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HL-SENTERET

Das norwegische Zentrum
für Holocaust- und
Minderheitenstudien



Foto oben: Andre Sokolowski


Im Zweiten Weltkrieg wurde Norwegen ab dem 9. April 1940 fünf Jahre lang von der deutschen Wehrmacht besetzt - König Haakon VII. (1872-1957) exilierte daraufhin mit seinem bisherigen Ministerpräsidenten Johan Nygaardsvold (1879-1952) und dessem Kabinett nach London. Ab 1942 bestellten die Deutschen Vidkun Quisling (1887-1945), den Parteiführer des von ihm gegründeten faschistischen Nasjonal Samling, zum Statthalter einer neu installierten Marionettenregierung. Er bewohnte - bis zu seiner Inhaftierung am 9. Mai 1945 - die Villa Grande im Stadtviertel Bygdøy von Oslo.

Das Villengebäude [s. Foto o. re.] wurde 1917 für den Industriellen Sam Eyde (1866-1940), dem Gründer von Norsk Hydro, entworfen aber nicht fertig gebaut; erst 1940/41 wurde es nach seiner Vollendung zu der anschließenden Quisling-Residenz umfunktioniert...

Heute beherbt es (seit 2006) das HL-senteret, Zentrum für Holocaust- und Minderheitenstudien (auf Norwegisch: Senter for studier av Holocaust og livssynsminoriteter).




Eingangstor zum Gelände des norwegischen Zentrums für Holocaust- und Minderheitenstudien (HL-senteret) in der Villa Grande in Bygdøy bei Oslo. | Foto (C) Andre Sokolowski


Das HL-senteret - eine 2011 von der Universität Oslo und der norwegischen Regierung auf Initiative der jüdischen Gemeinde in Oslo gegründete Stiftung - dient der Forschung und Wissensvermittlung zum Holocaust, zu Diskriminierungen, Völkermord und zu den Menschenrechten; auch "soll es die Zivilcourage und Akzeptanz von Minderheiten in der Gesellschaft fördern. Das Zentrum nimmt dabei Bezug auf entsprechende historische und aktuelle Ereignisse zu dieser Thematik in aller Welt mit einem besonderen Schwerpunkt zu Norwegen." (Quelle: Wikipedia)

Es gibt Dauer- und Sonderausstellungen. Per "Thema des Monats" kann sich der Besucher (auch bereits über die hausinternen Website) mit verschiedenen Objekten aus dem HL-senteret-Archiv in digitaler Form auseinandersetzen. Die im Zentrum ansässige Bibliothek versteht sich als "Ressourcenzentrum für Literatur und Dokumentation im Rahmen [seiner] Forschungs- und Verbreitungsaktivitäten"; man kann Bücher, Zeitschriften, Film- und Tonaufnahmen ausleihen oder auf Datenbanken und kleine Privatarchive informell zurückgreifen.

Guri Hjeltnes ist die Direktorin des HL-senteret.




Hunderte von Namen in einem der Räume des HL-senteret erinnern an die von den Nationalsozialisten verschleppten und ermordeten 766 norwegischen Juden.
Foto (C) Andre Sokolowski


766 norwegische Juden fielen, nach offiziellen und statistischen Erhebungen, dem Holocaust zum Opfer - "klingt" nicht viel, wenn man die Zahl von 6 Millionen ermordeter europäischer Juden hierzu in Beziehung setzt. Bedenkt man allerdings, dass es zum Beginn der deutschen Besatzung im April 1940 insgesamt "nur" etwa 2.200 Juden (darunter an die 300 Flüchtlinge aus Deutschland, Österreich sowie der Tschechoslowakei) in Norwegen gab, bedeutete es, dass fast jeder Zweite die Schoah nicht überlebte.


"Die größte Gruppe norwegischer Juden wurde am 26. November 1942 aus Oslo deportiert. Mit dem Schiff D / S Donau wurden 532 Menschen nach Stettin in Deutschland transportiert. Hier wurden sie in Züge verladen, die sie nach Auschwitz brachten. Bei der Ankunft wurden 346 Frauen, Kinder und ältere Menschen in Gaskammern getötet. Der Rest wurde in Sklavenarbeit versetzt. Nur 9 von ihnen haben den Krieg überlebt.

[...]

Einheiten und Personal der NS-Staatspolizei, der germanischen SS und der gewöhnlichen norwegischen Polizei waren für die Festnahme und den Transport von Personen mit 'J' im Pass nach Akershuskaia verantwortlich, wo sich die M/S Donau befand. Jüdische Männer wurden mit dem Zug aus dem Gefängnis von Berg in Tønsberg transportiert, wo sie einen Monat zuvor festgehalten worden waren. Frauen, Kinder und ältere Männer wurden aus ihren Häusern gebracht und mit dem Taxi zum Dock gebracht. Andere Teile des norwegischen Staatsapparats trugen ebenfalls zu dem Prozess bei, der mit der Deportation und Zerstörung eines großen Teils der norwegischen Juden endete: Registrierung, Beschlagnahme von Eigentum und Transport. Zunächst in Akershuskaia übernahm die deutsche Besatzung das Kommando über die Gefangenen. Durch diese Bemühungen waren Teile des norwegischen Staatsapparates in den Holocaust verwickelt."

(Quelle: hlsenteret.no)



Ausstellungsraum mit Vitrine und Schautafeln im HL-senteret in der Villa Grande in Bygdøy bei Oslo. | Foto (C) Andre Sokolowski


Das HL-senteret gehört zu den weltweit größten Holocaust-Zentren. Es pflegt feste Beziehungen zur Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem oder zum Jüdischen Museum in Trondheim.

*

Übrigens: Auch dieses Jahr veranstaltet das HL-senteret am 27. Januar, dem Holocaustgedenktag, in Akershuskaia "ein offenes Denkmal" mit Appellen der Regierung und Vertretern von Minderheiten, die während des Zweiten Weltkrieges am stärksten von der Verfolgung betroffen waren; um 15.30 Uhr begint sie. Danach wird im Artilleriloftet in Akershus Fortress zu Essen, Reden und Musik geladen werden...



Andre Sokolowski - 5. Januar 2019
ID 11133
HL-SENTERET
Villa Grande
Huk aveny 56
0287 Oslo

post@hlsenteret.no


Weitere Infos siehe auch: https://www.hlsenteret.no


Post an Andre Sokolowski

http://www.andre-sokolowski.de

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