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Die Nebel senken sich auf das Land, die Schaufenster kündigen das nahende Weihnachtsfest an und Gault & Millau Österreich 2024 verrät uns, was sich in der Gastronomie seit 2022 getan hat. Es ist nicht viel, aber man verlässt sich auf die Gewohnheitstiere, die den knallgelben Wälzer Jahr für Jahr kaufen, als garantierte er ihnen Anfang Dezember einen Schokolade-Nikolaus.

An der Spitze punkten diesmal Juan Amador in Wien und Andreas Döllerer in Golling, südlich der Stadt Salzburg. Beide sind alte Hasen der Kochkunst und ungefähr so überraschend wie Pommes frites in einem Brüsseler Restaurant. Auch auf den Folgeplätzen begegnet man nur längst Bekannten. Ob Amador und Döllerer die Spitzenposition vor den anderen sechs 19-Punkte-Köchen dem Alphabet verdanken, oder ob sie, wie die Zählung suggeriert, „besser“ sind als jene, ist nicht ganz klar.

Die neuen Haubenlokale füllen nur zwei Seiten, darunter der schon vor Jahrzehnten renommierte Knappenhof in Reichenau an der Rax, die bei Festspielbesuchern beliebte Blaue Gans in Salzburg, das eher als Hotel bemerkenswerte Landhaus zu Appesbach am Wolfgangsee und Meixners Gastwirtschaft in Wien, das seine Hauben längst verdient hätte, wenn die Tester sich im proletarischen 10. Gemeindebezirk ebenso gerne herumtrieben wie in der Innenstadt.

Koch des Jahres ist Alain Weissgerber vom burgenländischen Taubenkobel, der seit vielen Jahren als erste Adresse gilt und sich den Ruhm mit stolzen Preisen bezahlen lässt. Auch diese Wahl zeugt nicht von Pioniergeist.

Kein Hinweis auf das ausgezeichnete Gasthaus Rebhuhn gegenüber von Freuds Geburtshaus. Dass man auch in manchen Cafés, zum Beispiel im Dommayer in Hietzing, das zudem die leckeren Mehlspeisen der Kurkonditorei Oberlaa serviert, gut essen kann, ist keine Erwähnung wert. The Bank in einer zum Hotel umgewandelten Bank, wie schn der Name verrät, wird mit 13,5 Punkten bewertet und zu Recht wegen seines Ambientes gerühmt. Dass man dort, sogar am Wochenende, ein erstaunlich preiswertes Mittagsmenü bekommen kann, wird verschwiegen. Die besseren Leut’, zu denen sich die Gault & Millau-Tester wohl zählen, wollen unter sich sein.

12 Punkte für den Pfarrwirt in Heiligenstadt sind nicht zu viel. Aber floskelhafter kann man dieses Lokal mit seinem wunderschönen Garten kaum beschreiben, als es der Dichter vom Gault & Millau tut. Wo sind die Zeiten, als die Bewertungen durch ihren Witz und ihre Frechheit auffielen? Ceterum censeo: Der Reinthaler, ein uriges Gasthaus mitten in Wien, fehlt immer noch. Ist den Testern wohl zu ordinär. Da fragt man dann gar nicht erst nach der Qualität der Leberknödelsuppe, des gebackenen Emmentalers oder der Topfenpalatschinken.

Was im Osten Österreichs beginnt, setzt sich bis zum äußersten Westen fort. Der Goldene Hirsch in Bregenz existiert nach wie vor nicht für Gault & Millau. Man hört nicht auf uns. Dabei gibt es hier den besten Rindfleischtopf jenseits vom heiligen Plachutta.


Thomas Rothschild – 18. November 2023
ID 14479
Verlagslink zum Gault & Millau Österreich 2024


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