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Kulturspaziergang

Oslo zur

Julfestzeit



Stadtwappen von Oslo | Bildquelle: Wikipedia


Man kann zunächst mit dem Klischee aufräumen, dass angeblich Oslo und somit auch Norwegen zu den wohl teuersten Reisezielen in Europa zählen würden; in der Schweiz oder in München ist es, zum Vergleich nur, sehr viel teuerer. Ja und gerade in der Julfestzeit - oder noch besser kurz danach (nach Weihnachten) also zum Ende hin (bis an Silvester) - kriegte man tatsächlich preiswert Flüge und auch Unterkünfte; Faustregel bei sowas lautet immer: buchen kurz vorher bzw. sehen, was zu dieser Zeit noch preislich geht. Obzwar die Lebenshaltungskosten (Lebensmittelpreise in den Supermärkten beispielsweise) ziemlich heftig sind oder erscheinen - reduzierte Tagesangebote und/oder Rabattpreise erleichtern wiederum das Einkaufen von "Allernötigstem"; und Alkohole (außer Biere) gibt es sowieso dort nicht, wer sich demnach betrinken möchte oder standesgemäß auszugehen pflegt, müsste dann schon was tiefer in die Tasche greifen. Jedenfalls hatte, was das "Normalere" betrifft, der Schreiber dieser Zeilen inkl. seines Anhangs etwas Glück und wurde somit nicht zu sehr geldbeutelhaft geschröpft...

Oslo ist in 2019 Grüne Hauptstadt Europas; der alljährlich durch die Europäische Kommission verliehene Titel preist den nachhaltigen Mix von Umweltschutz und Wirtschaftswachstum und hervorragender Lebensqualität ihrer Bewohner - und obwohl es Winter ist und Schnee und Eis liegt und es schon um 15 Uhr zu dämmern anfängt, sieht man bereits während der nur 20 Minuten dauernden Zugfahrt mit dem Hochgeschwindigkeitsexpress (der alle 10 Minuten lang vom 50 km entfernten Airport Oslo-Gardermoen zum Hauptbahnhof in Oslo-City verkehrt), wie schön und wie "naturbelassen" diese 670.000 Einwohner zählende Stadt inmitten von Hügeln, Wäldern, Oslofjord gelegen ist.

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Eine der Hauptattraktionen für Oslo-Touris ist das Neue Opernhaus. Es liegt direkt am Wasser und verleiht dem neuen Stadtteil Bjørvika (ein paar Steinwürfe vom Hauptbahnhof entfernt) sein unverkennbares Gesicht. Zehn Jahre brauchte dieser Bau aus Marmor, Glas, Beton und Holz (mit einer sensationellen Saal-Akustik) von der architektonischen Planung über die Grundsteinlegung bis zur feierlichen Eröffnung in 2008; und man erinnert sich in dem Zusammenhang ans großzügiger Maßen dekolletierte dunkelblaue Abendkleid der zu dem Festakt eingeladenen Angela Merkel, das umgehend in den Weltmedien als Neben-Sensation besichtbar war... / Das Tolle an der Oper auch: Selbst abends, wenn gespielt wird, können weiterhin Besucher von der Wasserseite aus ihre Besichtigungsprogramme ungehindert fortsetzen, es gibt also keine Barriere zwischen Drinnen & Draußen; was für eine wunderbare und v.a. unverkrampfte Atmosphäre!!




Das Neue Opernhaus in Oslo ist seit 2008 die Spielstätte der Norwegischen Oper (Den Norske Opera & Ballett) - gleichsam gilt es seither als eine der Hauptsehenswürdigkeiten dieser Stadt. | Foto (C) Edward John Semon


Oslo scheint mit Museen ohne Ende gesegnet zu sein - in der Innenstadt entsteht gerade auf einem kaum zu überschauenden Areal ein neuer Komplex an repräsentativen Gebäuden, wo ab 2020 das eine oder andere Osloer Museum ein- und umziehen wird; die Museumslandschaft ist also total im Umbruch. Das betrifft auch sämtliche Bestände sowie neuere Projekte des Vikingskipshueset (dt.: Wikingerschiffmuseum), das zur Zeit noch im per Bus erreichbaren Stadtteil Bygdøy sein schon jetzt spektakuläres Domizil hat; drei rekonstruierte Wikingerschiffe dienen hier als Anlaufpunkt für einen rundum erlebnisreichen Familien-Museumsbesuch...

