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BERLINALE 2026

PERSPECTIVES

17


Bewertung:    



Lapidar gesagt: Für das Leben von Frauen hat sich in den letzten Jahrzehnten nicht wesentlich viel geändert.

Die BERLINALE 2026 zeigt dazu Filme, die Hoffnung aufkeimen lassen.

*

17 beginnt mit einer Vergewaltigung, die Sara (Eva Kostic), die 17-jährige Hauptdarstellerin des Films vor ihrer Familie und ihren Freundinnen verschweigt. Doch es sollte nicht ihr einzige Geheimnis bleiben.

Die mazedonische Regisseurin und Drehbuchautorin Kosaria Mitic wurde 1987 in Skopje geboren und hat bisher mehrere Kurzfilme auf internationalen Festivals gezeigt. 17, ihr Langfilmdebüt, läuft als Weltpremiere auf der diesjährigen BERLINALE.

Sara soll auf Klassenfahrt, aber sie will nicht. Der Vater drängt sie sehr dazu und hat viele Fragen, die sie muffelig beantwortet. Sie isst auffallend viele Süßigkeiten und muss ständig zur Toilette.

Auf der Klassenfahrt geht es wild zu. Die Mädchen und Jungs albern herum, so wie siebzehnjährige Jugendliche es eben tun. Lieber Party statt Museumsbesuch. Sara ist nirgends wo so recht dabei.

Als dann die wilde Party läuft, bekommt Sara mit, wie zwei ihrer Mitschüler ihrer Klassenkameradin (Martina Danilovska), Gewalt antun. Sie rettet sie aus dieser Lage und wird gebeten, ja darüber zu schweigen. „Meine Mutter bringt mich um.“ Doch Sara kann nicht mehr schweigen. Zu lange und zu oft hat sie geschwiegen Weinend bricht es aus ihr heraus. Sie offenbart ihre verheimlichte Schwangerschaft,wickelt ihren Bauch aus, er ist riesig, 9. Monat. Die beiden Frauen halten von nun an zusammen in ihrem Elend. Wird aus der Schutzgemeinschaft Freundschaft?

Eindringlich und schonungslos zeigt Kosaria Mitic, wie sich junge Frauen im heutigen Nordmazedonien behaupten müssen und erspart den Zuschauer:innen keine Details. Präzise Erzählweise sagt man der Regisseurin als Stärke nach.

Zum Ende des 105 Minuten langen Films muss man noch minutenlang den Schreien Saras zuhören, wie sie ein Kind auf der schmutzigen Autobahn-Grenzraststätte gebiert und es dann, angeblich tot, in den Mülleimer steckt. Sie wischt sich die blutigen Hände mit Klopapier ab und kehrt in den Bus zurück. Der Bus fährt los.

Dann erschallt doch ein Schrei. Nach langem Zögern stoppt Sara die Weiterfahrt, springt aus dem Bus, drängt sich an der Lehrerin vorbei und eilt in Richtung Toilette.

Diese Dinge passieren im Leben von Frauen überall auf der Welt und jeden Tag.

Die diesjährigen BERLINALE hat Filme im Programm, die die schlechte Lage von Frauen beleuchten, Lady, Rose und wie sie ihr auf unterschiedlichste Weise entkommen wollen.

17 ist auch einer davon. Kosaria Mitic ist Berlinale-Talents-Alumna und konnte diesen Film drehen. Viele haben ihn gesehen.

Bleibt die Hoffnung, dass das Schweigen endlich aufhört.



17 | (C) Black Cat Production

Hilde Meier - 21. Februar 2026
ID 15714
Weitere Infos siehe auch: https://www.berlinale.de


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Bewertungsmaßstäbe:


= nicht zu toppen


= schon gut


= geht so


= na ja


= katastrophal

 


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