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Hollywood

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Bewertung:    



Gestern Nachmittag war ich im Zoo Palast, dem Nachfolgebau des einstmaligen Uraufführungsfilmtheaters der Universum Filmaktiengesellschaft (Ufa) in Berlin, und schaute mir dort die neueste Hollywood-Verfilmung von Homers Die Odyssee an. Sie ist der diesjährige Sommerkracher und als 70-mm-Filmhighlight in all die Kinos gelangt, die für diese Vorführtechnik mit den entsprechenden Projektoren aufwarten können. (Selbstverständlich wird der Streifen auch als "Normal-Version" in allen übrigen Kinos gezeigt werden.)

Erinnern wir uns: Filme im 70-mm-Format hatten v.a. in den 1960ern bis 1970ern Konjunktur (Lawrence von Arabien oder 2001. Odysee im Weltraum). In der DDR wurde die um diese Zeit erkleckliche Auswahl an US-amerikanischen Einkäufen (El Cid; Der Untergang des Römischen Reiches; Krakatoa; Mackenna's Gold; Eine total, total verrückte Welt usw. usf.) durch DEFA-Eigenproduktionen (KLK an PTX - Die Rote Kapelle; Orpheus in der Unterwelt; Hauptmann Florian von der Mühle; Signale, ein Weltraumabenteuer...) oder den fünfteiligen sowjetischen Kriegsschinken Befreiung (mit dem unvergessenen Fritz Diez als Hitler; alle Schwarz-Weiß-Filmteile, die zumeist im Führerbunker spielten, wurden damals von der DEFA beigesteuert) sozusagen kompensiert. Und in jedem der 15 Bezirkshauptstädte gab es damals mindestens ein 70-mm-Kino, und so tat ich als Kind diese spektakulären "Großfilme" regelmäßig sehen und bedauerte es sehr, dass es sie ab den 1990ern allmählich nicht mehr gab: zu teuer alles das.

Und gestern stellte ich verblüffend fest: Das aktuelle 70-mm-Format bei der Odyssee wirkte nicht annähernd so "groß" wie bei den Filmen, die ich von früher her in Erinnerung hatte - wahrscheinlich lag es daran, dass die Leinwand im Kino 1 vom Zoo Palast von einer noch größeren Umrandungsfläche umgeben war und ergo nicht die ganze Vorderfront einnahm; eine optische Täuschung also, die jedoch das von mir erwartete Aha-Erlebnis deutlich diminuierte. Egal.

*

Zum Film:

Christopher Nolan stemmte ihn (als Drebuchautor, Regisseur und Co-Produzent), und Matt Damon war als Titelheld zu sehen resp. zu bewundern - ja, er müsste wochenlang im Fitnesstudio zugebracht haben, um jetzt so auszusehen, wie er halt jetzt aussah (im Vergleich zu seinem hänflingszarten Mr. Ripley vor fast 30 Jahren eine wahre Mutation zum Goliath vs. David); ein durch und durch trainiertes Kraftpaket der dennoch unaufdringlich-ansehlichsten Art, Respekt!



Matt Damon (als Odysseus) in Die Odyssee | (C) Universal Studios


ChatCBT verkürzt den Unterschied zwischen der Filmversion und dem literarischen Original bei Homer wie folgt:


"Der Film Die Odyssee hält sich zwar an die Grundhandlung von Homers Epos, verändert aber einige Details, um die Geschichte spannender und leichter verständlich zu machen. Im Film werden viele Ereignisse verkürzt oder ausgelassen, während Homer sie ausführlich beschreibt. Außerdem liegt der Schwerpunkt im Film stärker auf Action und den Abenteuern des Odysseus, während die literarische Vorlage auch Themen wie Klugheit, Schicksal, Gastfreundschaft und das Eingreifen der Götter ausführlich behandelt. Die Figuren wirken im Film oft einfacher dargestellt, während sie bei Homer komplexer beschrieben werden. Insgesamt bleibt die Handlung ähnlich, aber der Film ist eine vereinfachte und modernisierte Umsetzung der ursprünglichen Geschichte."


Dann wissen wir diesbezüglich nichtswissend also erst einmal bescheid.

Von den (bei Homer) überlieferten Irrfahrtsstationen des Odysseus wurden im Film die folgenden berücksichtigt: die Begegnung mit dem Kyklopen Polyphem, der Aufenthalt bei Kirke (Samantha Morton), die Verführung durch die Sirenen, der Aufenthalt bei Kalypso (Charlize Theron) sowie die Bestrafung nach dem Frevel an den Rindern des Helios.

Zentral behandelt wurden Odysseus' persönliche Entwicklung und seine Rückkehr zur Familie - bei dem die Penelope (Anne Hathaway) permanent anbaggernden Freier-Rudel wurde die Figur des "Oberfreiers" Antinoos (Robert Pattinson) besonders herausgestellt und überhöht.

Tom Holland spielte Odysseus' Sohn Telemachos, und die kenianisch-mexikanisch-US-amerikanische Schauspielerin Lupita Amondi Nyong’o Buyu war (was das griechische Publikum etwas verstört zu haben schien) als schwarzhäutige Helena und Klytaimnestra besetzt.

* *

Fast drei Stunden dauerte der Film, dessen unendlich scheinender Erzählfluss und mehr oder weniger eindimensionale Bilderflut zum Schluss hin stark ermüdeten.
Bobby King - 18. Juli 2026
ID 15950
Weitere Infos siehe auch: https://www.upig.de/micro/die-odyssee


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Bewertungsmaßstäbe:


= nicht zu toppen


= schon gut


= geht so


= na ja


= katastrophal

 


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