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Feuilleton


Regisseurin Isabel Kleefeld über die Arbeit an der Bestsellerverfilmung Ruhm




Auf der Suche nach Anerkennung

Ein ehrgeiziger Schriftsteller (Stefan Kurt), der ungern mit seiner Leserschaft konfrontiert wird. Seine Lebensgefährtin (Julia Koschitz), die immer befürchten muss, dass ihr Freund ihre Erlebnisse für eine Story verwendet. Ein Action-Filmstar (Heino Ferch), dessen Leben nach und nach von seinem Imitator übernommen wird und ein Angestellter (Justus von Dohnányi), der zunächst genervt, dann aber amüsiert darauf reagiert, dass auf seinem Handy ständig Anrufe von fremden Menschen eingehen. Dies sind nur einige von insgesamt neun Episoden, die der Autor Daniel Kehlmann im Erfolgsroman Ruhm kunstvoll miteinander verflochten hat. Sechs davon finden sich in der Verfilmung von Regisseurin Isabel Kleefeld wieder, der eine adäquate, nämlich ebenso unterhaltsame, facettenreiche und vielschichtige Umsetzung gelungen ist. Ab heute startet Ruhm als erste Kehlmann-Verfilmung in den deutschen Kinos, bevor im Laufe des Jahres noch die Filmversion von Die Vermessung der Welt folgt.

„So wie Daniel Kehlmann die Struktur des Episodenfilms auf seinen Roman übertragen hat, so ist der Film eine Übertragung seines Romans in einen komprimierten, verwobenen Ensemblefilm“, erläutert die Regiedebütantin Isabel Kleefeld ihre Vorgehensweise, bei der sie zwar auf einige, schwer umsetzbare Episoden verzichtet hat, sich aber insgesamt eng an die Vorlage hält: „Mit den Staffelholzübergaben von einer Figur zur anderen wird deutlich, dass sich alle in einer Situation des Umbruchs befinden und die sich ihnen bietende Chance auf Veränderung auch nutzen. Das ist der gemeinsame Motor, der sie antreibt, die Sehnsucht nach einem anderen Leben“, sagt Kleefeld. „Die Figuren sind dabei nicht alle auf der Suche nach dem titelgebenden Ruhm, sondern sie sehnen sich danach, gesehen, wahrgenommen und erkannt zu werden, alle sind eigentlich auf der Suche nach sich selbst.“

Eine wichtige Rolle sowohl als Auslöser der Veränderungswünsche wie auch als Verbindungsglied zwischen den Figuren spielen dabei Kommunikationsmittel wie das dauerpräsente Handy, das Menschen weniger frei als vielmehr abhängig zu machen scheint: „Im Verlauf des Films verknüpfen sich die Schicksale immer mehr, bedingen und beziehen sich die Figuren stärker aufeinander. Und nach und nach kristallisiert sich die Frage heraus, wer und was vielleicht nur im Kopf von Leo Richter, dem Schriftsteller existiert“, erläutert Isabel Kleefeld ihr Spiel mit den doppelten Ebenen.

Insbesondere das Schicksal der Figuren der erkrankten, lebensmüden Rentnerin (Senta Berger) und der naiven Krimi-Bestsellerautorin Maria Rubinstein (Gabriele Maria Schmeide) geben dieses Rätsel auf. Denn spätestens bei der Schilderung, wie Rubinstein bei einer Rundreise durch ein abgewracktes, post-sowjetisches Land in Zentralasien aufgrund von Verständigungsproblemen in eine alptraumhafte Odyssee gerät, verlässt Kleefeld realistischen Boden: „Mit der satirisch überspitzten Darstellung wollten wir vor allem die Ängste und Vorurteile von uns Westlern auf die Schippe nehmen.“Kleefeld: „Maria Rubinsteins Schicksal regt zu der interessanten Frage an: Wer bist Du, was macht Dich aus? Was passiert, wenn wir auf uns selbst zurückgeworfen werden, wenn alle Kommunikationstechnologie, aber auch die Kommunikation versagt?“



Daniel Kehlmanns Ruhm als Film - Foto (C) NFP


Max-Peter Heyne - 22. März 2012
ID 5817

Weitere Infos siehe auch: http://www.ruhm-derfilm.de/





 

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