947 zusammen mit einigen männlichen Mitstreitern quer über den Pazifik unternahm – per Floß, der „Kon-Tiki“. Mit der 8000 Kilometer langen, lebensgefährlichen Überfahrt von Südamerika nach Polynesien bewies Heyerdahl einer skeptischen Fachwelt, dass südostasiatische Inseln tatsächlich von den Naturvölkern Südamerikas angesteuert und besiedelt wurden.

Um die Schauplätze und Besonderheiten der damaligen, 101-tägigen Expedition – darunter Begegnungen mit Haischwärmen und Riesenwalen – möglichst authentisch und unterhaltsam nachzuerzählen, wurden nicht weniger als 510 verschiedene Computerbilder aufgeboten. Gedreht wurde unter anderem in Norwegen, Schweden, Thailand, Kolumbien und auf Malta und den Malediven. Um Seestürme und hohen Wellengang zu simulieren, wurde ein spezielles Bassin mit Hebebühne und Wasserkatapulten angefertigt, in dem die nachgebaute Holz-Kon-Tiki hin- und her geschüttelt werden konnte.

So heftig die Wellen mitunter schlagen, hätte auch die Story des Films noch etwas mehr psychologischen Tiefgang vertragen, die sich allzu sehr auf die Schauwerte verlässt, zu denen in Kon-Tiki auch diverse attraktive, braungebräunte Männerkörper gehören. Bei den Premieren auf den Nordischen Filmtagen in Lübeck und im Kino International in Berlin reckten viele Frauen die Hälse nach den hochgewachsenen, skandinavischen Darstellern, die ihre dichten Filmbärte inzwischen abgelegt hatten: „Die Bärte gehörten zu den kompliziertesten Spezialeffekten“, erklärt Dario Suter schmunzelnd, „denn sie mussten bei rund 40 Grad Celsius und ständiger Nässe bis zu zehn Stunden haften bleiben.“




Foto (C) DCM

Foto (C) DCM



An der Herstellung des aufwändigsten skandinavischen Films aller Zeiten war auch die Berliner Produktionsfirma DCM beteiligt. Die 2008 von drei Schweizern gegründete Firma war zunächst durch die Finanzierung junger Start-Up-Unternehmen, also im Internetgeschäft, und zuletzt als Partnerfirma des Regiedebüts von Schauspieler Dustin Hoffmann, Quartett, hervorgetreten. Mit der Ko-Finanzierung von Kon-Tiki hatten es die DCM-Chefs allerdings mit einer besonderen Größenordnung zu tun, an dessen Finanzierung erfahrene Hollywoodproduzenten zuvor gescheitert waren, die sich die Rechte an Heyerdahls Erlebnisbericht vor etlichen Jahren gesichert hatten.

„Wir hatten schon befürchtet, dass die Geschichte für Norwegen verloren ist“, sagt der norwegische Produzent Aage Aaberge, „doch nach 2008 kam das Regie- und Drehbuchduo Joachim Rønning und Espen Sandberg ins Spiel.“ Die beiden Norweger kennen sich schon seit der Grundschule und drehten schon im Alter von neun Jahren zusammen Amateurfilme. Nach ihrem erfolgreichen Hollywood-Debüt Bandidas mit Salma Hayek und Penelopez Cruz durften sie ihrem Landsmann Heyerdahl ein filmisches Denkmal setzen.

„Wir haben uns erst einen Monat bevor die Norweger mit den Dreharbeiten loslegen wollten, mit den beiden Regisseuren in Berlin getroffen. Aber ihre Vision hat uns so überzeugt, dass wir schon nach 45 Minuten mit im Boot waren“, berichtet einer der DCM-Chefs, Dario Suter. Zugute kamen der Filmcrew die Erfahrungen des Enkels von Thor Heyerdahl, Olav, der die Expedition seines Großvaters 2006 mit einem ähnlichen Floß wiederholte: Elf Baustämme, die zu 35 Quadratmetern zusammengebunden wurden. Dieses Floß wurde für den Film „zu 80 Prozent“ nachgebaut, so Suter. Dank der heutigen Kenntnisse über den Pazifik brauchten Olav Heyerdahl und seine Crew für die Reise 30 Tage weniger als sein Großvater, der 1947 ohnehin viel gefährdeter war: Im Gegensatz zu seinem Enkel konnte er nicht schwimmen.



Berliner Premiere mit dem Enkel des Ethnologen, Olav Heyerdahl (ganz links), den Regisseuren Espen Sandberg und Joachim Rønning (zweiter und dritter von links) und den männlichen Hauptdarstellern Pal Sverre Hagen (im Film Thor Heyerdahl, zweiter von rechts), Odd-Magnus Williamson (im Film Erik Hesselberg, dritter von rechts) und Tobias Sandelmann (im Film Knut Haugland, rechts) - Foto (C) DCM


Max-Peter Heyne - 21. März 2013 (4)
ID 6635

Weitere Infos siehe auch: http://www.kontiki-derfilm.de


Post an Max-Peter Heyne



 

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