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nachDRUCK # 2

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Anders als in Deutschland, wo nach dem Zweiten Weltkrieg zwei Staaten entstanden, die eine direkte Konfrontation der Siegermächte verhinderten, teilten sich diese in Österreich ihren Einflussbereich mit durchlässigen Grenzen und trafen in Wien unmittelbar aufeinander: die legendären „Vier im Jeep“. Alle vier waren bemüht, durch kulturelle Anstrengungen an der Umerziehung der Bevölkerung nach den Jahren der mehr oder weniger willkommenen nationalsozialistischen Herrschaft teilzunehmen, zu einer Demokratisierung des Landes, das schon vor dem Anschluss, in den Jahren des Ständestaats, durch autoritäre Politik geprägt worden war, mitzuwirken. Das manifestierte sich auch auf einem bisher wenig beachteten Gebiet, dem der Architektur. Eine wichtige Rolle spielten dabei Ausstellungen, die Modelle aus Großbritannien, Frankreich, den USA und der Sowjetunion nicht nur vorstellten, sondern auch zur Nachahmung bzw. zum Import empfahlen. Im Zeichen des Kalten Krieges wurden die architektonischen Konzeptionen mitsamt ihren städtebaulichen Pendants, die ja stets auch ökonomische und soziale Implikationen haben, zu einem Stellvertreterstreit der Systeme.

Wie dieser Streit ausgegangen ist, wissen wir. Es mutet fast wie eine satirische Pointe an, wenn man den Sitzplan für die Eröffnung der wiederaufgebauten Staatsoper im Jahr 1955, der einen hohen Symbolwert hatte, studiert. „Im Sitzplan der Staatsopern-Eröffnung hingegen, mit dem amerikanischen und prowestlichen Finanzkapital in den vordersten Rängen neben der österreichischen Politprominenz, kommt die realpolitische Orientierung des soeben unabhängig gewordenen Landes zum Ausdruck.“

Das Architekturzentrum Wien, das sich in einem Seitenflügel des Museumsquartiers befindet, hat dem Thema nun eine Ausstellung gewidmet. Die Ausstellung ist noch bis zum 24. Februar zu besichtigen. Wer die Anreise scheut, kann sich mit dem von Monika Platzer verfassten prachtvollen Katalog trösten, und es stellt sich die Frage, ob er für das Thema nicht das geeignetere Medium ist. Die ausführlichen Texte machen ihn, ergänzt von den zahlreichen Abbildungen, zu einer konkurrenzlosen Monographie zum Thema.



Thomas Rothschild – 16. Januar 2019
ID 11935
Link zum Ausstellungskatalog Kalter Krieg und Architektur


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