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Sachbuch

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geflochten





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Auf einer Reise habe ich mir 1990 in Ägypten einen Korb gekauft. Die violetten Streifen darin mögen typisch für diese Region sein, doch geflochten wird auf der ganzen Welt. Die Technik aus flachen Streifen oder Bändern Körbe und andere Gefäße herzustellen hat sich in den verschiedenen Ländern vermutlich parallel entwickelt. Geflochten wird aus den unterschiedlichen Materialien, aus Palmwedeln, Gräsern, Kokosfasern, aber auch aus Papier, Pappe und Plastik. Geflochtene Gegenstände sind zeitlos schön, praktisch und von Hand gemacht. Das gilt nicht nur für meinen ägyptischen Wäschekorb, sondern auch für nahezu alle Flechtwaren, die erhältlich sind. Der Beruf des Korbflechters oder der Korbflechterin kann auch heute noch erlernt werden. Die Autorin Monika Künti hat diese Ausbildung zusätzlich zu ihrem Ethnologiestudium gemacht.

Flechten als Lehrberuf mag auf den ersten Blick übertrieben erscheinen, doch wer Matten, Gefäße bis hin zu Möbeln aus Flechtwaren und deren kunstvolle Verarbeitung kennt, deren Widerstandsfähigkeit erfahren hat, kann dieses Kunsthandwerk nur schätzen. Für den Laien ist das Auf und Ab der flachen Bänder und Rohre oft kaum noch nachzuvollziehen, insbesondere der Anfang einer Flechtarbeit erscheint besonders kompliziert.

Gestartet wird in der Mitte, wobei entschieden werden muss, ob es sich um eine eckige oder runde Fläche handeln soll. Auch die Flechtrichtung wird festgelegt; diagonal, sternförmig oder orthogonal. Dann die Form und Größe, flach zu Scheiben oder zu Gürteln, dreidimensional zu Körben oder Taschen; dazu sich windenden Borten, runde Bälle oder Würfel und Tetraeder als Dekoelemente. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, die Vorlagen im Buch liefern das Handwerkszeug.



"Ich teile gerne, was ich entdecke – ein bisschen auch mit der Absicht, andere mit meiner Begeisterung anzustecken, ihnen die Augen für die Schönheit von Flechtwerk zu öffnen, sodass sie womöglich Lust bekommen, selbst Hand anzulegen. Somit ist dieses Buch eine Einladung einzutauchen in die fabelhaften Möglichkeiten, aus simplen Streifen höchst erstaunliche Strukturen aufzubauen." (Aus Streifen geflochten, S. 9)


Im Buch werden nicht nur die Materialien und ihre Herkunftsländer vorgestellt, sondern es gibt nachvollziehbare Anleitungen zu Körben und anderen Haushaltsgegenständen und Kunstobjekten. Dabei legt die Autorin den Fokus auf flache Streifen, runde Flechtwaren werden nicht behandelt. Dafür gibt es ein Sammelsurium von einheimischen, wie außereuropäischen Inspirationen, die zu einer enormen Vielfalt an Arbeitsanleitungen führen.

Und die Objekte sind keine kurzlebigen Wegwerfartikel. Geflochtene Gegenstände, die sorgfältig verarbeitet wurden, zeigen eine enorme Lebensdauer. So bleibt anzumerken, dass ich den Wäschekorb aus Ägypten immer noch benutze. Er ist nicht einmal ausgefranst, sondern hat unzählige Wäschetransporte überstanden, und ich vermute, dass er mich auch noch viele Jahre begleiten wird.



Ellen Norten - 27. März 2019
ID 11307
Verlag-Link zum Sachbuch Aus Streifen geflochten


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