Und es bewegt
sich doch?!
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Bewertung:
Die zehnjährige Aurora (Sophie Sloan) ist überzeugt davon, dass der Staub unter ihrem Bett in Wahrheit ein Monster ist, das ihre Pflegeeltern auf dem Gewissen hat. Nachdem sie ihren namenlosen Nachbarn (Mads Mikkelsen) dabei beobachtet hat, wie dieser einen Drachen tötete, bittet sie ihn um Hilfe. Der Auftragskiller hört sich Auroras Anliegen an und verspricht dann tatsächlich, der Sache auf den Grund zu gehen. Das klingt wie ein Kinderfilm, aber Achtung, die Altersfreigabe ist erst ab 16 Jahren. Der Macher von Dust Bunny hat mit Mads Mikkelsen schon die TV-Serie Hannibal gedreht, und Bryan Fuller führt das erste Mal in einem Kinofilm Regie, für den er das Drehbuch geschrieben hat und auch als Produzent fungiert. Hier wurde alles mit Hilfe der digitalen Technik, der Kameraführung, dem Setdesign, den Kostümen und allen anderen Bereichen sorgfältig und sehr aufwendig in Szene gesetzt.
Fuller hat einen spektakulären Kampf mit inneren und äußeren Dämonen ersonnen, bei dem man anfangs zwischen Fantasie und Realität nicht unterscheiden kann. Mads Mikkelsen fasst zusammen:
"Wir haben eine durch und durch charmante wie spannende Geschichte zum Leben erweckt, eine berührende Reise von zwei Menschen, die eigentlich niemanden in ihrem Leben haben und schließlich einander finden – durch einige Schocker, Lacher und Überraschungen."
Dust Bunny ist in erster Linie ein exzellentes Feuerwerk an visuellen Ideen. Gedreht wurde in Studios in Ungarn, wo man ein magisches Interieur erschuf, das an pompöse Häuser in New York erinnert, sowie Außenaufnahmen, die das herunter gekommenere Chinatown evozieren. Die ansonsten unerschrockene Aurora verfolgt den Nachbarn dort nächtens und beschließt, ihn mit der Jagd nach ihrem Monster zu beauftragen. Der Nachbar ist von der Entschlossenheit des Mädchens beeindruckt, das genau beschreibt, wie das Monster vorgeht.
In das unauffällige und abgeschiedene Leben des Auftragskillers tritt nun viel unwillkommene Bewegung ein. Irgendein Amt ermittelt wegen Aurora, ihm selbst soll es an den Kragen gehen und eine mysteriöse Vorgesetzte namens Laverne (Sigourney Weaver) verlangt von ihm, dass er... (Überraschen lassen!) - Fuller hat ein Füllhorn sprechender Bilder inszeniert: So sitzen der Nachbar und Aurora in einem chinesischen Restaurant, das ein riesiges Aquarium hat, in dem Haie herumschwimmen. Und in einem solchen Haifischbecken befinden sich beide.
Mit der Behörde und den auf ihn angesetzten Mördern kann der Nachbar umgehen. Aber was ist, wenn Auroras Monster real ist? Und wie kann er ihr helfen? Mittlerweile haben die beiden Freundschaft geschlossen, und es muss eine Lösung gefunden werden. Da hat sich der Macher einen geschickten Geniestreich einfallen lassen mit einem fulminanten Ende und einem farbenprächtigen, spektakulären Showdown. Viele Unklarheiten werden bewusst nicht gelöst, denn die Geschichte ist eine Fabel. Das Genre des Films ist genauso uneindeutig: Es weist Elemente von Fantasy, Horror, Thriller und Tarantino-ähnlichen Mordeinlagen auf. Im Grunde genommen ist Dust Bunny ein eigenständiges Format, wie auch Mads Mikkelsen (zuletzt zu sehen in Therapie für Wikinger) sich als Schauspieler nicht von Klischees oder Genres einengen lässt. Die kleine Sophie Sloan stammt aus Schottland und ist eine wahre Pracht. Sie hat seit ihrem vierten Lebensjahr Schauspielunterricht und spielt ihre erste große Kinorolle ziemlich routiniert und mit großem Talent.
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Die kleine Aurora (Sophie Sloan) hat ihren Nachbarn (Mads Mikkelsen) überredet, das Monster unter ihrem Bett zu jagen | © Roadside Attractions, Lionsgate
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Der ernstere Hintergrund der Geschichte scheint nur dezent durch. Da ist es gut, dass sich in der Wirklichkeit die kindlichen Rachegelüste nicht in Form von realen Ungeheuern äußern. Trotz allem existieren diese Dämonen in uns und belasten uns oft bis ins Erwachsenenalter oder ein Leben lang. Sich diesen inneren Konflikten zu stellen, ist oft ein steiniger Weg. Fuller meint dazu:
"Falls Dust Bunny Gespräche anregt, hoffe ich, dass sie davon handeln, auf Kinder einzugehen und wahrzunehmen, was sie vielleicht nicht mit Worten sagen, aber auf andere Weise ausdrücken. Wie schön wäre es, wenn unser Film einem (inneren) Kind das Gefühl vermitteln könnte, verstanden und ernst genommen zu werden…?"
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Helga Fitzner - 18. Februar 2026 ID 15703
Weitere Infos siehe auch: https://www.dustbunnyfilm.com/home/
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