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Phantastik

Wie man mehrmals

sterben kann





Bewertung:    



Die Zeitreise ist ein Phänomen, das in der Literatur in den unterschiedlichsten Facetten Verwendung findet. Birgt die Zeitreise doch gleich eine Vielzahl von Aspekten, die den Leser fesseln können und seine eigene Fantasie befeuern. Wenn die technischen Aspekte der Zeitreise im Vordergrund stehen, wird der Text meist der Science-Fiction zugeschrieben, sind es eher die unheimlichen, gar gespenstischen Verwicklungen, so greift hier der Begriff der Phantastik.

Dazu gehören wiederum die Schauergeschichten, die meist aus dem letzten oder vorletzten Jahrhundert stammen. Computer, IPhone und die gesamte digitale Technik fehlen, schon ein banales Telefon stellt hier die Ausnahme dar.

*

Die 1921 ersterschienene Zeitreiseerzählung Der mehrfache Heldentod von Josef Friedrich Ofner beginnt mit einer etwas bizarren Liebesgeschichte. Der Protagonist freit um eine höhere Tochter, die sehr schön aber auch recht arrogant daherkommt. Bald schon wendet sich die Holde von ihm ab, weil ein neuer Galan auftaucht, der nicht nur attraktiv, sondern auch reich und gesellschaftlich sehr beliebt ist.

Unfreiwillig lernt der verlassene Bräutigam seinen Widersacher kennen und – ist von Harald Bittrich fasziniert. Hier deutet der Herausgeber eine mögliche homosexuelle Neigung zwischen den beiden Männern an, denn ihr Miteinander ist von mehr Leidenschaft geprägt als das zu der umworbenen Frau. Und so wundert es auch nicht, dass Harald Bittner letztendlich seine schwangere Geliebte dem Freund überlässt, um mittels eines Zaubertranks in die Vergangenheit zu reisen. Durch seine Einflussnahme will er den Verlauf der Geschichte zum Besseren wenden. Doch ist dieses möglich?


"Wie könnte man die Vergangenheit verändern, ohne dabei selbst in Gefahr zu geraten? Könnte man Zeichen der eigenen Anwesenheit hinterlassen, um sie als Beweis in der Gegenwart zu präsentieren. Wie reagieren die Menschen einer prämodernen Vergangenheit auf einen Menschen des Industriezeitalters? Und wie kann der Zeitreisende sich dort verständigen? Gerade dieser Aspekt wird in fast allen zeitgenössischen Werken zum selben Thema einfach ignoriert", S. 80)



Das [s.o.] bemängelt der Herausgeber Lars Dangel, während er herausstellt, dass der vorliegende Band seine Vorstellungen erfüllt.

Spannend werden Spekulationen bei einer Zeitreise in die Zukunft, die es eigentlich nicht geben kann und darf, da wir die Zukunft selbst nicht kennen. Dangel zitiert hier prominente SF-Autoren und Herausgeber der Phantastik und gestaltet den zweiten Teil des Buches zu einer hochkarätigen Diskussion.

Ursprünglich ist die Novelle 1921 in zweiundzwanzig Folgen in der deutsch-östereichischen Tages-Zeitung erschienen. Der Herausgeber lässt es sich nicht nehmen, eine Originalseite in den Anhang zu stellen. Mit der Einordnung des Kurzromans und mit der philosophischen Diskussion über Zeitreisen in ihren Konsequenzen weist sich das Buch auch als hervorragende Sekundärliteratur aus.

So liefert die eigentliche Handlung für uns ein Eintauchen in eine andere Zeit, die konkrete Zeitreise stellt den Protagonisten jedoch vor Probleme, die nicht behoben werden können. Denn die Aktivitäten Bittrichs enden mit dessen Tod. Da dieser allerdings nur zum wahren Todeszeitpunkt des Zeitreisenden eintreten kann, nimmt Bittrich mehrere Anläufe in Anspruch, bis er nach mehrfachen Heldentoden nun wirklich sterben kann.


Ellen Norten - 30. Dezember 2023
ID 14545
Verlagslink zu Der mehrfache Heldentod


Post an Dr. Ellen Norten

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