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Rezension


Schauspielerin Anne Schäfer brilliert im Film Jasmin als verzweifelte Kindermörderin




Einblicke in eine verlorene Seele

Nur selten beruht die Wirkung eines Films so sehr auf dem Können der Hauptdarstellerin wie im Falle von Jasmin, der ab 14. 6. in deutschen Kinos zu sehen ist. Wie schon im Kammerspiel Der Totmacher mit Götz George von 1995 besteht auch Jasmin nahezu komplett aus Dialogen, die zwischen Arzt und Inhaftiertem im Gefängnis geführt werden – diesmal aber mit weiblichen Rollen: Wiebke Puls spielt eine Justizpsychiaterin, die in Gesprächen etwas über den Geisteszustand und die Tatmotivation von Jasmin (Anne Schäfer) herausfinden soll, die zuerst ihre kleine Tochter umgebracht und anschließend einen Selbstmordversuch begangen hat. Das Drehbuch von Regisseur Jan Fehse basiert auf gerichtspsychiatrischen Protokollen authentischer Fälle.

Da Jasmin nicht auf Dramatisierung durch filmische Extravaganzen angelegt ist, sondern als nüchterne Fallstudie, obliegt es den beiden Schauspielerinnen, für die nötige Intensität und Emotionalität zu sorgen. Wiebke Puls und Anne Schäfer meistern ihre Aufgabe mit Bravour, wobei beiden ihre jeweils langjährige Theatererfahrung zu Gute kam. Denn Regisseur Jan Fehse ließ die vier langen Gesprächssequenzen, aus denen der Film besteht, an nur vier Drehtagen wie am Theater „in jeweils einer Sitzung hintereinander durchspielen“, wie Anne Schäfer berichtet. Um verschiedene Bilder von diesen „relativ kurzen und hochkonzentrierten Sitzungen“ zu erhalten, wurde jeweils „mit sieben Kameras gedreht“, sagt Schäfer.




Anne Schäfer als Jasmin im Film von Jan Fehse - Foto © Camino Filmverleih

Szene aus Jasmin - Foto © Camino Filmverleih

Wiebke Puls (als Justizpsychiaterin) im Film Jasmin - Foto © Camino Filmverleih



Die Schauspielerinnen sollten sich zwar sehr genau an die Texte im Drehbuch halten, aber Regisseur Fehse wollte nicht, dass sich die beiden vor dem Dreh sehen. Geprobt wurde mit anderen Anspielpartnerinnen, „damit wir uns nicht auf das Gegenüber und ihre Reaktionen einstellen“, sagt Anne Schäfer: „Dadurch entwickelte sich eine extreme Spannung am Set und ein spezielles Band zwischen mir und meiner Kollegin“, sodass „man sich regelrecht in die Charaktere hineingeschraubt hat“. Anders als beim Theater, wo auch die letzte Reihe noch mitbekommen soll, was gespielt wird, werde durch eine dicht an der Person klebende Filmkamera „viel mehr das Denken gezeigt“, das man beim Spielen leiste, sagt Anne Schäfer: „Das gibt die Möglichkeit für viele Nuancen, was mir viel Spaß gemacht hat.“

Zu diesen Nuancen zählt auch die nervöse Unruhe, die Anne Schäfer als Jasmin von Anfang an durchscheinen lässt, und die dem Zuschauer hilft, das Geständnis am Ende des Films zumindest ansatzweise nachzuvollziehen: „Ich wollte keine Frau zeigen, die schon im ersten Bild als eiskalte Mörderin identifizierbar ist, sondern jemanden, der aus Verzweiflung gehandelt hat sich seiner Schuld bewusst ist“, sagt Anne Schäfer, die hoffentlich noch oft auf deutschen Leinwänden zu sehen sein wird.


Max-Peter Heyne - 13. Juni 2012
ID 6034

Weitere Infos siehe auch: http://www.jasmin-derfilm.de





 

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