Unweit entfernt auch: das Kon-Tiki-Museet (über die Heyerdahl-Expeditionen), das Frammuseet (über die Polarexpeditionen Nansens, Sverdrups und Amundsens) und das Norsk Maritimt Museet (über norwegische Küstenkultur und Seefahrtsgeschichte); alle drei Museen sind mit einer einzigen Eintrittskarte kombiniert besuchbar, und Besitzer eines Oslo-Passes haben sowieso in fast allen Museen freien Eintritt und können umsonst U-Bahn, Bus und Tram fahren... // Etwas weiter gelegen befindet sich das in einer ehemaligen Stadtvilla untergebrachte HL-senseret, das norwegische Zentrum für Holocaust- und Minderheitenstudien, dessen Besuch an dieser Stelle ganz besonders empfohlen werden soll!

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Ganz zu schweigen von der Nasjonalgalleriet, die die größte Kunstsammlung Norwegens beherbergt (u.a. Der Schrei von Edvard Munch); man braucht da übrigens Geduld und Langmut, um - vor lauter Andrang - an das wichtigste "Aushängebild" der Galerie so nah heranzukommen, dass man es auch richtig also möglichst ungestört dann sieht - viel Glück dabei!




Im Wikingerschiffmuseum (Vikingskipshuset) im Osloer Stadtteil Bygdøy kann man unter anderem drei spektakuläre Schiffsrekonstruktionen besichtigen. | Foto (C) Edward John Semon


Im Nobels Fredssenter, am unmittelbaren Eingang zur neuen Hafenpromenade, kann man durch eine Multimedia-Installation zu sämtlichen Friedensnobelpreisträgern seit Auslobung dieses Preises im Jahre 1901 flanieren; sie befindet sich in einem fasthin völlig dunklen Raum, der von den 133 Einzelbildschirmen für jeden jeweiligen Preisträger blaues Licht aussendet; und man kann sich dort (vor jedem Einzelbildschirm) Hintergrundwissen zum jeweiligen Preisträger "einholen"...

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Die Stadt lässt sich perfekt zu Fuß erkunden. Es gibt viel verkehrsberuhigte Zonen, und selbst wenn man durch die stark belebten Einkaufsstraßen geht, fehlt hier - im Gegensatz zu deutschen Kaufgepflogenheiten - der Erlebniswert etwa von Leuten "überrannt" oder durch Unaufmerksamkeiten völlig "ignoriert" sprich ausgegrenzt zu werden; Norweger, egal welcher Nation und welcher Ethnik sie dann angehören, schau'n dich meistens an und reagieren freundlich und zuvorkommend, und ihr besonderer Humor ist auch an vielen Stellen und zu mancherlei Gegelegenheiten ziemlich greifbar. Doch, ruhig selbst mal ausprobieren!

Und dass Norwegen hochköniglich als Monarchie begreifbar wäre, glaubt man sowieso erst wahrnehmen zu können, wenn man (unvermeidlich übrigens) beim Stadtspaziergang auf das Königsschloss [s. Foto unten] zustrebt. Hinter ihm erstreckt sich ein sehr schöner Park; man kann ihn ohne Weiteres durchstreifen und besichtigen...

* *

Die Lust, sich diese wundervolle Stadt auch mal im Sommer anzusehen - dann nämlich, wenn hier die Sonne sehr, sehr spät erst untergeht - ist umso mehr gewachsen als man Oslo, nach vier Tagen Kurzerkundung, leider allzu früh wieder verlässt - durchaus mit etwas Wehmut.

"Ser deg senere!"




Im Hintergrund der klassizistische Bau des Königlichen Schlosses zu Oslo, der offiziellen Residenz von König Harald V. von Norwegen (geb. 1937). | Foto (C) Edward John Semon


Andre Sokolowski - 6. Januar 2019 (2)
ID 11134
Weitere Infos siehe auch: https://www.visitoslo.com


http://www.andre-sokolowski.de

KULTURSPAZIERGÄNGE

HL-senteret,
das norwegischeZentrum für
Holocaust- und Minderheitenstudien


L'Elisir d'Amore
an der Oper Oslo



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