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Krimi

Skurriler

Horror





Bewertung:    



Tierversuche, Unternehmenspolitik in den armen Ländern und Medikamente, die aufgrund von Nebenwirkungen mehr Schaden als Nutzen verursachen, tragen zum schlechten Ruf von Pharmaunternehmen bei. Regine Bott setzt da locker noch einiges drauf. Da geht es in einem dubiosen Forschungslabor ohne Umwege und Verheimlichungen klar zur Sache. In dem unterirdischen Gebäudekomplex werden Menschen bei Tests mit nicht näher spezifizierten Seren regelrecht zu Tode gefoltert. Es handelt sich um Probanden, die an irgendeiner Art von Phobie oder Angststörung leiden. Diese Angst soll ihnen ausgetrieben werden, koste es, was es wolle.

Das ist schrecklich, beängstigend und kriminell. Die Forschergruppen arbeiten parallel, tauschen sich nicht untereinander aus und funktionieren wie Marionetten, ferngesteuert an einer Schnur. Skrupel und schlechtes Gewissen kennen sie nicht.

Das funktioniert und würde bis ultimo so weiterlaufen, wenn nicht das neueste Versuchskaninchen mit dem Chef des fragwürdigen Unternehmens indirekt verbandelt wäre. Wieso das so ist, dazu muss man ausholen, denn hier mutiert die eigentlich brutale Geschichte zu einer extrem skurrilen und geradezu slapstickhaften Erzählung. Alle Angstpatienten werden auf offener Straße weggefangen, was eher an die Entführung durch Außerirdische als an die Agitation eines Pharmaunternehmens erinnert. Der letzte Proband ist aber nun ausgerechnet der Ehemann der Brautjungfer der Tochter des Firmenchefs. Und der Polizist, der versucht dessen Verschwinden aufzuklären, gerät selbst in das unterirdische Labyrinth, um dort mit dem Versuchskaninchen sowie einer zufällig anwesenden Werksspionin eine fragwürdige Allianz zu bilden.



"Als er ihr auf dem Flur hinterher gehumpelt war, er angesichts des grellen Weiß der Wände und der Laborkittel zusammenschreckte und er in Davids Wagners aschgraues Gesicht blickte, wusste er, dass er im Zentrum einer Forschungshölle gelandet war. Im Mittelpunkt des Verbrechens, im Auge des Sturms – auf jeden Fall mitten im Geschehen. Seine passionierte Polizistenseele fühlte sich gestreichelt: Welch eine Fügung! Von hier aus würde er recherchieren. Befragungen durchführen, Indizien sammeln. Nur kurze Zeit später hatte sich diese Euphorie als völliger Humbug herausgestellt. Sie waren auf der Flucht. So sehr er auch überlegte, es fiel ihm aus seiner Ausbildung kein Seminar und kein Vortrag ein, der ihm nun in dieser Situation helfen konnte." (Kern der Angst, S. 238)


Eine schier endlose Odyssee durch verwinkelte Flure und Treppen folgt. Denn dem unterirdischen Treppenhaus kann man anscheinend nur durch die elektronisch gesicherten Aufzüge entkommen…

Ein etwas gewöhnungsbedürftiger Krimi, der von den gewohnten Schemata abweicht. Wer sich auf den brutal-skurrilen Duktus einlässt, hält aber in jedem Fall ein originelles und fantasiereiches Buch in den Händen.



Ellen Norten - 23. Juni 2019
ID 11524
Link zum Krimi Kern der Angst von Regine Bott


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