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Unter uns: Wenn Sie auf Reisen gut essen, aber kein Vermögen ausgeben wollen, sollten Sie, sobald die Beschränkungen aufgehoben sind, nach Österreich fahren. Die Auswahl an hervorragenden Restaurants und Gaststätten mit erschwinglichen Preisen ist dort immer noch entschieden größer als in Deutschland. Es lässt sich nicht leugnen: Östlich, westlich und südlich, in Österreich, Frankreich und Italien merkt man halt, dass es eine lange Tradition des Kochens und des Genießens gibt, die Deutschland nicht einholen kann, obwohl sich da einiges in den vergangenen Jahrzehnten zum Besseren gewandelt hat, nicht unbedingt überall, aber in der ambitionierten Gastronomie, die sich ihre Anregungen aus aller Welt holt.

Auch Österreich hat seinen eigenen Gault & Millau. Die Herausgeber Martina und Karl Hohenlohe lieben es unverblümt. In ihrem ausführlichen Vorwort reiten sie eine Attacke gegen das „Trendgericht Beef Tatar“, das sie auf gut Wienerisch als „Gatsch“ kennzeichnen. Im übrigen bitten sie um Nachsicht für die aktuelle Ausgabe für 2021, die, wie uns bewusst ist, unter außergewöhnlichen Umständen zustande kam.

An der Spitze der Haubenauszeichnungen gibt es, wie im deutschen Guide, kaum Überraschungen. Neu hinzugekommen sind Am Pfarrhof in St. Andrä im Sausal, die Saziani Stub‘n in Straden, Jakob & Ethel im Klösterle im schicken Lech am Arlberg. Koch des Jahres 2020 war Hubert Wallner, der 2021 das Restaurant wechselt, aber am Wörthersee bleibt. Sein Nachfolger als Koch des Jahres heißt Max Stiegl und man findet ihn im burgenländischen Gut Purbach. Für ihr Lebenswerk wurden Johanna und Dietmar Maier ausgezeichnet. Ihr Etablissement in Filzmoos rangiert seit vielen Jahren ganz oben. Wer dort mehrmals eingekehrt ist, mag allerdings den Eindruck gewonnen haben, dass da bei den Bewertungen nicht nur im Gault Millau ein gewisser Automatismus herrscht. Anderswo kocht man nicht notwendigerweise schlechter, und der Umgangston ist anderswo auch angenehmer. Aber bitte, die Maiers haben ihre Fans, die auf sie und ihren Nachwuchs schwören. Sei‘s drum.

Auch im Wiener Restaurant Fuhrmann, das für seine Weinkarte ausgezeichnet wurde, muss man sich nicht unbedingt wohl fühlen. Was nützt die schönste Weinkarte – mehr als eine Flasche wird man eh nicht bestellen –, wenn man in dem kleinen Lokal in der Josefstadt nicht erkennbar willkommen ist.

Am ehesten kennt man in Deutschland den „Feinschmecker des Jahres“. Es ist Tobias Moretti, der sich eben als Jedermann von den Salzburger Festspielen verabschiedet hat. Seinen Platz wird Lars Eidinger einnehmen. Als Schauspieler. Auch als Feinschmecker?

Über die einzelnen Benotungen kann man wie immer streiten. Gerne erführe man, warum einzelne überragende Restaurants fehlen. Werden sie vom Guide geschnitten, oder haben sie ihrerseits darum gebeten, nicht aufgenommen zu werden?

Erstmals gibt es heuer als Beigabe außer dem Weinguide einen 368 Seiten starken Hotelguide für Österreich und Südtirol. Die Empfehlungen sind nach Kategorien – Adults Only, Am Wasser, Design, Hund, Schlosshotels etc. – angeordnet. Auch da begegnet einem Wunderliches. So findet man das eher schlichte (aber preiswerte) Schloss Wilhelminenberg in Wien, nicht aber die ungleich attraktivere Burg Deutschlandsberg. Auch den, zugegeben: teuren, aber erstklassigen, Seehof am Mondsee sucht man vergebens. Ein Register nach Orten wäre ebenso wünschenswert wie eine transparente Systematik beim Hotelregister, wo mal der Artikel, mal „Hotel“, dann wieder nichts vor dem Namen steht.


Thomas Rothschild – 11. Dezember 2020
ID 12646
Link zu at.gaultmillau.com/


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