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Wer berechnet die Route in die Zukunft – und wo entlang?



Vom 19. bis 21. Juni 2019 setzte sich das Kultursymposium Weimar unter dem Titel „Die Route wird neu berechnet“ mit einem der wohl wichtigsten Themen unserer Gegenwart auseinander: die Zukunft des Menschen in einer Zeit beschleunigter technischer Innovation.

Der Titel des vom Goethe-Institut veranstalteten Symposiums signalisiert bereits die zentrale Idee des Programms. Der Weg in die Zukunft wird neu berechnet – doch gibt es jedenfalls einen, und er muss gefunden werden. Zugleich wird offengelassen: Wer berechnet?

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Die einzelnen Beiträge auf dieser Veranstaltung einzeln zu beleuchten ist, angesichts der bemerkenswerten Vielfalt des Programms, unmöglich. Und damit ist bereits eines der zentralen Vorzüge dieser Veranstaltung benannt: die Vielfalt der Perspektiven. Geachtet wurde dabei nicht nur auf eine Vielfalt der Positionen zum Themenfeld Digitalisierung. Die Beiträge kamen auch aus einer Vielzahl verschiedener Disziplinen und nutzten unterschiedliche Ausdrucksmedien – von Vorträgen aus Wissenschaft und Praxis bis hin zu Installationen und Performances war alles vertreten. Zudem hatte eine internationale Konferenz in Deutschland wohl selten eine so wahrhaft internationale Besetzung gesehen. Ohne anderen Veranstaltern zu nahe treten zu wollen: Oft sind es ja doch eher zwei bis drei ausländische Experten, die die Internationalität in ein überwiegend national bestücktes Team von Referenten tragen. Gerechterweise muss gesagt werden: Die Internationalität war freilich vor allem auch der internationalen Präsenz und Vernetztheit des Goethe-Instituts zu verdanken. So entstand ein auf allen denkbaren Ebenen vielfältiges Programm, das ebendarum eine wirklich solide Grundlage für eine umfassende, konstruktiv-kritische Diskussion zum Thema bildete.


Zur Sache: KI und Digitalisierung jenseits populistischer Extrempositionen

Dieses implizit gegebene Versprechen löste das Symposium dann auch ein. Wer mit etwas Aufmerksamkeit die Debatte um Künstliche Intelligenz, Robotik, IoT und andere Aspekte der Digitalisierung verfolgt, kommt nicht umhin festzustellen: Auf der weiten Strecke zwischen Heilsversprechen und Verdammung gibt es nur wenig besonnene Stimmen. Um so erfrischender war es zu sehen, dass es eben durchaus möglich ist, zu diesem Thema sachlich und unaufgeregt kontrovers zu diskutieren.

Um jedenfalls ein konkretes Beispiel aus diesem vielseitigen Programm zu benennen, sei die Paneldiskussion mit Mari Matsutoya, Noel Sharkey und Karen Dolva [s. Foto] erwähnt. Mit dem AI-Use Case Hatsune Miku, einem virtuellen Popidol, beschrieb Mari Matsutoya sicherlich einen eher als problematisch zu bezeichnende Anwendungsfall von Künstlicher Intelligenz – 2018 heiratete ein Mann das Popidol offiziell, gleichwohl ist die Ehe staatlicherseits bis dato nicht anerkannt. Karen Dolva hingegen zeigte anhand ihres Produkts die Möglichkeit auf, die Robotik und AI bieten. Ihr Unternehmen No Isolation stellt unter anderem den AV1 her, einen Roboter, der es schwerkranken Kindern ermöglicht, via AV1-Roboter am Unterricht teilzunehmen und Teil der Klassengemeinschaft zu bleiben. Der Roboter, der live gesteuert wird und mit der Stimme des Kindes spricht, sitzt stellvertretend für das kranke Kind im Unterricht. Der renommierte Robotik-Experte Noel Sharkey nahm – erwartungsgemäß – eine moderate Position ein: Negative Aspekte müssten rechtzeitig erkannt und Lösungen für daraus resultierende Probleme gefunden werden. Solch wohl ausgewogene Panels trugen sicher auch dazu bei, dass die Diskussionen bei der Veranstaltung insgesamt angenehm sachorientiert verliefen.



Jana Binder (Moderatorin), Karen Dolva, Noel Sharkey und Mari Matsutoya (v.l.n.r.) beim 2019er Kultursymposium in Weimar | Foto: Ann-Kristin Iwersen


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Eine insgesamt rundum gelungene Veranstaltung also, die sicherlich vielen Teilnehmern neue Perspektiven eröffnet hat – auch jenseits der Extremposition, die den Alltagsdiskurs über KI aktuell noch dominieren. Man darf vor diesem Hintergrund auf eine baldige Neuauflage dieses Veranstaltungsformates hoffen!


Ann-Kristin Iwersen - 1. Juli 2019
ID 11537
Weitere Infos siehe auch: http://www.goethe.de/ges/prj/ksw_neu/deindex.htm


Post an Dr. Ann-Kristin Iwersen



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