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nachDRUCK # 2

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Kinder- und Jugendbuch

Pfeffer

und Salz





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Wenn man sich der Erkenntnis nicht verschließt, dass die ästhetische Sozialisation schon im Vorschulalter tiefe Spuren hinterlässt und Kinderbücher dabei eine entscheidende Rolle spielen, wird man Franziska Biermann und ihren Füchsen, dem füchsischen Detektiv Jacky Marrone und dem Herrn Fuchs, einen hohen Stellenwert einräumen. Ihr anthropomorphes Lieblingstier hat alle Eigenschaften, die eine zugleich moderne und kindgerechte Grafik auszeichnen: einen hohen Wiedererkennungswert, klare Konturen, Individualität, Realismus und Witz. Mit ihren verlängerten Schnauzen, den spitzen Ohren, den schelmischen Augen sind Biermanns Füchse einfach und charakteristisch zugleich, ganz in der Tradition von Jean de Brunhoffs klassischem Babar, dem Elefanten. Sie schreien geradezu nach einer Serie. Nicht nur narrativ, sondern eben auch von der künstlerischen Gestaltung her.

Der Titel Herr Fuchs mag Bücher! verrät vorneweg, worum es geht, und zugleich den pädagogischen Impuls. Jetzt ist das Buch nach mehr als zwei Jahrzehnten in einer großformatigen Hardcover-Ausgabe neu erschienen. Es beginnt mit einer grotesken Mitteilung. Wenn Herr Fuchs ein Buch zu Ende gelesen hatte, verspeiste er es mit einer Prise Salz und Pfeffer.

Franziska Biermanns Sprache ist klar und verständlich, aber nicht primitiv. Die Gliederung der Sätze wird durch unterschiedliche Schriftgrößen und -farben verdeutlicht. Die Autorin scheut sich auch nicht vor wenig gebräuchlichen Wörtern und Ausdrücken wie „unsachgemäß“, „Hauswurfsendungen“, „Schwarten“, „Arm des Gesetzes“ oder „zu treuen Händen“ und biedert sich nicht an die kindlichen Leser an. Die Bibliothekarin und der Gefängniswärter etwa duzen den kleinen Herrn Fuchs nicht, sondern siezen ihn.

Herr Fuchs mag Bücher! kommt nicht aufdringlich belehrend daher, Kinder können durchaus erkennen, wo die Erfahrungswirklichkeit absurd verzerrt wird, aber die Liebe zum Buch, und sei es als Nahrungsmittel, wird didaktisch geschickt propagiert.



Thomas Rothschild – 18. April 2022
ID 13580
https://www.ggverlag.at


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