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Berlinale


Berlinale – Ein Blick in die Runde (2)



Dollhouse | Das Puppenhaus; Panorama; IRL 2011; REGIE: Kirsten Sheridan; Shane Curry (auf dem Foto) - © The Factory




[DOK: Dokumentarfilm - PANORAMA / PANORAMA SPECIAL / PANORAMA DOKUMENTE]




10+10
PANORAMA, Regie: diverse, Taiwan, 114 min.
Vielseitiges Gemeinschaftsprojekt von zwanzig taiwanesischen Regisseurinnen und Regisseuren, die mit ihren kurzen Episoden Skizzen zur Geschichte und Gegenwart ihres Landes vermitteln, die stark von der Absetzung zum kommunistischen Mutterland China geprägt sind. Entsprechend häufig ist diese Negativspiegelung ein Thema, wobei nicht alle motivischen bzw. symbolischen Details für europäische Zuschauer zu entschlüsseln sind. Wie immer bei solchen ‚Omnibus-Filmen‘ wirken die unterschiedlichen Handschriften und Stile, die von drastisch bis poetisch reichen, auch unterschiedlich überzeugend. (MPH)

Fazit: Empfehlenswert!


Anak-Anak Srikandi (Children of Srikandi) DOK
PANORAMA, Regie: Children of Srikandi Collective (Deutschland/Indonesien) 75 min.
Von acht Regisseurinnen stimmig und überzeugend gefilmte Porträts lesbischer Frauen und ihrer Erfahrungen im muslimisch geprägten Indonesien. Die verschiedenen Schicksale der Porträtierten werden mit zwischengeschnittenen Szenen aus der Erzählung über die Kriegerin Srikandi kontrastiert – einer der Hauptcharaktere der indischen Mythologie in Form traditionellen jawanesischen Schattenpuppentheaters. (GL)

Fazit: Bedingt empfehlenswert!


The Convoy
PANORAMA, Regie: Alexey Mizgirev, Russische Föderation, 81 min.
Mit Oleg Vasilkov, Azamat Nigmanov, Dmitry Kulichkov.
Der durch den Tod seiner kleinen Tochter traumatisierte, innerlich abgestumpfte Militärhauptmann Ignat soll einen Fahnenflüchtigen aufspüren und zum Armeegefängnis überführen. Im winterlichen Moloch Moskau wird den ohnehin Gebeutelten nachdrücklich die Lektion erteilt, dass innerhalb der moralisch zerbröselnden russischen Gesellschaft Korruption, Gelichgültigkeit und Gewaltausübung anstelle menschlichen Miteinanders und Mitleidens getreten sind. Der Regisseur malt seine bedrückende Zustandsbeschreibung Russlands bewusst in düstersten Tönen aus und lässt keinen Platz für Hoffnung, Zuneigung oder Vergebung. Wenn die Erzeugung von Widerwillen und Abstoßung beabsichtigt sein soll, dann – aber nur dann – hätte der Film sein Ziel erreicht. (MPH)

Fazit: Nicht empfehlenswert!


Death For Sale
PANORAMA, Regie: Faouzi Bensaïdi, Frankreich, 117 min.
Mit Fehd Benchemsi, Fouad Labiad, Mouhcine Malzi, Imane Elmechrafi.
Drei junge arbeitslose Streuner schlagen sich in einer marokkanischen Küstenstadt mit kriminellen Delikten durch. Der älteste von ihnen, Allal, ist bereit, gefährliche Grenzen zu überschreiten, um seiner Angebeteten, der schönen Prostituierten Dounia, aus ihrer Misere herauszuhelfen. Mithilfe eines klug durchkomponierten Drehbuchs und eines ausdifferenzierten Figurenensembles entwirft Regisseur Bensaïdi abseits der üblichen Klischees ein nüchtern-realistisches Panorama der marokkanischen Gesellschaft, in der extreme soziale Unterschiede und die Sehnsucht nach westlicher Liberalität und Dekadenz die Verhältnisse der Menschen untereinander bestimmen. Die Islamisten erscheinen im Vergleich zu den korrupten Eliten und den skrupellosen Kriminellen wie verantwortungsbewusste Bürger, die noch aus Überzeugung handeln. Der konsequent durchgehaltene lakonische Tonfall hält die reißerischen und melodramatischen Motive im Zaun. (MPH)

Fazit: Empfehlenswert!


