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Hollywood

Strange

Magic



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Dr. Stephen Strange (Benedict Cumberbatch) ist ein versnobter Kotzbrocken, arrogant, stinkreich, ehrgeizig, erfolgreich und als Mediziner auch noch ein begnadeter Neurochirurg. Er arbeitet in einer renommierten New Yorker Klinik, und da ist wohl was mit seiner Kollegin Dr. Christine Palmer (Rachel MacAdams), aber der Herr Doktor hat offensichtlich Probleme mit der Beziehungsfähigkeit. Nach einem Autounfall sind seine Hände schwer verletzt, und auch nach Besuchen bei den besten Koryphäen besteht keine Aussicht, dass die Feinmotorik seiner Hände zurückkehren wird und er je wieder operieren kann. Dadurch stürzt das Kartenhaus seines Lebens ein, denn er ist abhängig von seinem Erfolg und der Befriedigung seines Egos. Aber das funktioniert nicht mehr. Da hört er von einer seltsamen Heilmethode. Strange fliegt nach Kathmandu und sucht dort eine mystische Lehrerin, „Die Älteste“ (Tilda Swinton), auf. Anfangs stellt er sich sehr ungeschickt an, weil er sein Ego nur schlecht unterdrücken kann, aber allmählich beherrscht er die Welt der Mystik und ist in der Lage in verschiedene Dimensionen einzutauchen.



Die Älteste (Tilda Swinton) unterrichtet Doctor Strange (Benedict Cumberbatch) in Mystik | © Walt Disney Studios Motion Pictures Germany


Die Hände heilen nicht, aber Strange erfährt von einem Kampf mit Dunkelmächten und muss sich nun entscheiden, ob er bereit ist, seine neu erworbenen magischen Fähigkeiten dafür einzusetzen, die Welt zu retten. Aber der Oberschurke Kaecilius (Mads Mikkelsen) ist ein zäher Bursche und scheint ihm haushoch überlegen zu sein und hält seine Bosheit auch noch für einen Segen.



Der Schurke Kaecilius (Mads Mikkelsen) hält sich für einen Segen der Menschheit | © Jay Maidment / Walt Disney Studios Motion Pictures Germany


*

Einigen Fans der Marvel-Comics, auf denen die Geschichte basiert, machen ein paar Freiheiten zu schaffen, die sich Scott Derrickson als Co-Drehbuchautor und Regisseur für den Film Doctor Strange herausgenommen hat. Der Lehrer „The Ancient One“ ist ursprünglich ein tibetanischer Mönch und wird jetzt von einer weißen Frau gespielt. Aber die unvergleichliche Tilda Swinton spielt ihre Rolle so einzigartig, dass es deswegen keinen Grund zur Beanstandung gibt. Die New York Times berichtete im Vorfeld, dass eine tibetische Figur die Chinesen hätte verärgern können und China der zweitgrößte Absatzmarkt für US-Filme ist. Die eher untergeordnete Figur des Wong aus dem Comic avanciert dafür zum Meister der mystischen Kunst (Benedict Wong, ein britischer Schauspieler, dessen Eltern aus Hongkong immigrierten). Wong steht Strange bei seinem Kampf gegen das Böse selbständig zur Seite. Die Rolle des Mordo (Chiwetel Ejiofor) ist weitreichend umgeschrieben, er ist kein Widersacher, sondern ein Unterstützer von Strange, aber nach dem Abspann wird schon angedeutet, dass es eine Fortsetzung geben wird. Man weiß nicht, wie sich die Rollen noch entwickeln werden. Insgesamt passt das Ensemble sehr gut zueinander.



Mordo (Chiwetel Ejiofor) hilft Doctor Strange (Benedict Cumberbatch) bei seiner Mission | © Walt Disney Studios Motion Pictures Germany


Was den Film aber ausmacht, ist der umwerfende Humor. Die Helden nehmen sich und die Mystik total ernst, und es kommt immer wieder zu Clashs mit der irdischen Realität. Der Witz überrascht bei einem Regisseur, der bislang für Horrorfilme wie Hellraiser V – Inferno und Der Exorzismus von Emily Rose bekannt ist. Derrickson hat einige der großartigsten Schauspieler der Welt in diesem Film vereint, allen voran Cumberbatch, Swinton, Mikkelsen und Ejiofor, die sich gegenseitig anzuspornen und zu inspirieren scheinen.

Das Produktionsdesign von Charles Wood sowie die visuellen Effekte von Paul Corbould und Stephane Ceretti kreieren für die Zuschauer einen schwindelerregenden psychedelischen Trip. Auch Kamera, Schnitt, Musik, das Gesamtpaket sind auf höchstem Niveau. Wenn man bedenkt, dass es sich im Original um Comicfiguren handelt, so ist davon nichts mehr übrig. Doctor Stranges Geschichte ist vor allem ein menschliches Dilemma und Cumberbatch spielt es mit Wut, Mut, Verzweiflung und Verletzlichkeit. Das Retten der Welt hat es halt ziemlich in sich, und wir dürfen uns auf eine Fortsetzung freuen.


Helga Fitzner - 27. Oktober 2016
ID 9640
Weitere Infos siehe auch: http://www.marvel.de/


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