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Star Wars





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Weil die Geschichte des Films an den Schulen immer noch ein weißer Fleck ist und es für ältere Filme nur in wenigen Großstädten Institutionen gibt, die Bibliotheken oder Museen vergleichbar wären, bleibt die Filmgeschichte ein Objekt für wenige Liebhaber, exotisch wie die Ornithologie oder die Bilderschrift der Azteken. Dass der russische Film einst im Ansehen Hollywood den Rang abgelaufen hat, ist den meisten Menschen allenfalls vom Hörensagen bekannt.

Auch dieser Band aus der Klassiker-Reihe des Schüren Verlags verzichtet auf die Einheitlichkeit einer Autorenhandschrift und hat die Einzeldarstellungen von jeweils nur einem Film pro Regisseur auf zahlreiche Autorinnen und Autoren verteilt. Die Entscheidung, sich auf einen einzigen Film pro Regisseur zu beschränken, kann den hervorragenden Künstlern unter ihnen natürlich nicht gerecht werden, zumal wenn sie, wie Ėjzenštejn, sowohl in der Stummfilm-, wie in der Tonfilmepoche „Klassiker“ hervorgebracht haben. Über Aleksandr Nevskij oder Iwan der Schreckliche sagt Panzerkreuzer Potemkin so gut wie nichts aus. Und Fridrich Ėrmlers Der große Bürger vom Ende der dreißiger Jahre verrät nichts über seinen genialen Wurf Fragment des Imperiums von 1929.

Die Aufsätze zeichnen sich dadurch aus, dass sie über das Einzelbeispiel hinaus, bei dem die Machart meist im Vordergrund steht, filmgeschichtliche und allgemeinhistorische Gesichtspunkte einbeziehen. Auch sprachlich sind sie erfreulich. Das Lektorat hat hier bessere Arbeit geleistet, als es im Schnitt üblich ist.

Das Buch deckt den Zeitraum von 1914 bis 1949 ab. Ein zweiter Band ist angekündigt. Im ersten werden 22 Filme vorgestellt. Der Titel Klassiker des russischen und sowjetischen Films könnte falsche Erwartungen erwecken. Nicht russisch sind lediglich zwei Regisseure, es sei denn, man hielte die Regisseure „mit jüdischem Hintergrund“ für nicht russisch, wie es die Mitherausgeberin Barbara Wurm im Vorwort tut. Dann aber hätte Ėjzenštejn (der Band benutzt die wissenschaftliche Transkriptionsnorm für kyrillische Zeichen, auch wo ein Name, wie in diesem Fall, deutschen Ursprungs ist) väterlicherseits alle möglichen Hintergründe, nur keinen russischen.

Wenn es einen Einwand gibt gegen Bücher dieser Art, dann ist es dieser: Sie handeln zwar unter anderem von technischen Erfindungen und ihrer Anwendung, schöpfen aber die heutigen technischen Möglichkeiten nicht aus. So richtig befriedigend wäre die Aufsatzsammlung erst in Kombination mit einer DVD-Edition, die die analysierten Filme enthält. Dann wüssten auch die Leser, die mit Star Wars aufgewachsen sind, wovon die Rede ist.



Thomas Rothschild – 16. Mai 2020 (2)
ID 12241
Verlagslink zu den Klassikern des russischen und sowjetischen Films


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