Dollhouse
PANORAMA, Regie: Kirsten Sheridan, Irland, 90 min.
Mit Seana Kerslake, Jonny Ward, Ciaran McCabe, Kate Brennan, Shane Curry.
Fünf Teenager brechen in die teure Dubliner Vorstadt-Villa der Eltern eines der Jugendlichen ein, wo sie während der Nacht in einer eskalierenden gruppendynamischen Improvisation emotional außer Kontrolle geraten und ihre Beziehungen bis zum unerwarteten Schluss untereinander auf die Probe stellen. In suggestiven und allegorischen Bildern spannend erzählt. (GL)

Fazit: Sehr empfehlenswert!


Fon Tok Kuen Fah (Headshot)
PANORAMA, Regie: Pen-Ek Reatanaruang, Thailand/Franreich, 105 min.
Mit Nopachai „Peter“ Jayanama, Sirin „Cris“ Horwang.
Konventionell inszenierter thailändischer Anti-Korruptionskrimi mit guten Schauspielern, aber zu vielen Leichen. (GL)

Fazit: Bedingt empfehlenswert!


König des Comics – Ralf König DOK
PANORAMA, Regie: Rosa von Praunheim, Deutschland, 80 min.
Ein routiniert gedrehter, unterhaltsamer und aufschlussreicher Ausflug ins Leben von Deutschlands erfolgreichstem Comiczeichner, Ralf König, der mit Bestsellern wie „Der bewegte Mann“ und weiteren witzig-schamlosen Comicbänden nicht nur die Schwulenszene auf liebevolle Weise karikiert, sondern auch Brücken der Verständigung zwischen Heteros und Homos gebaut hat. Kinostart: März 2012 (MPH)

Fazit: Empfehlenswert!


Man On Ground
PANORAMA, Regie: Akin Omotoso, Südafrika, 80 min.
Mit Hakeem Kae-Kazim, Fabian Adeoye Lojede, Fana Mokoena.
Ein vor politischer Folter nach Südafrika geflohener Nigerianer wird nach einem optimistischen Neuanfang ein Opfer der von Banden gezielt gesteuerten ausländerfeindlichen Gewalt. Sein Bruder kann ihm nicht helfen und damit eine alte Schuld begleichen. Recht behäbig und allzu ruhig erzählte Geschichte, deren dramatisches Potential stärker hätte ausgemalt werden müssen, um der wichtigen, gesellschaftspolitischen Botschaft nachhaltig Gewicht zu verleihen. Schauspielerisch indes intensiv. (MPH)

Fazit: Bedingt empfehlenswert!


Leave It On The Floor
PANORAMA, Regie: Sheldon Larry, USA/ Kanada, 106 min.
Mit Ephraim Sykes, Miss Barbie-Q, Phillip Evelyn, Andre Myers, James Alsop.
Dieses Musical-Update des dokumentarischen Ball-Klassikers „Paris Is Burning“ (TEDDY-Gewinner 1991) von Jennie Livingston feiert mit vielen Songs die Kreativität, Imagination, Vitalität und Tapferkeit der schwulen Ball-Community in L.A und in anderen urbanen Zentren der USA. Im Mittelpunkt stehen die Performance-Künstler, die im „House of Eminence“ ihren Lebenstreffpunkt bilden. Dramaturgisch als klassisches Musical entworfen, das seine Konflikte in exponierte Musik- und Tanzeinlagen überführt. (GL)

Fazit: Bedingt empfehlenswert!


Marina Abramović – The Artist Is Present DOK
PANORAMA, Regie: Matthew Akers, USA, 102 min.
Dokumentation der Retrospektive der Performance-Ikone Marina Abramović im Museum of Modern Art in New York 2011, dessen Titel „The Artist Is Present“ die Künstlerin wörtlich nimmt. Sie lässt die Performances mit ihrem Lebensgefährten und Performance-Partner Ulay, den sie nach langer Zeit wiedersieht, nachstellen und lädt die Besucher während der gesamten Ausstellungszeit auf einem Stuhl sitzend zu einem Gegenüber ein. Abramović bestimmt die Zeit mit ihrem Körper. Der Film zeigt, dass sich kaum eine Persönlichkeit so ausliefert wie sie. (GL)

Fazit: Sehr empfehlenswert!


Rentaneko
PANORAMA, Regie: Naoko Oginami, Japan, 110 min.
Mit Mikako Ichikawa, Reiko Kusamura, Ken Mitsuishi.
Die junge, verhuschte Sayoko bietet einsamen japanischen Großstädtern Kätzchen zum Verleihen an, was zu einer Abfolge merkwürdiger Situationen führt. Ein liebenswert skurriler Film, dessen humane Botschaft auf Samtpfoten daherkommt und ein wenig zu harmlos ausgefallen ist. Bemerkenswert ist der stringente Erzählrhythmus sich wiederholender Motive. (MPH)

Fazit: Bedingt empfehlenswert!


