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nachDRUCK # 2

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Krimi

Mordermittlung

unter

chaotischen

Umständen





Bewertung:    



Es ist ein Segen der Geschichte, dass die Revolution in der DDR 1989 ohne Blutvergießen gesiegt hat. Die Demonstranten stehen der bewaffneten Polizei gegenüber. Einer von ihnen ist Tobias Falck, der neue fiktive Ermittler von Frank Goldammer. Falck ist linientreu, will in der DDR für Sicherheit und Ordnung sorgen, aber er will nicht auf eigene Landsleute schießen. Nackte Angst kriecht in ihm hoch. So lernen wir den neuen Protagonisten der Dresden-Krimireihe kennen.

Erst jetzt beginnt die eigentliche Romanhandlung. Ein Abschnittsbevollmächtigter stürzt in einem baufälligen Mietshaus über das Treppengeländer in die Tiefe und stirbt an seinen Kopfverletzungen. Ist es ein Unfall oder hat hier jemand nachgeholfen und wenn wer? Der Kriminaldauerdienst Dresden, kurz KDD arbeitet neu zusammen. Der altgediente Oberkommissar Edgar Schmidt, Leutnant Steffanie Bach, die in den letzten Tagen der DDR noch in Ungnade gefallen war und Falck in seiner ersten Dienststelle.

Die Wende bringt rechtliche Unklarheiten mit sich, die die Ermittler mal für sich nutzen, mal aber auch zur Zurückhaltung animieren. Wir lernen die drei kennen, in ihrer beruflichen, wie privaten Unsicherheit. Wie wird es weitergehen? Die Revolution sollte eigentlich die Befreiung von Zwängen schaffen und für mehr Freiheit, insbesondere Reisefreiheit sorgen. Doch nun mutiert sie zur Revolution für die deutsche Einheit und insbesondere für die D-Mark.

In diesen Wirrwarr platzt die westdeutsche Hauptkommissarin Sybille Suderberg hinein, die einem Profikiller auf der Spur ist. Die Vier sollen zusammenarbeiten, aber Vorbehalte und Vorurteile erschweren das Miteinander. Als bei einem weiteren Unfalltoten dieser urplötzlich von der Bildfläche verschwindet, bekommt die Situation unfreiwilligen Slapstickcharakter.


"'Genosse Hauptmann', mischte sich da einer der Sanitäter ein.'
'Ich bin kein Genosse mehr!', blaffte Schmidt.
'Als, äh…wir haben da, glaube ich…äh…ein Problem!', stotterte der Sanitäter herum.
'Ach ja? Was denn für eines?', fragte Schmidt gereizt.
'Wir haben hier eine wegge Leiche.'
'Was ist den eine Weckeleiche?' Schmidt sah den Mann entgeistert an.
'So ähnlich wie ein abber Arm.' Der Sanitäter hob die Schultern.
'Reden sie mal Klartext, Mann!'
'Das Unfallopfer, die Frau, die hinten im Wagen war, die ist weg!'
'Die ist weg?' Schmidt und Falck verstanden nur Bahnhof.
Was sollte diese Behauptung? Der Leichenwagen war noch gar nicht da gewesen."

(Im Schatten der Wende, S 167)



Letztendlich sind es drei Fälle, die ineinander greifen, undurchsichtig und spannend. Es ist überzeugend geschrieben, wie die vier doch so unterschiedlichen Ermittler in diesen unruhigen Zeiten ihr Pensum bewältigen.

Neben dem spannenden Kimi spiegelt Frank Goldammers Roman Im Schatten der Wende ein wichtiges Stück deutscher Zeitgeschichte wider, authentisch aus der Sicht Einzelner beschrieben. Insbesondere Tobias Falck macht dabei ein Wechselbad der Gefühle mit all seinen Höhen und Tiefen durch.


"Dieses verrückte Jahr hatte so kurz vor seinem Ende auch ihm eine persönliche Wende gebracht. Der Verlust aller Ordnung und Sicherheit hatte auch etwas Gutes bewirkt. Sein Leben war nicht mehr vorhersehbar. Plötzlich schien so viel möglich zu sein. An den Gedanken musste er sich noch gewöhnen." (S. 367)


Ellen Norten - 30. Mai 2022
ID 13650
Verlagslink zu Im Schatten der Wende


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