The Summit DOK
PANORAMA, Regie: Franco Fracassi, Massimo Lauria, Italien, 100 min.
Rekonstruktion der politischen Umstände, die zu den bis heute beispiellosen Gewaltexzessen bei den Massenprotesten während des G8-Gipfels der führenden Wirtschaftsnationen in Genua im Juli 2001 führten, die mehrere Todesopfer forderten. Durch Augenzeugenberichte, Dokumente und Mitschnitten von Telefonaten weisen die Regisseure nach, dass die italienische Polizei nicht nur nicht deeskalierend verhalten hat, sondern die gewalttätigen Protestierer hat gewähren lassen bzw. sogar unterstützt hat, um die weitgehend friedliche Protestbewegung insgesamt zu diskreditieren und ungehemmt auf physische Härte setzen zu können. Die akribische Recherche der skandalösen Hintergründe der willentlich herbeigeführten Katastrophe von Genua in 2001 ist aller Ehren wert, aber die ungnädige Fülle an Bild- und Interviewschnipseln, die dem Zuschauer in hektischer Abfolge zugemutet wird, untergräbt den aufklärerischen Anspruch des Unternehmens. (MPH)

Fazit: Bedingt empfehlenswert!


Unter Männern – Schwul in der DDR DOK
PANORAMA, Regie: Ringo Rösener, Markus Stein, Deutschland, 91 min.
Eine präzise recherchierte, facettenreiche und in einem überraschend gelassenen Tonfall präsentierte Nachbetrachtung auf den Umgang der DDR mit einem sozialen Phänomen, das die ‚heile Welt‘ des Sozialismus zwar nicht störte, aber auch nicht unterstützte. Die ausgewählten Schicksale schwuler Männer, die ihre Neigungen in der DDR weitgehend zu verbergen trachteten und heute meist im Rentenalter sind, illustrieren beispielhaft den Zwiespalt, den es bedeutete, sich angesichts privater Andersartigkeit in eine Gesellschaft integrieren zu müssen oder zu wollen, der politische, aber in kaum minderen Maße auch soziale Konformität über alles ging. Seinen Unterhaltungswert gewinnt der Film durch die kluge Erzählweise (inkl. Schnitt) sowie durch das Reflexionsvermögen, die Abgeklärtheit und den trockenen Humor der Porträtierten. (MPH)

Fazit: Sehr empfehlenswert!


Die Wand
PANORAMA, Regie: Julian Roman Pölsler, Österreich/Deutschland, 108 min.
Mit Martina Gedeck.
Nach dem gleichnamigen Roman von Marlen Haushofer erzählt der Film von einer jungen Frau, die nach einem gemeinsamen Ausflug mit Freunden allein in einem Jagdhaus in den österreichischen Bergen zurückbleibt und am nächsten Morgen feststellen muss, dass eine unüberwindbare Glaswand sie, einen Haushund sowie Flora und Fauna in einem gewissen Umkreis vom Rest der Welt trennt, die offenbar in Erstarrung gefallen ist. Der dramaturgisch sehr sorgfältig gebaute und gestaltete Film hält sich nicht lange mit dem surrealen Aspekt der Geschichte auf, sondern entwirft entlang der Romanvorlage einen weit ausholenden philosophischen Exkurs darüber, was eine menschliche Existenz ohne soziale Kontakte überhaupt noch ausmacht, wie sich ein auf die Zyklen der Natur und seine eigenen geistigen und physischen Kräfte zurückgeworfener Mensch verändert: ob er sich weiter- oder zurückentwickelt. Die delikate Herausforderung, literarische Zitate (aus dem Off) und visuell kraftvolle Bilder überzeugend miteinander zu kombinieren, meistert Regisseur Pölsler mit Bravour – so wie Martina Gedeck ihre ‚One-Woman-Performance‘. (MPH)

Fazit: Empfehlenswert!


Xingu
PANORAMA, Regie: Cao Hamburger, Brasilien, 102 min.
Mit Joaoa Miguel, Felipe Camargo, Caio Blat, Maiarim Kaibi.
Aufwendige und gelungene Nachinszenierung der Umsiedelung und Rettung einiger unberührt lebender brasilianischer Volksstämme gegen den Widerstand von Militär und Regierung durch die Brüder Cláudio, Orlando und Leonardo Villas Boas in den von ihnen gegründeten Xingu-Nationalpark, der mit der Größe Belgiens seinerzeit das größte Naturreservat der Welt war. (GL)

Fazit: Empfehlenswert!



Max-Peter Heyne (MPH) / Gabriele Leidloff (GL) - 16. Februar 2012 (2)
ID 5772

Weitere Infos siehe auch: http://www.berlinale.de





 

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